In rechten Kreisen herrsche die Überzeugung vor, dass Kultur den Schlüssel zur Eroberung der Köpfe liefere. Das sagt der frühere Leiter der Goethe Institute in Kopenhagen, Warschau und New York im Gespräch mit NDR Kultur. In seinem gerade erschienenen Buch „Attacke von rechts“ analysiert Christoph Bartmann, wie die Rechte bei ihren Attacken auf die Kultur vorgeht – und wie sich die Linke dagegen nicht anders zu wehren weiß als mit offenen Briefen, Boykotten, Ausladungen. Im Wahlprogramm der AfD werde der Kultur eine deutlich größere Bedeutung beigemessen als in den Programmen anderer Parteien: „Das ist ja beinahe schon ein Kompliment an die Kultur.“ Dabei gehe es aber nicht um Theater, Museen oder Buchmessen, sondern letztlich um einen groß angelegten Vibe Shift in der Gesellschaft, einen Kultur- und Wertewandel im großen Stil – möglicherweise einen entscheidenden im Superwahljahr 2026.
Kultur & GesellschaftTalk
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Bei "Das Gespräch" kommen Menschen zu Wort, die Stellung beziehen und Positionen vertreten: kulturell oder gesellschaftlich, kenntnisreich, vielfältig und nicht selten provokant. Mal sind sie prominent und in aller Munde, mal ausgewiesene Experten auf ihrem Gebiet. Gemein ist ihnen allen, dass sie Inspirierendes zu sagen haben zu den Themen unserer Zeit - und oft auch sehr Persönliches. Wir stellen drängende Fragen und rollen nicht einfach den roten Teppich aus.
Folgen von NDR Kultur - Das Gespräch
80 Folgen
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Folge vom 08.02.2026Christoph Bartmann: Der rechte Kampf um die Kultur
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Folge vom 01.02.2026Julia Voss: "Die Frage, was natürlich ist, wurde zur Waffe"Wer definiert, was als Natur gilt? Biologen, Theologen, Ideologen? Wer legt fest, was Natürlichkeit ist? Pädagogen, Psychologen, Demagogen? Woher kommt die typisch deutsche Natur-Romantik, jene Verklärung und Vereinnahmung der Natur? Und wie wurde gerade der Naturbegriff immer wieder politisch instrumentalisiert – bis hin zu den Rassegesetzen des NS-Staats? Das Deutsche Historische Museum beschäftigt sich in seiner aktuellen Ausstellung mit 800 Jahren „Natur und deutsche Geschichte: Glaube, Biologie, Macht“. Julia Voss, frühere Kunstkritikerin der FAZ und heutige Professorin an der Leuphana in Lüneburg, hat die Schau im Deutschen Historischen Museum in Berlin (noch bis zum 07.06.2026) kuratiert. Im Gespräch mit Dietrich Brants zeichnet sie nach, wie wechselvoll und ambivalent unser Verhältnis über die Jahrhunderte zur Natur war und immer noch ist.
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Folge vom 25.01.2026Susanne Siegert: Wie sich unser Erinnern an den Holocaust verändern mussDie alljährlichen Gedenkfeiern am 27. Januar bezeichnet die junge TikTokerin Susanne Siegert als "Gedenktheater".
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Folge vom 18.01.2026Jörn Marcussen-Wulff - der "Bigband-Nerd" von der KüsteJörn Marcussen-Wulff gehört zu den umtriebigsten Akteuren der Hannoverschen Jazzszene. Eine Szene, die in den letzten 15 Jahren stark gewachsen und erfrischend lebendig geworden ist. Der Posaunist ist Mitbegründer und Leiter der Bigband „Fette Hupe“ und war viele Jahre aktives Mitglied der Jazz Musiker:innen Initiative Hannover.1981 im Schleswig-Holsteinischen Laboe geboren und auf einem Bauernhof aufgewachsen, ist Jörn Marcussen-Wulff allerdings ein Kind der Küste geblieben. „Ich liebe das da oben“, schwärmt er.Aktuell lehrt Jörn Marcussen-Wulff als Dozent für Komposition, Arrangement, Jazz-Theorie und Bigband an der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar. Außerdem ist er künstlerischer Leiter des Landesjugendjazzorchesters Hamburg. Seit diesem Jahr leitet er zudem das Bujazzo, das Bundesjazzorchester, als Doppelspitze mit Theresia Philipp.Im Gespräch mit Andrea Schwyzer spricht Jörn Marcussen-Wulff über seine neue Aufgabe, die damit verbundenen Visionen und seine Leidenschaft für Jazz und Bigband-Musik.