Die menschliche Vernunft ist laut Kant dialektisch, d. h. es liegt in ihrer Natur, sich in einem gewissen Feld - nämlich, sobald sie die Sinnenwelt transzendiert und Metaphysik zu treiben, sobald sie Erkenntnisse von der Seele, der Welt als Ganzem oder Gott sucht - in Widersprüche und Scheinbeweise zu verstricken. Diese Dialektik der Vernunft war es, die Kant zunächst wchrüttelte und auf die Unzulänglichkeit der bisherigen Metaphysik aufmerksam machte. Sie zu erklären und auch aufzulösen ist sein eigentliches Anliegen in der Kritik der reinen Vernunft, das andere gewissermaßen nur dessen Vorbereitung.
Zitat: 0:08
Es liegt in der Natur unserer Vernunft, sich mit der Sinnenwelt nicht zufrieden zu geben und ins Übersinnliche zu streben: 0:29
Metaphysik, also Erweiterung unserer Erkenntnisse ohne Erfahrung, könnte nur durch synthetische Urteile a priori geschehen: 7:48
Dialektik: 12:14
Die drei dialektischen Ideen der Vernunft von Unsterblichkeit der Seele, Freiheit und Gott ergeben sich aus den Formen ihrer Schlüsse: 20:11
Die Ideen begründen in der Architektonik von Kants System die drei metaphysischen Wissenschaften der rationalen Psychologie, Kosmologie und Theologie: 44:46
Die Ideen sind von der Vernunft vorgenommene Totalisierungen deri drei Kategorien der Relation bzw. der drei vom Verstand vorgenommenen Synthesen im Erfahrungsprozess: 52:55
Die Vernunft verlangt vor allem Totalität der Bedingungen, nicht des aus ihnen Abgeleiteten: 58:42
Kants Ziel und Ergebnis in der Kritik der reinen Vernunft: 1:01:17
Dank: 1:05:58
Die Urteilstafel nach Kant: https://jonathanivoloewer.de/wp-content/uploads/2024/10/Urteilstafel-nach-Kant.jpg
Die Kategorientafel nach Kant: https://jonathanivoloewer.de/wp-content/uploads/2024/10/Kategorientafel-nach-Kant.jpg
Was ihm Dialektik bedeutet, erläutert Kant in der Einleitung in die transzendentale Logik: https://korpora.org/kant/aa03/079.html und der transzendentalen Dialektik: https://korpora.org/kant/aa03/234.html in der Kritik der reinen Vernunft.
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Kultur & Gesellschaft
Kants Philosophie Folgen
Vor 300 Jahren wurde Immanuel Kant geboren - und in einer umfassenden Reihe von Vorträgen möchte ich mich seiner gesamten Philosophie widmen. Ich habe das vergangene Jahr damit verbracht, die 29 Bände der Kant-Gesamtausgabe zu studieren und täglich wenigstens 100 Seiten Kant zu lesen, um nun hier die wohl umfassendste und gründlichste Darstellung seiner Philosophie zu geben, die bisher versucht wurde, um ihren inneren systematischen Zusammenhang aufzuzeigen und um vor allem Kants Beitrag zur Aufklärung der Menschheit herauszuarbeiten.
Folgen von Kants Philosophie
103 Folgen
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Folge vom 23.11.2024Kants Philosophie - Was ist Dialektik?
