Nach wie vor verbreitet die Regierung zwar, dass die westlichen Sanktionen Russland nicht geschadet hätten. Aber die wirtschaftlichen Probleme bekommen die Menschen im Land immer deutlicher zu spüren. Und dass, obwohl Russland durch die gestiegenen Ölpreise mehr Geld einnimmt als noch am Jahresanfang zu erwarten war. Im ersten Quartal ist die Wirtschaftsleistung im Vergleich zum Vorjahreszeitraum trotzdem um 0,3 Prozent geschrumpft. Die russische Regierung hat ihre Wachstumsprognose für dieses Jahr von 1,3 auf 0,4 Prozent gesenkt. Und im ersten Quartal hat der Staat schon mehr Schulden gemacht, als für das ganze Jahr geplant waren.Vor diesem Hintergrund hat gestern in Sankt Petersburg das Internationale Wirtschaftsforum begonnen - eine Art russisches Davos. Und mit dabei sind auch deutsche Unternehmen. Zum ersten Mal seit dem Angriff Russlands auf die Ukraine. Etwa die Globus Holding, die im Einzelhandel in Russland engagiert ist, und ein großer Milchproduzent.Dabei gehe es auch darum, für die Zeit nach einem Ende des Krieges einen Fuß in der Tür zu haben. "Nur klar muss auch sein, wer da heute schon mitmischt, der füllt eben auch Putins Kriegskasse", sagt Nikolas Lieven aus der NDR Info Wirtschaftsredaktion.Für den Osteuropa-Experten und Ökonomen Janis Kluge von der Stiftung Wissenschaft und Politik unterlaufe die Teilnahme das Ziel der Bundesregierung, Russland zu isolieren. An einen Stimmungsumschwung in der russischen Bevölkerung glaubt er nicht. Die Gesellschaft verdränge den Krieg.Die Folgen von Krieg und Sanktionen seien aber im Land spürbar, betont unser Korrespondent Björn Blaschke. Im Großraum Moskau werde Benzin rationiert. Der Mangel habe auch Auswirkungen auf die Binnenwirtschaft. Es fließe jedoch unvermindert viel Geld in die Kriegswirtschaft.weitere Informationen:Russischer Wirtschaftsgipfel: Zwischen Hoffnung, Moral und Monetenhttps://www.ndr.de/nachrichten/info/audio-3279012.htmlRussland-Experte Kluge: "Kein Zeichen für Normalisierung"https://www.ndr.de/nachrichten/info/audio-3279004.htmlRussisches Wirtschaftsforum im Schatten ukrainischer Drohnenangriffehttps://www.ndr.de/nachrichten/info/audio-3279048.htmlZehn Minuten Wirtschaft: Deutsche Firmen beim Putin-Forum - Geschäfte trotz Krieg?https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcasts/audio-3279902.htmlRusslands Schulden steigen, die Konjunktur lahmthttps://www.tagesschau.de/wirtschaft/weltwirtschaft/wirtschaftskrise-russland-100.htmlKritik an deutschen Teilnehmern beim Wirtschaftsforumhttps://www.tagesschau.de/ausland/asien/st-petersburger-wirtschaftsforum-beginn-100.htmlModeration: Peter MückeInterviews: Liane KoßmannAufnahme: Konrad Winkler
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Verschiedene Stimmen und Aspekte zum Thema des Tages – aus Politik, Wirtschaft, Gesellschaft oder Kultur. In zehn Minuten blicken wir hinter die Schlagzeilen, erklären Zusammenhänge und zeigen unterschiedliche Perspektiven auf. Mit der Expertise und der Recherchekraft von NDR Info. Immer montags bis freitags ab 13 Uhr.
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Folge vom 04.06.2026Vier Jahre Krieg - Russlands Wirtschaft am Boden?
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Folge vom 03.06.2026Kampfabstimmung um Platz im UN-SicherheitsratIn New York entscheidet sich heute, ob Deutschland als nicht-ständiges Mitglied in den UN-Sicherheitsrat kommt in den Jahren 2027/2028. Bei früheren Kandidaturen wurde Deutschland stets gewählt. Als einer der wichtigsten Beitragszahler der Vereinten Nationen gilt die Bundesrepublik als Stütze der UN. Diesmal aber ist die Wahl in der Generalversammlung keinesfalls sicher. Denn um die zwei freiwerdenden Plätze für Westeuropa bewerben sich drei Länder: Neben Deutschland auch Portugal und Österreich. Kampfabstimmung also in der UN-Generalversammlung heute.Daniel Forti vom "Thinktank International Crisis Group" glaubt, dass Deutschland gute Chancen hat. Die Bundesrepublik sei bei weltpolitischen Angelegenheiten sehr präsent und spiele eine herausragende Rolle, nicht nur bei Themen der europäischen Sicherheit. Allerdings könne die deutsche Nahost-Politik zu einem Problem werden: "Viele Unterstützer Palästinas werden genau gucken, wie sich Bewerberstaaten da positionieren."Auch wenn Außenminister Wadephul immer wieder betont, die Mitgliedsstaaten wüssten, warum Deutschland eine besondere Verantwortung Israel gegenüber habe, könnte die Haltung der Bundesrepublik im Nahost-Konflikt bei der Abstimmung eine Rolle spielen, sagt unsere Korrespondentin Giselle Ucar. Für Deutschland könne es auch deshalb eng werden, weil sich