Eine wichtige Einsicht Kants ist, dass wir Erfahrung nicht haben, sondern machen. Sie ist empirische Erkenntnis. Als solche fußt sie zwar auf der Sinnlichkeit, ist aber nicht nur sinnlich. Eine bloße sinnliche Wahrnehmung wäre blind; wir wüssten nicht, was es ist, das wir wahrnehmen. Erst dadurch kommt Erfahrung zustande, dass der Verstand mehrere Wahrnehmungen verknüpft und synthetische Einheit in sie bringt. Dieser Akt des Verstehens oder der Intellektion ist der dritte der synthetisierenden Verstandesakte nach der Apperzeption und Apprehension.
Zitat: 0:08
Apperzeption, Apprehension und Intellektion: 1:06
Erkenntnis ist eine objektive Vorstellung: 5:00
Erfahrung hat man nicht, sondern macht man: 11:52
Der heutige passive Erfahrungsbegriff und seine Folgen: 25:31
- Der Unsinn, Ausgewachsene hätten mehr Lebenserfahrung als Kinder und Jugendliche: 26:37
- Vorgebliche Erfahrung als Grund, seine Meinung nicht auf Grund von Fakten ändern zu müssen: 32:40
- Die Befindlichkeitsmoral der woken Linken: 35:04
- Die Berufung auf angebliche eigene Erfahrung als Immunisierungsstrategie: 44:46
- Berufung auf Erfahrung als Verantwortungsflucht: 51:55
Erfahrung ist ein System von Wahrnehmungen: 58:07
Dank: 59:03
Kants Erfahrungsbegriff bildet ein zentrales Thema seiner Kritik der reinen Vernunft, besonders der transzendentalen Analytik: http://korpora.org/kant/aa04/056.html
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Kultur & Gesellschaft
Kants Philosophie Folgen
Vor 300 Jahren wurde Immanuel Kant geboren - und in einer umfassenden Reihe von Vorträgen möchte ich mich seiner gesamten Philosophie widmen. Ich habe das vergangene Jahr damit verbracht, die 29 Bände der Kant-Gesamtausgabe zu studieren und täglich wenigstens 100 Seiten Kant zu lesen, um nun hier die wohl umfassendste und gründlichste Darstellung seiner Philosophie zu geben, die bisher versucht wurde, um ihren inneren systematischen Zusammenhang aufzuzeigen und um vor allem Kants Beitrag zur Aufklärung der Menschheit herauszuarbeiten.
Folgen von Kants Philosophie
110 Folgen
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Folge vom 21.09.2024Kants Philosophie - Was ist Erfahrung?
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Folge vom 14.09.2024Kants Philosophie - Apprehension: Die Rolle der Einbildungskraft in der ErfahrungDamit unsere mannigfaltigen Sinneseindrücke eine gemeinsame Wahrnehmung ausmachen können, müssen sie nach Kant erst mittels der Einbildungskraft aufgefasst bzw. apprehendiert werden. Dieses ist zwar ein empirischer Vorgang, aber einer, bei dem die Einbildungskraft doch unter Leitung des Verstandes steht, welcher somit synthetische Einheit in die Vorstellung des wahrgenommenen Objekts bringt. Zitat: 0:08 Wiederholung: Apperzeption: 0:28 Die Rolle der Einbildungskraft in der Wahrnehmung: 2:15 Beispiele für die Mitwirkung der Einbildungskraft an der Wahrnehmung: 10:20 Exkurs: Die meisten Menschen können nicht lesen: 18:12 Die Einbildungskraft wirkt nicht nur am Lesen oder Deuten von Zeichen mit: 29:04 Die Apprehension: 41:52 Die Reproduktion vergangener Wahrnehmungen durch die Einbildungskraft: 46:39 Der Zusammenhang von Apprehension und Apperzeption: 50:55 Dank: 57:56 Über die Apprehension schreibt Kant nur sehr wenig und auch sehr dunkel. Wer es nachlesen will, halte sich an die transzendentale Deduktion der reinen Verstandesbegriffe in der Kritik der reinen Vernunft. Da Kant diese Passage zwischen der ersten und zweiten Auflage beträchtlich geändert hat und sie übrigens kurz ist, empfehle ich zum besseren Verständnis beide Versionen zu lesen: http://korpora.org/kant/aa03/107.html | http://korpora.org/kant/aa04/074.html Wer mein aufklärerisches Schaffen unterstützen will, kann dies tun über: https://ko-fi.com/jonathanivoloewer https://www.patreon.com/jonathanivoloewer https://www.paypal.com/donate/?hosted_button_id=VDDT7T7XHR77U Thumbnail: www.hotpot.ai
