Am 31. Oktober, am Reformationstag, erinnern Protestantinnen und Protestanten in aller Welt an den Beginn der Reformation durch die Veröffentlichung der 95 Thesen von Martin Luther. Mit der Kritik an der Kirche seiner Zeit stieß Martin Luther Veränderungen an, die später zum Entstehen der evangelischen Kirche führten. Der Reformationstag ist kein bundesweiter Feiertag, aber u.a. in den evangelischen Kirchen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen wird mit Gottesdiensten der Ereignisse am 31. Oktober 1517 gedacht. Seit März 2025 ist Karsten Wolkenhauer der Kirchenpräsident der Landeskirche Anhalt. Mit ca. 24.000 Mitgliedern in fünf Kirchenkreisen steht er der kleinsten evangelischen Landeskirche vor. Karsten Wolkenhauer sieht das als Chance und, daß eine kleine Kirche sehr gute Zukunftsmöglichkeit hat. Man sei so sehr nah am Menschen. Das ist ihm wichtig. So war Karsten Wolkenhauer u.a. auch in der Reihe „Dessauer Theaterpredigten“ zu erleben. Nachdem die Oper am Anhaltischen Landestheater Mozarts „Cosi fan tutte“ zur Premiere brachte hielt er am 12.10. in der Kirche St. Johannis in Dessau die Theaterpredigt „Cosi fan Tinder“. 1966 wurde Karsten Wolkenhauer geboren und wuchs in Herzberg am Harz auf. Er studierte ab März 1989 Theologie an der Kirchlichen Hochschule Berlin und später an der Universität Heidelberg. Anschließend war er zehn Jahre als Unternehmens- und Personalberater tätig. Danach arbeitete Karsten Wolkenhauer in Berlin-Niederschönhausen als Gemeindetheologe und übernahm ohne Ordination eine halbe Pfarrstelle. Von 2013 bis 2015 wirkte er im Kirchenamt der EKD in Hannover, war Referent der Präses und des Präsidiums der Synode der EKD. Nach seinem Vikariat in Stralsund und Prohn, der Aufnahme 2016 in die Societas Homiletica und Ordination 2018 im Dom zu Greifswald, war Karsten Wolkenhauer von 2018 bis 2020 Pastor im Entsendungsdienst im pommerschen Kirchenkreis, in Demmin. Dort initiierte er u.a. das Projekt „Domminer Trauertuch“. Im Zusammenhang mit dem Einmarsch der Roten Armee 1945 in Demmin nahmen sich sehr viele Menschen das Leben. Die Zahlen schwanken zwischen „viele Hundert“ bis hin zu „weit über tausend“. Im 75. Jahr des Gedenkens an die Toten des Kriegsendes in Demmin wurden ca. 1.000 Kreuze zu einem einzigen großen Patchwork-Tuch zusammengenäht. An diesem Trauertuch arbeiteten und nähten viele Menschen im In- und Ausland mit. 2022 erfolgte die Aufnahme von Karten Wolkenhauer in die Societas Liturgica. 2021 bis 2022 war er Pastor im Entsendungsdienst in der Kirchgemeinde Timmendorfer Strand, 2021 bis 2024 Pastor für Vertretungsdienste in der Propstei Lauenburg und im Kirchkreis Berlin Nord-Ost und 2024 Pfarrer der Kirchengemeinde Nikolassee- Karsten Wolkenhauer engagiert sich zudem unter anderem in der Nagelkreuzgemeinschaft, im Johanniterorden und den Internationalen Fachgesellschaften für Predigtlehre und Liturgie.Moderation: Ellen SchwedaRedaktion: Angelika Zapf
Kultur & GesellschaftTalk
MDR KULTUR trifft: Menschen von hier Folgen
Jede Woche stellen wir einen interessanten Menschen vor, der sich dem kulturellen Leben in Sachsen, Sachsen-Anhalt oder Thüringen besonders verpflichtet hat. Unsere Gäste geben Einblicke in ihr privates Leben und stellen ihre Arbeit vor.