Österreich und Portugal schon lange vor der Bundesrepublik für einen Sitz beworben hätten. Österreich könne zudem bei manchen punkten, weil das Land kein NATO-Mitglied ist. Portugal habe als ehemalige Kolonialmacht viele Verbindungen zu afrikanischen Staaten.Weitere Informationen:Deutschlands Kampf um einen Sitz im UN-Sicherheitsrathttps://www.ndr.de/nachrichten/info/audio-3277062.htmlAbstimmung im UN-Sicherheitsrat: Was spricht für Deutschland?https://www.ndr.de/nachrichten/info/audio-3276810.htmlDeutschland will Platz im UN-Sicherheitsrat: Wie die Wahl abläufthttps://www.tagesschau.de/ausland/un-sicherheitsrat-deutschland-106.htmlHat Deutschland eine Chance auf einen Sitz im UN-Sicherheitsrat?https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/deutschland-sitz-un-sicherheitsrat-100.htmlDeutschland will erneut Verantwortung im Weltgremium übernehmen: Außenminister Wadephul reist zur Wahl für den UN-Sicherheitsrat nach New Yorkhttps://www.auswaertiges-amt.de/de/aussenpolitik/regelbasierte-internationale-ordnung/uno/2773944-2773944Liveübertragung der Abstimmunghttps://webtv.un.org/enModeration: Peter MückeInterview: Liane KoßmannPlanung: Oliver ChristProduktion und Distribution: Emily Payant
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Folge vom 02.06.2026Epstein Files: Jagd nach Models in EuropaSie sprachen gezielt junge Frauen an, weckten Hoffnungen auf eine Model-Karriere: Im Auftrag von Jeffrey Epstein rekrutierten offenbar mindestens fünf Personen als vermeintliche Modelscouts in Europa junge Frauen. Einige der Frauen wurden so später mutmaßlich zu Missbrauchsopfern. Durch die Auswertung der vom amerikanischen Justizministerium veröffentlichten Epstein-Akten und weiterer Dokumente konnten NDR, WDR und Süddeutsche Zeitung 19 Europäerinnen namentlich identifizieren, die offenbar über diesen Weg Epstein trafen.Weitere Informationen:Doku: Epstein Files - Jagd nach Models in Europahttps://www.ardmediathek.de/film/epsteins-files-jagd-nach-models-in-europa/Y3JpZDovL25kci5kZS80ODc4IHByb3BsYW5fMTk2Mzg1OTc0tagesschau: Wie Epstein Jagd auf Frauen in Europa machtehttps://www.tagesschau.de/investigativ/ndr-wdr/epstein-missbrauch-modellbranche-europa-100.html11KM: Epstein-Akten – Die "Model-Masche" in Europahttps://www.ardsounds.de/episode/urn:ard:episode:f509096cf59d0ed0/Interview mit Politologin: "Strukturelles Problem von Gewalt gegen Frauen"https://www.ndr.de/nachrichten/info/audio-3273380.htmlHost: Anna-Lou BeckmannInterviews: Liane KoßmannPlanung: Michael LatzRedaktion: Christiane UebingDistribution: Emily Payant
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Folge vom 01.06.2026Hamburg sagt "Nein" zu OlympiaWieso haben sich die Menschen in Hamburg beim Bürgerentscheid gegen Olympische und Paralympische Wettbewerbe in ihrer Stadt entschieden? Deutlicher als von vielen erwartet haben die Menschen in der Hansestadt sich gegen eine Bewerbung entschieden. Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher von der SPD: "Ich habe den Präsidenten des Deutschen Olympischen Sportbundes und das deutsche Mitglied beim IOC darüber informiert, dass Hamburg die Bewerbung nicht aufrechterhält."1,3 Millionen Hamburgerinnen und Hamburger durften abstimmen - knapp die Hälfte von ihnen hat das getan. Beim Referendum sagten gut 55 Prozent nein, etwa 45 Prozent kreuzten "ja" an. NDR-Sportreporter Holger Gerska sagt, es hätte einfach die Begeisterung für ein solches Sportevent gefehlt. München hat die Spiele 1972, in Hamburg fehlte dieses Vorbild.Und schon bevor alle Stimmen ausgezählt waren, stand fest: Wieder ist eine Hamburger Olympia-Bewerbung gescheitert - zum zweiten Mal nach 2015.Weitere Informationen:Nein beim Referendum: Hamburgs Olympia-Bewerbung gescheiterthttps://www.ndr.de/sport/mehr_sport/olympia-referendum-hamburg-100.htmlTschentscher zum Olympia-Aus: “Ich bedaure die Entscheidung”https://www.ndr.de/sport/mehr_sport/olympia-712.html“NOlympia”-Sprecher Maudrich: “Die Freude ist groß”https://www.ndr.de/sport/mehr_sport/ndrinfo-13088.htmlOlympia in Hamburg: So haben die einzelnen Stadtteile abgestimmthttps://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/olympia-656.htmlKommentar: Olympia in Hamburg - K.o. in der Vorrundehttps://www.ndr.de/sport/mehr_sport/olympia-674.htmlNewsblog zum Referendum: Hamburg sagt "Nein" zu Olympiahttps://www.ndr.de/sport/mehr_sport/olympia-hamburg-144.htmlBürgerentscheid in Kiel - Klare Mehrheit für eine Olympia-Bewerbunghttps://www.ndr.de/sport/mehr_sport/olympia-618.htmlModeration: Jessica ChmuraInterviews: Liane KoßmannPlanung: Oliver ChristProduktion: Theo WeißDistribution: Emily Payant