Mit ihrem neuen Album "Evergreen In Your Mind" lotet die Norwegerin Juni Habel leise Übergänge aus: zwischen Innenwelt und Außenklang, zwischen Stillstand und Bewegung.
Sie führt uns damit an einen "imaginären Ort, an dem das Verlangen nach Einheit mit Mitmenschen und der Welt, die uns umgibt, endlich Realität werden kann", wie sie sagt. Habels Songs sind sparsam erzählt, getragen von einer klaren, fragilen Stimme, die Raum lässt für Zwischentöne. Aufgenommen in vertrauten Alltagsorten - zu Hause, in einem Schulraum, in den sie zeitweise unterrichtet - mischen sich behutsam reale Geräusche ins Klangbild. Zusammen mit Co-Produzent Stian Skaaden entsteht so eine Musik, die nicht behauptet, sondern beobachtet.
Daneben öffnet die Hörbar wie immer musikalisch viele weitere Türen: zu kubanischen Klängen bei den Patriarcas de la Rumba, zu einem still leuchtenden Tango von Piazzolla, eigenwilligen Gegenwartsklängen aus Zypern mit Monsieur Doumani, irischer Harfenmelodik, einem ungewöhnlichen Blick auf Sting - bis hin zu einem Ausklang mit dem Nähmaschinenquartett (sic!).
Weltmusik gemischt
Die hr2-Hörbar Folgen
Musik grenzenlos und global - Chanson, Folk, Jazz, Singer/Songwriter, Klassik oder Filmmusik – hier ist alles möglich
Folgen von Die hr2-Hörbar
100 Folgen
-
Folge vom 22.04.2026Utopische Traumreisen mit Juni Habel & mehr Musik grenzenlos
-
Folge vom 21.04.2026Alpkan: Balkanmusik aus den Alpen & mehr Musik grenzenlosDer Balkan beginnt in Wien. Was Eingeweihte schon längst wussten oder zumindest ahnten, das macht die Gruppe Alpkan aus Wien jetzt nicht nur mit ihrem Namen deutlich (Alpen+Balkan=Alpkan!), sondern auch in ihrer Musik. Alpenländische Folklore und Wiener Mundart haben darin ihren Platz. Das Bindeglied zum Balkan ist der kernige Sound der Blechbläser. Mit Trompete, Posaune und Tuba fühlt man sich bei diesem Quintett aus Wien auch schon mal ins Guča-Festival, das serbische Mekka der Balkan-Brass-Kunst versetzt. Aber weil diesen fünf Herren der Schalk im Nacken sitzt, werden hier auch Flamenco und Polka passend gemacht, ein Jodler klingt plötzlich nach elektronischer Musik und in manchen Moment wähnt man sich plötzlich in Mexiko oder auch im Orient. Alpkans neues Album "Horses" ist der Nachfolger des 2021 erschienenen "Hoas is!". Einfach mal beides laut aussprechen - merken Sie was? Auch sonst bleibt die Hörbar kreativ und vieldeutig: Värttinä bringen nordische Urkraft ins Spiel, Edouard Ferlet nähert sich Bach mit feinem Jazzblick. Dazu brasilianische Leichtigkeit vom Sérgio Tannus Trio, melancholische Klezmerfarben von Kroke, soulige Poesie bei Layori - und zum Schluss ein markantes Statement von Hubert von Goisern.
-
Folge vom 20.04.2026Kerim König – sanfte Klavierklänge & mehr Musik grenzenlosAls Kerim König vor Jahren erstmals die Musik von Ryūichi Sakamoto hörte - das leise, eindringliche Piano-Trio aus dessen Filmmusik zu "Babel" -, war es um ihn geschehen. Die Faszination ließ ihn nicht mehr los. Mit "Wakai" (japanisch für Versöhnung) greift König diese Idee nun erneut auf und führt sie konsequent weiter. Entstanden ist eine zurückgenommene, sehr persönliche EP, aufgenommen im Berliner Teldex-Studio am filzgedämpften Felt Piano. Ruhige Klavierlinien, Streicherklänge und sparsame elektronische Spuren treffen aufeinander und schaffen Musik für Zwischenräume: dort, wo sich Gegensätze versöhnen, Stille hörbar wird und Erinnerungen aufscheinen. König, arbeitet auch als Filmkomponist, seine Musik lebt von Reduktion und Ruhe - Musik, die sich Zeit nimmt und genau darin ihre Kraft entfaltet. Daneben öffnet die Hörbar den Horizont mal wieder weit mit mehr Musik grenzenlos: mit Lura, Vagabondoj, Marcos Coll, Judith Owen, Vieux Farka Touré, den Klezmatics und einem jazzigen Ausklang mit Gregory Hutchinson, Gerald Clayton & Joe Sanders.
-
Folge vom 18.04.2026Vampire, Buntspechte & mehr Musik grenzenlosDie Hörbar am Wochenende macht heute eine Grand Tour: Vom lässigen Wien mit der Band Buntspecht durch die Pariser Cabarets mit den Frivolités Parisiennes bis rein ins French Quartier von New Orleans, wo Sting einen berühmten Blutsauger besingt. Buntspecht haben sich im weitesten Sinn dem Kammerpop verschrieben - also einer Musik, die gerne groß instrumentiert und keine Angst vorm elaborierten Arrangement hat. Nicht weniger üppig: der von den 30er Jahren inspirierte Swing des Frivolités Parisiennes, der gut zur Wochenend-Laune passt. Rau und beschwingt zugleich wird’s dann bei Yasmin Lévy, einer Nachfahrin sephardischer Juden aus Spanien, die auf Ladino singt. Der ehemalige The Police-Sänger Sting schlendert derweil durch die Straßen von Louisiana, auf den Spuren des Vampirs Lestat aus den Romanen von Anne Rice.