Folgen von MDR KULTUR trifft: Menschen von hier
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Folge vom 25.10.2025MDR KULTUR trifft Karsten Wolkenhauer
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Folge vom 18.10.2025MDR KULTUR trifft Sven JohneDer in Berlin lebende bildende Künstler Sven Johne arbeitet mit den Medien Foto, Text, Film. In den letzten Jahren beeindruckte er mit Ausstellungen wie „Heilpflanzen im Todesstreifen“, derzeit auch im Goethe-Institut in Sofia in Bulgarien zu sehen, „Lieber Wladimir Putin“ im Albertinum Dresden oder „Das sowjetische Hauptquartier“ im Kunstmuseum Magdeburg. Derzeit ist Sven Johne im Kunstmuseum Wolfsburg bis 11.01.2026 in der Schau „Utopia. Recht auf Hoffnung“ vertreten. In Berlin werden vom 01.11. bis 09.01.2026 in der Galerie KLEMM`S seine jüngsten Arbeiten in einer Einzelausstellung gezeigt. Sven Johne kann sich keinen schöneren Beruf als den Seinen vorstellen. Neugier treibt ihn an, Mißstände in Politik und Gesellschaft, Fragen zu dem was zwischen Schwarz und Weiß liegt. Er selbst beschreibt sich als einen Menschen des ungemütlichen Zwischenbereichs, den der Grautöne. Eine weitere Arbeit von Sven Johne „Following the Circus“ befindet sich in der Sammlung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und wird noch bis zum 31.10. in der Pinakothek der Moderne in München gezeigt. 2011 war Sven Johne dafür und für eine Saison dem Zirkus Probst gefolgt auf seiner Tour durch die ostdeutsche Provinz. Jedoch kam er immer zu spät, das Zelt war abgebaut, ernüchtert lagen die Orte vor ihm und die Karawane war weitergezogen, das Spektakel an einem anderen Ort. Filmkunstarbeiten „Vom Verschwinden“ oder „Das Haus“, den er in Hettstedt drehte, befinden sich ebenfalls in den Staatlichen Kunstsammlung Dresden. 1976 wurde Sven Johne in Bergen auf der Insel Rügen geboren, wuchs dort und später im Mannfelder Land auf. Nach einem Studium der Germanistik und Sprache, Publizistik und Onomastik von 1996 bis 1998 an der Universität Leipzig, studierte er von 1998 bis 2004 bildende Kunst bei Timm Rautert an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig, schloß mit dem Diplom ab und wurde Meisterschüler bei Timm Rautert. 2008 absolvierte Sven Johne in New York ein „Internationales Studio and Curatorial Program“, nahm 2010 eine Gastprofessur an der HGB Leipzig an und erhielt 2016 von der Akademie der Künste den Kunstpreis Berlin verliehen.Moderation: Thomas BilleRedaktion: Angelika Zapf
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Folge vom 11.10.2025MDR KULTUR trifft Christian HainChristian Hain leitet seit über einem Jahr das 1896 errichtete und damit älteste Literaturarchiv in Deutschland, das Goethe- und Schillerarchiv der Klassik-Stiftung Weimar. Zwei Jahre zuvor hatte der promovierte Historiker diese Tätigkeit bereits kommissarisch übernommen und brachte die digitale Transformation, sowie eine inhaltliche Ausweitung des wissenschaftlichen Editionsprojekts „Propyläen - Goethes Biografica“ mit profunder Kenntnis und Kompetenz voran. Seit 2011 bereits ist Christian Hain Mitarbeiter im Goethe- und Schiller-Archiv. Neben Schriften zu Goethe und Schiller habe man über 150 Bestände. Künftig möchte Christian Hain so auch Dokumente von dem Komponisten und Klaviervirtuosen Franz Liszt ins digitale Archiv überführen. In diesem Jahr nun wird Goethes Ankunft in Weimar vor 250 Jahren mit einem Jubiläumsjahr in der Klassikerstadt gefeiert. Vom 30.04 bis Ende des Jahres lud und lädt das „Experiment Faust“ zu zahlreichen Veranstaltungen ins Goethe- und Schiller-Archiv in Weimar. So kann man dort u.a. die Sonderausstellung „Aus Goethes Schreibwerkstatt“ besuchen. Sie zeigt selten öffentlich ausgestellte Manuskripte zu Goethes „Faust“ und führt die Werkentstehung und Arbeit des Dichters vor Augen, in Form von Handschriften, Vorarbeiten, Entwürfen, Konzepten und Reinschriften zu Goethes Lebenswerk. Das Goethe- und Schiller-Archiv in Weimar verfügt mit Goethes handschriftlichem Nachlaß über die weltweit umfangreichste Sammlung von Manuskripten zu „Faust I“ und „Faust II“. Seit 2001 ist sie Teil des UNESCO-Weltdokumentenerbes. In Eisenhüttenstadt wurde Christian Hain 1982 geboren, in Guben wuchs er auf. An der Friedrich-Schiller-Universität Jena studierte Christian Hain von 2002 bis 2007 Geschichte, Germanistik und Erziehungswissenschaften und absolvierte das erste Staatsexamen für Lehramt an Gymnasien. Von 2007 bis 2020 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter im Teilprojekt „Geschlechterbeziehungen und Aufklärung“ des Sonderforschungsbereiches „Ereignis Weimar-Jena. Kultur um 1800“. 