Der Komponistin Julia Diederich aus Freiburg im Breisgau gelingt mit ihrem jüngsten Projekt eine Art "World Building": Auf "Movie Sinfónica" schafft sie mit ihrem Ensemble Arco Sinfónica und vielen Gästen Musik zu imaginären Szenen, Bildräumen und Filmen.
"Ich sehe mich oft wie eine Innenarchitektin, die einen Raum gestaltet." Das erzählte Diederich dem Galore-Magazin. Ein Kompositionstrick, der ihr geholfen hat, "Movie Sinfónica" zu gestalten, als bei ihr wegen einer Covid-Erkrankung nichts mehr ging. Musik und der eigene Lebensfilm spielten sich in dieser Zeit nur noch im Kopf ab.
Trotzdem oder gerade deshalb ist "Movie Sinfónica" ein großer Wurf geworden - ein Kaleidoskop aus Klassik, Jazz und Filmmusik, eingespielt u.a. vom GermanPops Orchestra, einem Perkussionsensemble, Big-Band-Bläsern, einer Jazz-Rhythmusgruppe, Sänger*innen des Staatsopernchors Stuttgart sowie des SWR Vocalensembles Stuttgart.
Weltmusik gemischt
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Musik grenzenlos und global - Chanson, Folk, Jazz, Singer/Songwriter, Klassik oder Filmmusik – hier ist alles möglich
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Folge vom 12.02.2026Arco Sinfónica: Futter fürs Kopfkino & mehr Musik grenzenlos
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Folge vom 11.02.2026Ein Wiederhören mit Toumani Diabaté & mehr Musik grenzenlosDer 2024 verstorbene Musiker aus Mali galt als einer der besten Koraspieler. Wie er die traditionelle Griot-Musik mit globalen Klängen fusionierte, war bahnbrechend. Jetzt ist mit "Djelika" eins seiner feinsten Alben auf Vinyl wiederveröffentlicht worden. Diabaté wollte die geschichtsreiche Musik der Mande wieder in alle Ohren bringen. Zusammen mit seinem Onkel Kélétigui Diabaté am Balafon und Bassekou Kouyaté an der Ngoni gelang ihm das auch - und die globale Musikszene begeisterte er gleich mit. 1995 erschien das meisterliche Album "Djelika", das gerade wiederveröffentlicht worden ist. Neu gemastert und für die audiophilen Fans auf schwerem Vinyl verfügbar, zeigt es Diabaté als Pionier: Er greift hier auf ein teils Jahrhunderte altes Repertoire zurück, das er kreativ mit Musik aus dem 20. Jahrhundert verwebt. Außerdem an der Hörbar heute: der Berliner Jazzpianist Matti Klein, die Lyoner Folk-Institution Tram des Balkans, Xabier Díaz aus Galicien - und viele andere mehr.
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Folge vom 10.02.2026Schwarze Roots mit Le Collectif Tango Negro Ensemble & mehr Musik grenzenlosIm Fokus steht heute ein Tribute-Projekt aus dem Umfeld von Juan Carlos Cáceres, einem Pianisten, Posaunisten und Klangforscher aus Argentinien. Ihn faszinierten vor allem die afroamerikanischen Wurzeln des Tangos, gemischt mit Jazz: ein toller Cocktail! Cáceres war auf den Spuren der afrikanischen Musik im Bereich des Río-de la Plata unterwegs, inspiriert von Tänzen wie Candombe und Milonga sowie der Karnevalsmusik der "Murgas". Er verband dies zu einem eigenen, erdigen Tango-Stil. Bekannt war Cáceres vor allem in seinem Heimatland Argentinien, aber auch in Frankreich, wo er später, bis zu seinem Tod 2015 gelebt hat. Nun ist von Le Collectif Tango Negro Ensemble - seinen damaligen Mitspielern und vielen Gästen - das Doppelalbum "Tribute To Juan Carlos Cáceres" erschienen. Höhepunkte an der Hörbar sind außerdem Carla Bruni, Chilly Gonzales, Bonnie "Prince" Billy, Shake Stew - und viele andere mehr!
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Folge vom 09.02.2026Turner Cody: Geschichten aus dem Unterholz & mehr Musik grenzenlosFrüher war Turner Cody ein New Yorker Hipster aus der schrulligen "Anti-Folk"-Bewegung; heute erzählt er auf seinem neuen Album "Out For Blood" fast klassisch amerikanische Geschichten im Stil eines Kris Kristofferson, Townes Van Zandt oder John Prine. Auf "Out For Blood" macht er zum zweiten Mal gemeinsame Sache mit dem belgischen Musiker Nicolas Michaux und dessen Band, den "Soldiers of Love". 2021 haben sie das erste Mal zusammengearbeitet, und Turner Cody betrachtet ihre transatlantische Begegnung als Glücksfall. Sie hat ihm die Power für fast schon archaisch-zerknautschte Songs über Freiheit, Individualität, Schicksal, Sünde und Vergebung gegeben. Die alten Themen des US-Country eben, aber mit einem Augenzwinkern. Außerdem an der Hörbar: finnische Vokalkunst mit Suden Aika, kenianische Moderne mit Nina Ogot, kapverdische Sounds mit Lura - und viel anderes mehr.