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Wetterfrage Folgen
Wie entsteht der Gugiiföhn, weshalb werden auf dem Jungfraujoch immer die stärksten Winde gemessen, weshalb sinken die Temperaturen in La Brevine teilweise auf unter minus 30 Grad oder wie entstehen die kleinen Windteufel? Das Wetter und seine vielfältigen Phänomene beeinflusst unser Leben, macht es vielfältig, hinterlässt aber auch viele Fragezeichen. Jeweils am Samstagmorgen um 9.15 Uhr beantworten die Meteorologen von SRF Meteo Ihre Fragen zum Wetter. Teilen Sie uns deshalb Ihre Wetter-Beobachtung mit, die Sie im Verlauf der Woche in Ihrer Wohnregion oder auf einer Reise gemacht haben und sie ins Staunen versetzt haben.
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Folge vom 09.05.2026Warum werden Seen im Frühjahr nur langsam warm?Die Luft wird im Frühjahr schnell warm, aber die Seetemperatur hinkt hinterher. Grund ist die höhere Wärmekapazität von Wasser. Die grösseren Seen haben derzeit etwas 16 Grad. Bis sie 20 Grad haben, dauert es noch bis Mitte Juni. Denn die Wärmekapazitä von Wasser ist viel grösser als die von Luft. Um 1 kg Wasser um 1 Grad zu erwärmen, braucht es vier Mal mehr Energie als wenn ich 1 kg Luft um 1 Grad erwärmen möchte.
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Folge vom 02.05.2026Warum ist es in Basel und im Wallis oft wärmer als im Mittelland?Im Wetterbericht hört man immer wieder, dass es in Basel und im Rhonetal am wärmsten wird. Das ist kein Zufall. Beginnen wir mit Basel. Der Hauptgrund, warum es dort oft wärmer ist als im Mittelland, ist die Höhenlage. In einer gut durchmischten Atmosphäre nimmt die Temperatur pro 100 m Höhe um 1 Grad ab. Da Basel rund 200 m tiefer liegt als viele Orte im Mittelland, ist es dort an einem sonnigen Tag oft 2 Grad wärmer. Im Rhonetal hingegen können die höheren Temperaturen nicht mit der Höhenlage erklärt werden. Denn die Höhenlagen der grösseren Orte im Rhonetal und im Mittelland sind ähnlich. Vielmehr spielen die Eigenschaften des Tals eine entscheidende Rolle. Das Luftvolumen über dem Tal ist viel kleiner als über der Ebene. Gleichzeitig wird die Luft nicht nur vom Boden, sondern auch von den felsigen Hängen auf der Talseite erwärmt. Dadurch kann sich die Luft im Rhonetal schneller erwärmen kann als im Mittelland. Neben der Höhenlage und den Eigenschaften des Tals gibt es noch weitere Faktoren, welche auf kleinem Raum einen grossen Einfluss auf die Temperaturen haben können, beispielsweise der Wind oder auch die Wassertemperatur der grösseren Seen.
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Folge vom 25.04.2026Sieht man bei guter Fernsicht bis ans Meer?Ist die Luft sehr trocken, herrscht teils ausgezeichnete Fernsicht. Die Erdkrümmung bestimmt, wie weit wir sehen. Bei Hochdrucklagen wird die Luft zunehmend trocken. Gibt es keinen störenden Saharastaub, ergibt sich von Alpengipfeln aus eine herrliche Fernsicht. Der letztlich begrenzende Faktor ist die Erdkrümmung. In den Alpen sind an Tagen mit ausgezeichneter Sicht 150 bis 200 Kilometer möglich. Von der Dufourspitze aus würde die Sicht theoretisch bis ans Mittelmeer reichen – praktisch endet der Blick jedoch am Hügelzug der ligurischen Küste.
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Folge vom 18.04.2026Mit künstlichen Gletschern dem Klimawandel trotzen?Der Klimawandel verändert die Gletscher. Das Schmelzwasser erreicht die Dörfer immer später – zu spät für die Bewässerung der Felder im Frühling. Eine Lösung sind künstliche Gletscher, sogenannte Eisstupas: Riesige Eiskegel, die im Winter gebaut werden und im Frühling rechtzeitig Wasser liefern. Im Norden Indiens, auf rund 3500 Metern Höhe, sind viele Dörfer stark von Gletschern abhängig. Regen fällt dort kaum – das Schmelzwasser von Schnee und Eis ist die wichtigste Wasserquelle für die Landwirtschaft. Doch der Klimawandel verändert dieses System: Gletscher ziehen sich zurück und beginnen später zu schmelzen. Das Wasser erreicht die Dörfer oft erst im Mai oder Juni – zu spät für die Bewässerung der Felder im Frühling. Um dieses Problem zu lösen, haben die Menschen vor Ort eine kreative Idee umgesetzt: künstliche Gletscher, sogenannte Eis Stupas. Im Winter wird Schmelzwasser über Rohre in die Nähe der Dörfer geleitet, wo es bei grosser Kälte gefriert und riesige Eiskegel bildet. Diese dienen als Wasserspeicher, schmelzen im Frühling früher als die natürlichen Gletscher und liefern rechtzeitig Wasser für die Felder. Die Idee hat inzwischen auch die Schweiz erreicht. In Pontresina oder Guttannen haben Forschende Eisstupas gebaut, um sie besser zu verstehen.