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Folge vom 16.11.2024Kants Philosophie - Was ist Vernunft?Das höchste der drei menschlichen Denkungsvermögen ist für Kant die Vernunft. Mit ihrem Bedürfnis nach vollständiger Einheit und Abschluss im Denken ist sie, was den Menschen auszeichnet und sich über den Alltag zum wissenschaftlichen Nachdenken über die Welt erheben lässt. Mit ihren Ideen ist sie es auch, die uns ganz über die Sinnenwelt erhebt und zum Übersinnlichen streben lässt. Inwiefern dieses Bestreben erfüllt werden kann und die Ideen der Vernunft Realität haben, ist eben die zentrale Frage, die Kants Kritik der reinen Vernunft untersucht. Zitat: 0:08 Die meisten wissen nicht, was Vernunft ist: 0:27 Die Vernunft ist ein höherer Verstand: 5:54 Formal ist die Vernunft das Vermögen der Schlüsse: 9:24 Die Vernunft ist das Vermögen der Prinzipien und damit der Rechtfertigung: 23:46 Unsere Welt ist jetzt noch ganz unvernünftig eingerichtet: 40:40 Die Vernunft fragt nach dem Grund der Dinge: 55:22 Die Vernunft bildet sich im Leben zuletzt aus: 1:02:56 Die Vernunft unterscheidet den Menschen am deutlichsten vom Tier: 1:06:43 Die Anlage zur Vernunft zeigt sich schon in kleinen Kindern, wird aber meist unterdrückt, statt entwickelt: 1:10:04 Die Vernünftigkeit eines Menschen zeigt sich am Grad seiner Konsequenz: 1:23:55 Die Vernunft ist das Vermögen der Ideen: 1:31:43 Ideale: 1:50:18 Chimären: 1:56:37 Kants Problem: Ohne Anschauung von ihnen ist die Realität unserer Ideen nicht beweisbar: 2:13:16 Dank: 2:26:54 Das Denkungsvermögen nach Kant: https://jonathanivoloewer.de/wp-content/uploads/2024/09/Denkungsvermoegen-nach-Kant.jpg Eine wichtige kleine Korrektur: Im Vortrag sage ich, dass der Verstand nach Kant verstehe, die Vernunft aber begreife. Tatsächlich gebraucht Kant nicht das Wort begreifen, sondern einsehen: Der Verstand versteht (was etwas ist), die Vernunft sieht (aus Gründen) ein. (Begreifen geschieht für Kant auch durch die Vernunft, aber zum Begreifen wird das Einsehen erst, wenn es die Sache zu jeder Absicht hinreichend einsieht.) Über die Vernunft als Erkenntnisvermögen spricht Kant im entsprechenden Abschnitt der transzendentalen Dialektik in der Kritik der reinen Vernunft: https://korpora.org/kant/aa03/237.html Daneben finden sich viele wichtige Bemerkungen und Vergleiche mit den beiden anderen Denkungsvermögen in Kants handschriftlichem Nachlass zur Metaphysik: https://korpora.org/kant/aa17/ | https://korpora.org/kant/aa18/ und zur Anthropologie: https://korpora.org/kant/aa15/ Wer mein aufklärerisches Schaffen unterstützen will, kann dies tun über: https://ko-fi.com/jonathanivoloewer https://www.patreon.com/jonathanivoloewer https://www.paypal.com/donate/?hosted_button_id=VDDT7T7XHR77U Thumbnail: www.hotpot.ai
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Folge vom 09.11.2024Kants Philosophie - Die Grenzen der Erkenntnis: Der Schematismus und die Grundsätze des VerstandesDie eigentliche Philosophie macht für Kant die Metaphysik aus und diese wiederum dreht sich nach ihm vor allem um die drei Vernunftideen von Gott, Freiheit und Unsterblichkeit der Seele. Wenn irgendeine rkenntnis von diesen drei Objekten möglich wäre, so könnte es nur durch synthetische Urteile a priori geschehen, also Urteile, die nicht aus der Erfahrung hervorgehen, die aber zugleich unsere Erkenntnis erweitern. Daher war die Fragestellung der Kritik der reinen Vernunft: Wie sind solche synthetischen Urteile a priori möglich? Und das Resultat seiner Untersuchung des Erkenntnisvermögens präsentiert Kant in den zum Teil dunklen und oft vernachlässigten Abschnitten vom Schematismus und den Grundsätzen des Verstandes: Wir haben zwölf Kategorien unseres Denkens, reine Verstandesbegriffe, durch die wir tatsächlich synthetische Urteile a priori fällen können - aber sie sind für uns leere Begriffe, solange wir sie nicht vermittelst eines zeitlichen Schemas auf die Sinnlichkeit beziehen, und daher erlauben uns die aus ihnen hervorgehenden synthetischen Urteile a priori, die Grundsätze des Verstandes, zwar Vorhersagen über die Beschaffenheit der Sinnenwelt und all unserer Anschauungen, Wahrnehmungen und Erfahrungen in derselben, aber sie erlauben uns nicht, auch nur einen einzigen Schritt über dieselbe