Wer schreibt der bleibt! Menschen vergessen gerne Dinge und gerade wenn Stress im Spiel ist und es um entscheidende Dinge geht, darf nichts vergessen werden. Wieso Du in einer Verhandlung unbedingt Notizen machen solltest – und welche das sein sollten – das erfährst Du heute – im PRM-Podcast „Besser verhandeln" Falls Du diesen Podcast zum ersten Mal hörst, dann „Herzlich willkommen"! Mein Name ist Andreas Schrader und wenn ich nicht gerade Podcasts aufzeichne, helfe ich Unternehmern, Gründern, Fachkräften und Führungskräften durch Einzelcoachings und Beratungen dabei, Ihre Ziele durch bessere Verhandlungen zu erreichen. Nach dieser Episode wirst Du wissen, weshalb Papier in meinen Augen weiterhin eine Daseinsberechtigung hat. Klar könnte man Sagen – das Buch wird durch das ebook abgelöst – Zeitungen durch ePaper, Werbeflyer durch Emails und auch dem Toilettenpapier wurde durch die Technik der Kampf angesagt – wer letzteres nicht glaubt, der möge mal Geberit Aqua-Clean googeln. Allerdings möchte ich jetzt hier keine Öko Episode oder gar eine Diskussion in diese Richtung starten. Was ich dir in dieser Episode ans Herz legen möchte, sind Notizen. Selbst durch Gedächtnistraining und jahrelange Übung wirst Du es nicht schaffen, dir alle Informationen zu merken – es sei denn Du bist Sylvester Dodd, den man aus der Serie „Scorpion" kennen könnte. Spaß beiseite – manche Informationen könnten erst im Verlauf der Verhandlung wichtiger werden, daher solltest Du dir Notizen machen, um nichts zu vergessen. Du brauchst auch nicht nachfragen, ob es Dir erlaubt wird – nehme einfach ein kleines Büchlein und ein bis zwei zuverlässige Stifte mit und mache deine Notizen. Notizen machen bedeutet nicht, dass Du eine Abschrift des gesamten Gesprächs erstellen sollst – vielmehr solltest Du die für dich wichtigen Informationen sammeln. Zu den wichtigen Informationen zählen aus meiner Sicht: Die Argumente, die dein Gegenüber bringt – auch die Reihenfolge ist wichtig, denn normalerweise wird das wichtigste Argument als erstes eingebracht. Kleine Randnotiz – wenn Du es mit einem Profi zu tun hast, dann wird er auch seine gesamte Position nochmal zusammenfassen. Notiere dir nicht nur das Datum und die Argumente oder Forderungen deines Gegenübers, sondern auch das „nicht gesagte". Notiere dir Auffälligkeiten in der Körpersprache, in der Mimik und Gestik und gerne auch den gesamten Eindruck. Das alles kann später wichtig sein. Bedenke, dass es bei den Notizen um das Sammeln von Informationen geht – du solltest, gerade in der Anfangsphase, vermeiden darauf zu reagieren. Also weder Zustimmung noch Ablehnung, Gesten wie ein Grinsen oder sonstige Provokationen – ich weiß, je nach Typ fällt gerade das extrem schwer, doch es ist sehr wichtig, hier ruhig zu bleiben. Nimm die Forderungen und Argumente zur Kenntnis und wenn Du unbedingt was sagen möchtest, dann bitte sowas wie „spannend" oder „hmm" Bei Schranner habe ich gelernt „Schwierig" „aha" oder „interessant" in solchen Situationen zu nutzen – auch das geht sehr gut. Es sollte eben nur bei diesem einen Wort bleiben. Alles Weitere solltest Du dir verkneifen. Kleine Randnotiz Nummer 2 – wenn auf deine Forderungen jemand mit einem der genannten Worte reagiert, dann könnte das ein Indiz dafür sein, dass er sehr gut in Verhandlungstechniken ausgebildet ist. Darüber kannst Du dich freuen, denn mit Profis macht es immer mehr Spaß als mit Amateuren ? Wofür das Ganze? Nun, zum einen brauchst Du diese Informationen