2013 erfolgte die Promotion. Im Goethe- und Schiller-Archiv arbeitete Christian Hain von 2011 bis 2014 mit an- und von 2014 bis 2021 als wissenschaftlicher Mitarbeiter der Gesamtausgabe der Briefe an Goethe in Regestform. Von 2022 bis 2024 war er Stellvertretender Direktor des Goethe- und Schiller-Archivs. Abteilungsleiter Digitale Editionen und Teilprojektleiter der Gesamtausgabe der Briefe an Goethe in Regestform. 15.10. 2025 Wiederholung, 20.03 bis 21.00 Uhr Moderation: Julia Hemmerling Redaktion: Angelika Zapf
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Folge vom 04.10.2025MDR KULTUR trifft Aron BoksAron Boks, 1997 in Wernigerode geboren und in Berlin lebend, ist Slam Poet, Autor, Journalist, und Moderator. 2019 erhielt er den Klopstock-Förderpreis für Neue Literatur und 2019 auch erschien sein autobiografisches Buch "Luft nach unten" im Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag. Seit 2021 schreibt Aron Boks vor allem für die taz und die taz.FUTURZWEI-Kolumne "Stimme meiner Generation". 2023 legte er sein Buch "Nackt in die DDR. Willi Sitte und was die ganze Geschichte mit mir zu tun hat." vor. Er begibt sich darin auf Spurensuche seines Urgroßonkels, dem Künstler und Funktionär Willi Sitte. Die Recherchen, die Arbeit an diesem Buch und seine Rezeption regten Aron Boks an, sich weiterhin mit der deutsch-deutschen Geschichte und ihrer Bedeutung für die Gegenwart auseinanderzusetzen. So moderiert er auch Literatur- und Gesprächsveranstaltungen mit Nachwendekindern aus Ost- und Westdeutschland, initiierte mit dem PEN Berlin und Deniz Yücel unter dem Titel "Das wird man ja wohl noch sagen dürfen" im vergangenen Jahr 37 Veranstaltungen, von Annaberg bis Perleberg, von Ilmenau bis Zwickau. Eine Reihe, die Ende des Jahres 2025 in Erfurt fortgesetzt werden soll. Zunächst aber, kurz vor dem 35sten Jahrestag der Deutschen Einheit, erschien Aron Boks neues Buch "Starkstromzeit. Vom Leben in einem Staat, den es nicht mehr gibt", beim Verlag HarperCollins. Aron Boks geht hier der Geschichte seines Großvaters und Lampen-Designers Rolf Bültemann nach, der die Tizio-Lampe für die DDR "nachbauen" wollte. Doch dann kam die politische Wende. Das Buch beginnt in New York City, 45 Green Street, im April 2025 in einem hellen Designerlampengeschäft in SoHo, einer der angesagtesten Gegenden Manhattans und einer Verkäuferin, die keine gebückte grauhaarige Frau ist, die unter einem Berg alter Uhren und vergilbter Bücher hervorlugt, sondern eine Mittvierzigerin mit orangebraunem Pagenschnitt und eng anliegendem Kleid, die zur Begrüßung professionell lächelt. "Ich sehe aber kaum zu ihr hin, sondern zu der schwarzen Lampe, die auf einem beleuchteten weißen Podest steht. "Das ist sie", rufe ich aufgeregt und deute mit ausgestrecktem Zeigefinger darauf." Aron Boks, 1997 in Wernigerode geboren, begann mit 18 Jahren mit selbst geschriebenen Texten aufzutreten. 2016 wurde er Magdeburger Stadtmeister des Poetry Slams, sowie U20 Landesmeister des Poetry Slams Sachsen-Anhalt und steht seither mit seinen Texten oder als Moderator auf zahlreichen Bühnen im gesamten deutschsprachigen Raum. 2016 begann Aron Boks an der FU Berlin ein Studium der Germanistik und Geschichtswissenschaft, sowie später der Publizistik. Im Februar 2017 erschien seine erste Textsammlung "Mittwochskind" beim Unsichtbar Verlag. Zusammen mit dem Musiker Jonathan Schmitz ist er Begründer der Band "Das zappelnde Tanzorchester". Aron Boks ist Gründungsmitglied des PEN Berlin. Moderation: Julia Hemmerling Redaktion: Angelika Zapf