hinaus in die übersinnliche Welt zu tun. Zitat: 0:08 Begriff und Anschauung lassen sich nicht ohne weiteres verknüpfen: 1:14 Die Schemata der Einbildungskraft: 6:36 Die transzendentalen Schemata: 13:58 Erklärung der einzelnen Schemata: 19:21 Die Kategorien sind leer ohne die Schemata: 42:06 Der Schematismus schränkt die Kategorien auf die Sinnlichkeit ein: 59:07 Die Grundsätze des Verstandes: 1:09:00 I) Die mathematischen Verbindungen: 1:11:57 - 1) Axiom der Anschauung: 1:13:53 - 2) Antizipation der Wahrnehmung: 1:24:21 - Das Gemeinsame der mathematischen Grundsätze: 1:30:18 II) Die dynamischen Grundsätze: 1:45:00 - 3) Analogien der Erfahrung: 1:50:19 - 4) Postulate des empirischen Denkens überhaupt: 2:13:48 Das Ergebnis der Kritik der reinen Vernunft: 2:28:28 Dank: 2:31:21 Die Kategorientafel nach Kant: https://jonathanivoloewer.de/wp-content/uploads/2024/10/Kategorientafel-nach-Kant.jpg So schwierig gerade die Passage über den Schematismus ist, so kommt man bei diesem Thema nicht darum herum, die Analytik der Grundsätze in der Kritik der reinen Vernunft selbst zu lesen, denn in anderen Werken Kants werden die Schemata und die Verstandesgrundsätze kaum behandelt: http://korpora.org/kant/aa03/130.html Wer mein aufklärerisches Schaffen unterstützen will, kann dies tun über: https://ko-fi.com/jonathanivoloewer https://www.patreon.com/jonathanivoloewer https://www.paypal.com/donate/?hosted_button_id=VDDT7T7XHR77U Thumbnail: www.hotpot.ai
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Folge vom 02.11.2024Kants Philosophie - Was ist Urteilskraft?Die Urteilskraft ist das zweite der drei von Kant untersuchten Denkungsvermögen. Sie hat eine zentrale Funktion, weil sie den Verstand und die Vernunft, das Denken und die Sinnlichkeit, das Allgemeine und das Besondere miteinander verbindet. Auch ist es gerade das eigene Urteil, für das keine Regel gegeben werden kann, weil es dann nicht mehr eigenes Urteil wäre und weil dann wieder über die Anwendung dieser Regel geurteilt werden müsste, wovor die Unaufgeklärten beständig davonzulaufen suchen. Zitat: 0:08 Der Verstand: 00:53 Die Urteilskraft ist ein angewandter Verstand:: 3:37 Aller Irrtum entspringt aus falschen Urteilen: 14:14 Die Urteilskraft kann sich nur im Laufe des Lebens entwickeln: 21:14 Mangel an Urteilskraft ist Dummheit: 25:04 Urteilskraft ist nicht erlernbar: 27:49 Menschen ohne Urteilskraft neigen zur Pedanterie: 31:10 Urteilskraft kann nicht gelehrt, aber geübt werden: 38:17 Aus Angst vor dem eigenen Urteilen begeben die Unaufgeklärten sich unter Vormundschaft: 48:32 Bestimmende und reflektierende Urteilskraft: 1:11:39 Die Kritik der Urteilskraft befasst sich mit der reflektiven Urteilskraft: 1:17:48 Zweckmäßigkeit ist der einzige Begriff, der a priori aus der Urteilskraft entspringt: 1:21:14 Exkurs: Unzweckmäßigkeit als Grundlage des Horror: 1:34:15 Die Technik der Natur als notwendiger Reflexionsbegriff: 1:41:09 Exkurs: Die Quantenphysik als Physik von der Natur, wo ihre Technik endet?: 1:55:57 Ästhetische und teleologische Urteilskraft: 1:59:08 Ausblick: 2:00:18 Dank: 2:01:55 Ich bitte den Nachlass der Tonqualität in der zweiten Hälfte zu entschuldigen. Das Denkungsvermögen nach Kant: https://jonathanivoloewer.de/wp-content/uploads/2024/09/Denkungsvermoegen-nach-Kant.jpg Über die Urteilskraft und ihre Bedeutung für den Menschen verbreitet Kant sich in seiner Anthropologie in pragmatischer Hinsicht: https://www.korpora.org/kant/aa07/196.html und auch seinen Vorlesungen zur Anthropologie: https://archive.org/details/kantsgesammeltes0000kant_a3n3 | https://archive.org/details/kantsgesammeltes0000kant_j8c0. Wer insbesondere an der reflektierenden Urteilskraft und ihrem Begriff der Zweckmäßigkeit bzw. einer Technik der Natur interessiert ist, sollte die Einleitung in die Kritik der Urteilskraft: https://www.korpora.org/kant/aa05/171.html, mehr noch aber die Erste Einleitung in die Kritik der Urteilskraft: https://www.korpora.org/kant/aa20/193.html lesen, die hierin noch klarer und ausführlicher ist. Wer mein aufklärerisches Schaffen unterstützen will, kann dies tun über: https://ko-fi.com/jonathanivoloewer https://www.patreon.com/jonathanivoloewer https://www.paypal.com/donate/?hosted_button_id=VDDT7T7XHR77U Thumbnail: www.hotpot.ai