zum Beispiel für deine Zusammenfassungen, für die Identifikation des Motivs deines Gegenübers und auch um ausreichend Material zu haben, um Druck auf deinen Gegenüber während der Verhandlung aufzubauen. Wofür Zusammenfassen gut ist, habe ich ja bereits in einer anderen Episode erläutert – wenn Du das nochmal nachhören magst, dann findest Du den Link in den Shownotes. Die Motive deines Gegenübers solltest Du ebenfalls herausfinden, denn erst wenn Du diese befriedigen kannst, kommt es zu einer Einigung. Material, um Druck aufzubauen benötigst Du ebenfalls, denn das gehört (leider wird sich manch einer jetzt vielleicht denken) dazu. Als Material eignen sich Zitate (versehen mit Datum und Zeit) sowie Widersprüche, die Du ebenfalls markieren solltest – ich habe gelernt, ein kleines w daneben zu schreiben. Hier sind deiner Fantasie jedoch keine Grenzen gesetzt. Wichtig ist einzig, dass Du die einheitlich markierst. Wenn es an der Zeit ist, dieses Material zu nutzen, dann empfehle ich dir, es mit „charmantem Druck" zu tun. Der ist zwar für die Gegenseite deutlich spürbar, wird jedoch im ersten Moment nicht als Angriff gewertet. Es sei denn, du möchtest deinen Gegenüber direkt vor den Bug schießen, dann verzichte auf das charmante und spreche es klar aus. Ich empfehle jedoch immer die charmante Version. Also zusammenfassend benötigst Du Notizen für deine Verhandlung damit: Du so viele, am besten alle nötigen Informationen sammeln kannst Du nichts vergisst Du leichter zusammenfassen kannst Du das Motiv deines Gegenübers besser identifizieren kannst Du Material sammeln kannst, um deinen Gegenüber unter Druck zu setzen Und, darauf bin ich bis hierher noch nicht eingegangen – Du deinem Gegenüber signalisierst, dass das was er sagt von so hoher Bedeutung für dich ist, dass Du es zu Papier bringst. Mitschreiben wird von den meisten Gesprächspartner als wertschätzend wahrgenommen und das ist auch in einer Verhandlung von Vorteil für dich. Ich habe meinen eigenen Stil entwickelt, wie ich meine Notizen strukturiere. Den Teilnehmern meiner Coachings stelle ich dafür ein Worksheet zur Verfügung. Wenn Du dieses Worksheet haben magst, dann schicke mir einfach eine Email an a.schrader@andreas-schrader.com und ich sende es Dir direkt zu. Wenn Du diesen Tipp befolgst, dann wirst Du in Zukunft mit Sicherheit besser verhandeln! Ich bin Andreas Schrader und wenn Dir gefallen hat, was Du gehört hast, dann solltest Du 4 Dinge tun Den Podcast mit 5 Sternen bewerten Mir eine Rezension schreiben Die Tipps umsetzen Den Podcast weiterempfehlen Ich wünsche Dir viel Erfolg bei deinen Verhandlungen. Besten Gruß & bis bald Das hörst Du wann: 01:38 Wieso Notizen wichtig für deine Verhandlung sind 02:15 Was genau bedeutet "Notizen machen" in einer Verhandlung 02:45 Was sollte notiert werden 03:05 Welchen Nutzen liefern Notizen für die Verhandlung 04:10 Wozu soll ich Informationen während der Verhandlung sammeln? 05:39 Zusammenfassung Shownotes: Homepage Episode 006 - Zusammenfassen Silvester Dodd - Scorpion
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Besser verhandeln - PRM-Andreas Schrader Folgen
Vertrieb/Sales, Einkauf/Procurement, HR & Recruiting, Projektmanager oder Geschäftsführer - jeder verhandelt. Mehr Gehalt, besseren Preis, es geht oft um Geld in Verhandlungen. Dabei hilft nicht immer das Harvard-Konzept. Wenn Du in Zukunft besser verhandeln möchtest, dann abonniere meinen Podcast und profitiere von dem, was es hier auf die Ohren gibt.
