Jörn Marcussen-Wulff gehört zu den umtriebigsten Akteuren der Hannoverschen Jazzszene. Eine Szene, die in den letzten 15 Jahren stark gewachsen und erfrischend lebendig geworden ist. Der Posaunist ist Mitbegründer und Leiter der Bigband „Fette Hupe“ und war viele Jahre aktives Mitglied der Jazz Musiker:innen Initiative Hannover. 1981 im Schleswig-Holsteinischen Laboe geboren und auf einem Bauernhof aufgewachsen, ist Jörn Marcussen-Wulff allerdings ein Kind der Küste geblieben. „Ich liebe das da oben“, schwärmt er. Aktuell lehrt Jörn Marcussen-Wulff als Dozent für Komposition, Arrangement, Jazz-Theorie und Bigband an der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar. Außerdem ist er künstlerischer Leiter des Landesjugendjazzorchesters Hamburg. Seit diesem Jahr leitet er zudem das Bujazzo, das Bundesjazzorchester, als Doppelspitze mit Theresia Philipp. Im Gespräch mit Andrea Schwyzer spricht Jörn Marcussen-Wulff über seine neue Aufgabe, die damit verbundenen Visionen und seine Leidenschaft für Jazz und Bigband-Musik.
Kultur & GesellschaftTalk
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Bei "Das Gespräch" kommen Menschen zu Wort, die Stellung beziehen und Positionen vertreten: kulturell oder gesellschaftlich, kenntnisreich, vielfältig und nicht selten provokant. Mal sind sie prominent und in aller Munde, mal ausgewiesene Experten auf ihrem Gebiet. Gemein ist ihnen allen, dass sie Inspirierendes zu sagen haben zu den Themen unserer Zeit - und oft auch sehr Persönliches. Wir stellen drängende Fragen und rollen nicht einfach den roten Teppich aus.
Folgen von NDR Kultur - Das Gespräch
73 Folgen
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Folge vom 18.01.2026Jörn Marcussen-Wulff - der "Bigband-Nerd" von der Küste
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Folge vom 11.01.2026"Nahaufnahmen einer Frau" - Gespräch mit Bodo KirchhoffEr wäre nie auf die Idee gekommen, sagt Bodo Kirchhoff, als Ich-Erzähler von einer Frau zu schreiben. „Niemals! Sondern es ist immer natürlich ein Mann, der erzählt, wie er sich das denkt und vorstellt.“ Dafür greift Bodo Kirchhoff zu einem erzählerischen Kniff. Er lässt ihren Mann Vigo die Geschichte seiner Frau Tess erzählen, die sich nach langjähriger Ehe von ihm trennt. So entstehen die „Nahaufnahmen einer Frau, die sich entfernt“. Aus Tess‘ Sicht, sehr weiblich und äußerst intim, wird so erzählt, wie die 68-jährige Psychotherapeutin aus Frankfurt ihrem etwas älteren Mann Vigo, früher Leiter der „Denkfabrik für gesellschaftliche Wege zur Abrüstung und Ächtung von Gewalt“, heimlich nach Indien folgt. Angeblich recherchiert er dort für ein Buchprojekt, für sie aber ist er „desertiert aus dem gemeinsamen Leben“. In Mumbai reflektiert sie ihr bisheriges Leben, sowohl ihre ewigen Verstrickungen ins Denken, als auch ihre jahrelange, heimliche Beziehung mit ihrem Mentor, einem Linguistik-Professor. Und sie beginnt eine Affäre. Aber was ist überhaupt eine Affäre? Wo beginnt die Liebe? Und wie endet sie? In typischer Kirchhoff-Brillanz schreibt der mittlerweile 77-Jährige über Liebe und Sexualität – als Mann über eine Frau. Im Gespräch mit NDR Kultur fragt Jürgen Deppe, ob „Nahaufnahmen“ deshalb ein Männerbuch sei und ob er Kritik von Frauen an seinem Buch fürchte. Kirchhoff wehrt ab: „Das ist ein von einem Mann geschriebenes Buch, von dem ich mir zwar wünschen würde, dass es Männer lesen, von dem ich aber glaube, dass weit mehr Frauen es verstehen.“
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Folge vom 04.01.2026Wofür es sich zu denken lohnt - Gespräch mit Ina SchmidtWir leben in krisenhaften Zeiten. Das vergangene Jahr hat es einmal mehr gezeigt. Das angebrochene verspricht kaum weniger schwierig zu werden. Sich im Dickicht der Krisen zurecht zu finden, ist gar nicht so einfach. Sicher Geglaubtes zerbröselt, einfache Lösungen werden als Auswege präsentiert. Das verunsichert und verängstigt. Vor 20 Jahren hat die Philosophin Ina Schmidt, die 1973 in Flensburg geboren wurde und an der Leuphana in Lüneburg studiert hat, in Hamburg die „denkräume“ gegründet, eine Initiative für philosophische Praxis. Bei Rowohlt ist vor einigen Monaten ihr Buch „Warum denken wirklich hilft“ erschienen. Verena Gonsch hat mit ihr über ihren Appell zum konstruktiven Denken gesprochen.
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Folge vom 28.12.2025Maren Amini: „Die immaterielle Kultur Afghanistans lebt“Die Idee zu ihrem Tochter-Vater-Projekt hatte Maren Amini schon während ihres Studiums zur Illustratorin an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg. Doch bis zum ersten Zeichenstrich für „Ahmadjan und der Wiedehopf“ vergingen Jahre. Mittlerweile wurde die Künstlerin für ihr Comic-Debüt mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis 2025 in der Kategorie „Neue Talente - Illustration“ ausgezeichnet. Amini erzählt darin die bewegende Geschichte ihres Vaters, der 1953 in Afghanistan geboren wurde, sich von den Hippies in Kabul hat inspirieren lassen und bis nach Hamburg reiste. Er war u.a. Hafenarbeiter, Seemann, Fremdenführer, Maler für einen afghanischen Militärmann, hat Hippie-Busse bemalt, sich mit afghanischen Widerstandskämpfern getroffen und verstand sich immer auch als Künstler. Mit dem Comic wollten Maren Amini und ihr Vater nach der erneuten Machtübernahme der Taliban 2021 einen Kontrapunkt setzen – sich positiv mit Afghanistan auseinandersetzen. Zudem war es für die Illustratorin auch persönlich wichtig, sich endlich mit ihren Wurzeln zu beschäftigen, sagt sie im Gespräch auf NDR Kultur. Als Jugendliche und junge Erwachsene wollte sie von Afghanistan nämlich nichts wissen. In ihrer Wahrnehmung war das ein Land, in dem einfach nur Krieg herrschte und alles immer traurig war.