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Folge vom 07.09.2024Kants Philosophie - Die Apperzeption: Das Selbstbewusstsein als Akt des DenkensDas Denken ist nach Kant eine Tätigkeit des Verknüpfens. Alles Material unserer Vorstellungen kommt aus der Sinnlichkeit, aber es ist das Denken, welches es zusammensetzt und ihm die Form gibt. Der erste verbindende Akt des Denkens ist dabei die Apperzeption, wodurch die verschiedenen Vorstellungen in unserem Bewusstsein gedacht werden als zu einem und demselben Subjekt als eben dessen Vorstellungen gehörig. Zitat: 0:08 Alles Denken ist Verbinden: 0:55 Das Denkungsvermögen: 18:39 Der Verstand: 22:47 Das Ich ist der erste Akt des Denkens: 27:41 Der Irrtum im cartesischen „Ich denke, also bin ich“: 33:14 Das „Ich denke“ muss alle meine Vorstellungen begleiten können: 40:13 Empirische und reine Apperzeption: 46:22 Homo noumenon und phaenomenon: 1:09:30 Das Ich an sich ist nicht erkennbar: 1:22:33 Die transzendentale Einheit der ursprünglichen Apperzeption ist Bedingung der Möglichkeit der Erfahrung: 1:40:39 Dank: 1:47:32 Übersicht über das Denkungsvermögen nach Kant: https://jonathanivoloewer.de/wp-content/uploads/2024/09/Denkungsvermoegen-nach-Kant.jpg Obwohl diese Passagen zu den dunkelsten und schwierigsten bei Kant gehören, weiß ich, sowohl zur verbindenden Arbeit des Verstandes überhaupt als auch zur Apperzeption keine bessere Leseempfehlung zu geben als die transzendentale Deduktion der reinen Verstandesbegriffe in der Kritik der reinen Vernunft: http://korpora.org/kant/aa03/107.html Wer mein aufklärerisches Schaffen unterstützen will, kann dies tun über: https://ko-fi.com/jonathanivoloewer https://www.patreon.com/jonathanivoloewer https://www.paypal.com/donate/?hosted_button_id=VDDT7T7XHR77U Thumbnail: www.hotpot.ai
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Folge vom 31.08.2024Kants Philosophie - Die Sinnlichkeit und Raum und Zeit als AnschauungsformenDie Kritik der reinen Vernunft hebt mit einer Besprechung der Sinnlichkeit, unseres empfangenden Erkenntnisvermögens an. Und mit einer von Kants wichtigsten, ja einer der wichtigsten Entdeckungen der ganzen menschlichen Geistesgeschichte: Raum und Zeit existieren nicht an sich, weder als absolute Behältnisse der Dinge, noch als deren objektive Verhältnisse zueinander. Sie sind vielmehr die Formen unserer sinnlichen Anschauung. Wir können daher nicht anders, als alles, was wir empfinden, ja selbst uns einbilden, uns in Raum und Zeit vorzustellen, und insofern sind sie Bedingung der Möglichkeit aller Erfahrung und haben völlige Realität in Hinsicht aller uns erscheinenden Dinge. Die Dinge an sich aber müssen wir uns jenseits von Raum und Zeit denken, eben weil wir sie nicht anschauen und Raum und Zeit nur Formen unserer Anschauung sind. Diese Idealität von Raum und Zeit - zusammen mit der Realität der Freiheit - ist nach Kants eigener Aussage eine der beiden Türangeln, an denen seine ganze kritische Philosophie hängt. Zitat: 0:08 Die Sinnlichkeit: 0:51 Sinn: 5:01 Einbildungskraft: 8:35 Empfindung: 17:58 Exkurs: Die hanebüchene Leugnung der Anschauung in der zeitgenössischen philosophy of mind: 46:27 Das Subjektive kommt vom Objekt, das Objektive vom Subjekt: 1:15:42 Raum und Zeit als Anschauungsformen: 1:22:09 Kants teilnehmende Vermittlung zwischen Leibniz und Newton: 1:48:27 Das Wesen der Anschauungsformen Raum und Zeit: 2:03:08 Empirische und reine Anschauung: 2:09:08 Wie ist Mathematik möglich?: 2:15:00 Synthetische Urteile bedürfen immer der Anschauung: 2:22:32 Wahrnehmung ist noch nicht Erfahrung: 2:27:44 Dank: 2:30:43 Übersicht über die Sinnlichkeit nach Kant: https://jonathanivoloewer.de/wp-content/uploads/2024/08/Sinnlichkeit-nach-Kant.jpg Kants Theorie von Raum und Zeit als Anschauungsformen liest man am besten in der transzendentalen Ästhetik in der Kritik der reinen Vernunft nach: http://korpora.org/kant/aa03/049.html, die auch beinahe den klarsten Teil dieses Werkes ausmachen. Auch die Prolegomena zu einer jeden künftigen Metaphysik, die als Wissenschaft wird auftreten können: http://korpora.org/kant/aa04/253.html, sowie auch die späteren Metaphysik-Vorlesungen geben hierüber Aufschluss: https://archive.org/details/kantsgesammeltes0028kant/mode/2up | https://archive.org/details/kantsgesammeltes0028kant_d7g2/mode/2up Die ausführlichste Beschreibung der Sinnlichkeit, ihrer Teile und Funktionen stellt Kant allerdings im Rahmen seiner anthropologischen Überlegungen an, so in seiner Anthropologie in pragmatischer Hinsicht: http://korpora.org/kant/aa07/140.html oder in seinen Anthropologie-Vorlesungen: https://archive.org/details/kantsgesammeltes0000kant_a3n3 | https://archive.org/details/kantsgesammeltes0000kant_j8c0 Wer mein aufklärerisches Schaffen unterstützen will, kann dies tun über: https://ko-fi.com/jonathanivoloewer https://www.patreon.com/jonathanivoloewer https://www.paypal.com/donate/?hosted_button_id=VDDT7T7XHR77U Thumbnail: www.hotpot.ai