Folgen von Besser verhandeln - PRM-Andreas Schrader
242 Folgen
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Folge vom 07.11.2018Episode 010 - Notizen
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Folge vom 30.10.2018Blick über die Tischkante #4 - Ina Hagenau, Stimmtrainerin & UnternehmerinDer Ton macht die Musik – auch in einer Verhandlung. Ina Hagenau ist Stimmtrainerin und Unternehmerin und mit Ihr wage ich heute den Blick über die Tischkante. Wie Du deine Stimme in Verhandlungen einsetzen solltest, und was dir die Stimme deines Gegenüber verrät, dass erfährst Du in dieser Episode vom PRM-Podcast. Das hörst Du wann: 01:30 Einleitung 02:50 Was verrät meine Stimme über meinen Gemütszustand 03:15 5 Dinge, die Du über Ina wissen solltest 04:39 Wem hilft das Stimmste Institut 05:45 Was sollte man tun, damit die Stimme bereit für die Verhandlung ist 07:09 Wie erkenne ich an der Stimme, ob sich jmd. in der Opferrolle befindet 08:06 Verdecken Phrasen & Floskeln die Emotionen in der Stimme? 09:10 Kann man trainieren, dass Floskeln emotional rübergebracht werden 10:25 Wie baue ich das „Gesprächstraining" in meine Vorbereitung ein 11:25 Wie integriere ich das Stimmtraining in meinen Alltag 13:25 Generelles Verhalten in Verhandlungen 16:15 Wie überzeugst Du deine Gesprächspartner 19:00 Herausforderungen für Frauen in Gesprächen 21:00 Inas positive Verhandlungserfahrungen 22:30 Typische Verhandlungspartner vom Stimmste Institut 23:10 Negative Erfahrung als Unternehmerin 24:30 Wann breche ich Verhandlungen ab 25:07 verhandeln in der Familie vs. im Business 27:25 Zusammenfassung Part I 29:00 Wie funktioniert die Stimme 31:15 Kann man einen Bluff/eine Lüge anhand der Stimme erkennen 32:01 Zusammenfassung Part II Best of Fragereihe 33:30 Wer war der härteste Gesprächspartner 34:18 Womit tankst du Kraft? 36:05 Wer oder was inspiriert dich? 37:02 Wie bildest Du dich weiter? 38:45 Welcher Ratschlag war entscheiden für dich? 40:50 Dein Tipp für unsere Zuhörer 43:34 Wie kann man dich erreichen? Links Stimmste auf Facebook www.stimmste.de Event Stimmste?! Business – Intensivtraining für Deine Stimme Email Xing Der Klang der Stimme - der Film Der Klang der Stimme – Trailer Rednernacht Gedankentanken Amy Cuddy – Ted Talk AC² - Der Businessplanwettbewerb Police Acamdey – Officer Hooks Compilation Morning Pages Episode 003 - Besser verhandeln "Mindset" Buch Haruki Murakami - von Beruf Schriftsteller Buch Jens Weidner - Optimismus Jens Weidner bei Youtube
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Folge vom 23.10.2018Blick über die Tischkante #3 - André Scheidt, Gründer von Surprado.deJede Unternehmensgründung stellt ein Risiko dar und ist mit „loslassen" verbunden. André Scheidt hat für sein Vorhaben seine Münchener Penthouse-Wohnung gegen eine WG sowie seinen BMW gegen die KVB getauscht. Seine Kunden erleben kulinarische Highlights in ausgewählten Kölner Restaurants, die sie ohne die Buchung bei surprado.de so nie erleben könnten. Wie er mit internationalen Gastronomen verhandelt, und welche Hürden man als junger Mensch in internationalen Verhandlungen überwinden muss – dass erfährst Du heute beim Blick über die Tischkante. Was hörst du wann: 02:22 Was ist Surprado.de 03:27 Wie es zur Gründung von Surprado kam 04:05 Fünf Dinge, die wir über André wissen sollten 05:37 Aktuelle Herausforderungen im Alltag eines Gründers 08:38 Besonderheiten interkultureller Kommunikation 10:15 Wie bereitet man sich auf solche Gespräche vor 11:59 Verhandlungen als Gründer 12:46 Definition "Kooperationspartner" 13:36 Recruiting im Start-Up 13:59 positive Verhandlungserfahrung 16:48 negative Verhandlungserfahrung 19:06 Learnings 20:22 Unstimmigkeiten direkt ansprechen? 22:07 Die Sache mit dem Respekt 23:54 Zusammenfassung Best of Fragereihe 28:19 Wer/Was inspiriert dich? 30:19 Wie bildest Du dich weiter? 30:52 Welcher Ratschlag war entscheidend in deinem Leben? 31:35 Dein Tipp für die Hörer 32:29 Wie erreicht man Dich? Shownotes: Surprado.de Frank Thelen – die Autobiografie Big five for life machen – das Start-Up Buch der mymuesli Gründer Startplatz.de – Coworking in Köln & Düsseldorf www.andreas-schrader.com LinkedIn – Andre Scheidt Xing -Andre Scheidt info@surprado.de
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Folge vom 16.10.2018Episode 009 - Der Anker in der Verhandlung„Ein Anker ist eine Einrichtung, mit der ein Wasserfahrzeug auf Grund festgemacht wird, um nicht durch Wind, Strömung, Wellen oder andere Einflüsse abgetrieben zu werden. Der Vorgang wird ankern genannt." – das sagt Wikipedia. Wie ich in einer Verhandlung ankere und wozu ich das überhaupt mache– das erfährst Du heute bei „besser verhandeln" dem PRM Podcast mit mir – Andreas Schrader Herzlich Willkommen beim PRM Podcast „Besser verhandeln" – ich bin Andreas Schrader und wenn ich nicht gerade Unternehmern und ausgewählten Einzelpersonen dabei helfe, besser in Verhandlungen abzuschneiden, dann gebe ich Dir in diesem Podcast Tipps, durch die Du in Zukunft besser verhandeln kannst. Wenn Du zum ersten Mal dabei bist und es Dir gefällt, dann höre Dir auch die anderen Folgen an und abonniere diesen Podcast, wo auch immer du ihn dir anhörst. Ankern ist eine Form des Priming Effekts und dieser findet seinen Ursprung in der Psychologie. Priming steht für die Beeinflussung unseres Denkens. Ich finde das extrem spannend, denn neben der Tatsache, dass man sowohl positiv als auch negativ beeinflusst werden kann, hat man auch die Möglichkeit sich selbst zu „primen". Jage das ruhig mal durch die Suchmaschine deines Vertrauens – da wirst du sehr viele spannende Informationen zu erhalten. Auch in Verhandlungen kommen Anker sehr häufig vor – sie sind sogar ein taktisches Mittel, zu dem ich rate – immer. Im Rahmen deiner Vorbereitung solltest Du daher immer auch einen Anker mit einbauen. Das ist soweit nicht neu – wenn du jedoch einen weiteren Anker vorbereitest, dann wird es schon etwas interessanter und selbst für gut geschulte und oder erfahrene Gegenüber kompliziert. Sowohl das „Wann" und „Wie" werden gleich noch geklärt – starten werde ich jedoch mit dem eigentlichen Aufbau: Stelle Dir mal einen Anker vor – so ein richtig schweres Ding aus Eisen, dass vorne an einem Schiff hängt. Kleine Klugscheißerei am Rande – das Bild, das Du jetzt vor Augen hast ist ein Stockanker oder auch Admiralitätsanker genannt. Dieser Besteht aus 3 Teilen – dem Stock, dem Schaft und den Armen. Ein Anker für eine Verhandlung besteht ebenfalls aus 3 Teilen. Einer rationalen Begründung – einer irrationalen Forderung sowie dem Ausdruck der Freude. Der erste Anker wird ca. 24-36 Std. vor dem Verhandlungstermin und in der Regel per Email „fallen gelassen" – um im korrekten maritimen Sprachgebrauch zu bleiben. Ein, schon fast klassischer Anker könnte wie folgt lauten: Sehr geehrter Herr Verhandlungspartner, damit wir unsere Zusammenarbeit auch langfristig ausbauen können, empfinden wir eine positive Steigerung der Beratungspauschale von 35% als angemessen. Wir freuen uns auf unsere baldige Zusammenkunft und die daraus resultierende langfristige Fortführung unserer Zusammenarbeit. MFG Hier sind alle 3 Teile eingearbeitet die rationale Begründung – damit wir unsere Zusammenarbeit langfristig ausbauen die irrationale Forderung – 35% Steigerung der Beratungspauschale Freude – freuen uns auf baldige Zusammenkunft und resultierende langfristige Zusammenarbeit. Wie gesagt empfehle ich diesen Anker zwischen 24 und 36 Stunden vor der eigentlichen Verhandlung zu platzieren. Je nach Situation, kannst Du diesen Zeitpunkt auch anpassen – beachte dabei, dass die Gegenseite genug Zeit zur Wahrnehmung hat, jedoch zu wenig, um eine geeignete Antwort auf den Anker vor der Verhandlung zu übermitteln. Was bewirkt nun dieser Anker? Nun – versetze dich doch mal in die Lage, dass Du eine solche Mail erhältst – Einen Tag vor dem Zusammentreffen. In der Regel wird dir sowas wie „Der spinnt doch" oder „das können die unmöglich ernst meinen" bis hin zu: „unter diesen Umständen werde ich nicht mit denen verhandeln" durch den Kopf gehen. Und genau das, ist auch eins der Ziele – du fokussierst Dich ausschließlich auf die Gefahr bzw. den Anker – hier die 35% Steigerung – denn dieser Fall darf auf nicht eintreten. Also wird erstmal alles andere vernachlässigt. Ein weiteres Ziel wird nach dem Einstieg deutlich – denn diesen gestaltest Du ja so, dass Du nochmal allen für die professionelle Vorgehensweise dankst und ihr, damit keine Zeit verschwendet wird, direkt mit Punkt 1 der Agenda beginnen könnt. Dieser Punkt beinhaltet nicht unbedingt die Steigerung der Konditionen. Da Du ja deinen Gegenüber nach erfolgter Einleitung der Agenda sprechen lässt, wird es da schon spannend – und zwar aus folgenden Gründen: Dein Gegenüber wird ungeduldig, möchte die Gefahr beseitigen und hat evtl. seine Emotionen nicht im Griff – außerdem könnte er gelernt haben, dass unangenehme Dinge immer sofort angesprochen werden. Gerade in dieser Situation ist es enorm wichtig, dass Du mitschreibst – denn Zugeständnisse und Festlegungen, die an dieser Stelle kapitale Fehler darstellen, könnten von der Gegenseite durchaus gemacht werden. Verweise in dieser Situation auf die Agenda und bringe deine Punkte bzw. deine Forderungen ein. Entweder kommt es zum Stillstand, oder es geht nach deinen Vorstellungen weiter. Beides gut, weil beides eingeplant ist. Wenn denn das Thema, das dem Anker zuzuordnen ist an der Reihe ist, dann lass deinen Gegenüber den Anker wiederholen, bevor ihr euch dem weiteren Inhalt widmet. Erfahrungsgemäß ist das einfach und bedarf keiner besonderen Technik, denn die Wiederholung à là „Die Preiserhöhung von 35%, die Sie uns zugeschickt haben ist eine Frechheit" oder – und das wäre sogar noch schlimmer für deinen Gegenüber „Die Preiserhöhung von 35%, die Sie fordern ist nicht möglich/werden wir nicht akzeptieren" In diesem Moment greifen weitere Taktiken der Gesprächs- und Verhandlungsführung – und ich möchte nicht abschweifen ? Anker Nr. 2 wurde in dem Beispiel erstmal übersprungen, denn es ist so – zumindest aus meiner Sicht, leichter nachvollziehbar. Den 2. Anker platziere ich in der Regel immer im Rahmen der Einleitung in den ersten Agenda Punkt fallen. Nach dem Smalltalk könnte der Übergang wie folgt gestaltet werden. Herr XY, ich würde noch sehr gerne weiter mit Ihnen über die Geschehnisse in der Bundesliga sprechen, allerdings halte ich es für sinnvoll, wenn wir uns nun mit dem eigentlichen Grund unseres Treffens befassen. Damit wir hier rasch zu einer partnerschaftlichen Übereinkunft kommen, haben wir uns ja bereits im Vorfeld auf die folgende Agenda geeinigt. Gerade mit Hinblick auf den Ausbau unserer Geschäftsbeziehung halte ich auch die Anpassung des Zahlungsziels auf 180 Tage für ein wertvolles Zeichen, welches wir heute mit Sicherheit gemeinsam setzen können. Nun freue ich mich jedoch erstmal darauf mit Ihnen gemeinsam den Agenda Punkt A, welcher sich ja mit der Integration der Produktpallette ABC befasst, abzustimmen. Klingt erstmal heftig, oder? Das ist es auch – denn Verhandeln ist kein Kindergeburtstag! Was ist also konkret geschehen – ich habe in dem Beispiel den Smalltalk auf eine typisch deutsche Art beendet und das Thema eingeleitet. Hier habe ein weiteres mal über das Ziel „rasch zu einer partnerschaftlichen Übereinkunft" gesprochen, dann den Ausbau der Geschäftsbeziehung (rationale Begründung) eingebracht – die irrationale Forderung (180 Tage Zahlungsziel – was in diesem Beispiel tatsächlich irrational ist) und schlussendlich meine Freude ausgedrückt, bevor ich wieder zurück auf die Agenda verwiesen habe. Die Reaktion deines Gegenübers hängt nun stark von der Konstellation ab. Seid ihr in etwa Gleichalt und verhandelt Ihr auf Augenhöhe, dann sind es 6 von 10 Fällen, in denen dein Gegenüber nun innerlich kocht und kurz davor steht zu explodieren. Sollte dein Gegenüber deutlich Älter (über 5 Jahre) sein, und/oder sich selbst in einer stärkeren Position als Dich wahrnehmen, dann sind es 9 bis 10 Fälle, in denen es nun eskaliert. Bleibt diese Eskalation aus, dann hast Du entweder a) einen absoluten Profi gegenübersitzen – das ist cool, denn auf Profi Ebene macht Verhandeln erst so richtig Spaß, oder b) und das wäre schlimm – du hast deine Anker nicht „irrational" genug – also nicht hoch bzw. schwer genug gestaltet. Wie dem auch sei – du wirst sehen, dass Du am Ende durch diese Vorgehensweise mehr rausholen wirst, denn Du hast durch deine Anker deine Grenzen zu deinen Gunsten verschoben. Dann fasse ich hier mal schnell zusammen: Ein Anker besteht aus 3 Teilen: rationale Begründung – irrationale Forderung - Freude Nutzen eines Ankers: Stressdosis der Gegenseite erhöhen / Druck aufbauen Hoch, fast unverschämt einsteigen, um Grenzen zu seinen Gunsten zu verschieben vom eigentlichen Abzulenken. Auch hier habe ich wieder einen kleinen Bonus zum Ende hin eingebaut: Du kennst nun diese Taktik – und Du kannst Dir sicher sein, dass auch andere diese Taktik nutzen (naja, dass will ich zumindest schwer hoffen!) Was diese „Nutzer" oft nicht wissen, ist wie sie dann eben genau damit umgehen sollen, wenn sie selbst einen Anker erhalten – Du kennst nun diese Taktik, daher bist Du in der Lage, einen Anker als einen Anker zu identifizieren. Wenn Du also weißt, dass das nur eine Taktik ist, dann kannst Du diese relativieren und für dich nutzen. Antworte mit einer Email, die den Anker zusammenfasst und baue eigene Forderungen ein. Zusammenfassen und Forderungen habe ich bereits in vorherigen Episoden besprochen – höre nochmal rein, wenn Du dir unsicher bist. Allerdings solltest Du eins berücksichtigen – spiele hier kein Email Ping-Pong! Ich bin da eh ein absoluter Gegner von – also höre nach der einen Antwort auf, wenn Du in der Reaktion bist. Du weißt schließlich, wie man auch einen Anker der Gegenseite geschickt für sich nutzen kann. Baue Anker mit in deine Verhandlung ein – und du wirst in Zukunft „Besser verhandeln" Wenn Dir mein Podcast gefällt oder Du jemanden kennst, der das hier hören sollte – dann empfehle mich weiter – und natürlich freue ich mich auch über deine 5 Sterne Bewertung bei iTunes. Bis zum nächsten Mal Das hörst Du wann: 01:10 Ankern vs. Priming 01:38 Ankern in Verhandlungen 02:12 Aufbau eines Ankers 02:45 Wann setze ich den Ankern ein 02:54 Beispiel für klassischen Anker 04:12 Was bewirkt ein Anker 04:34 Ziele eines Ankers 04:54 Den Anker am Tisch behandeln 06:17 Wenn der Anker angesprochen wird 07:01 Der 2. Anker 07:13 Wo wird der 2. Anker platziert 07:24 Beispiel 2. Anker in der Verhandlung 08:51 Reaktion auf den Anker 09:26 Die Eskalation 09:58 Zusammenfassung 10:30 Bonus 11:54 Outro Shownotes Andreas-schrader.com Workshop: Erstklassig verhandeln