Himmler, Höß, Speer – tausende hochrangige Funktionäre des Nazi-Regimes flüchteten sich kurz vor Kriegsende vor 81 Jahren ins damals noch unbesetzte Flensburg. Viele tauchten mit Hilfe örtlicher Polizeikräfte unter oder setzten sich über die „Rattenlinie Nord“ ins Ausland ab. Acht von ihnen bildeten vom 2. bis zum 23. Mai ’45 unter der Leitung von Großadmiral Karl Dönitz in der Marineschule Mürwik eine „geschäftsführende Reichsregierung“. Die in Flensburg geborene Politikwissenschaftlerin Svenja Falk hat die heute weitgehend unbeachteten drei Wochen von Flensburg minutiös recherchiert und ist dabei auf viele Bekannte gestoßen, die sich in jenen Tagen in Flensburg aufhielten: Siegfried Unseld (später Verleger), Beate Uhse (später Erotik-Unternehmerin), Ian Fleming (später Bond-Erfinder), Wolfgang Neuss (später Kabarettist) u.v.a. Was sie dort taten und was in den letzten drei NS-Wochen in Flensburg geschah, rekonstruiert Svenja Falk in ihrem Buch „Die letzten Tage der Diktatur“ – und im Gespräch mit Jürgen Deppe.
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Bei "Das Gespräch" kommen Menschen zu Wort, die Stellung beziehen und Positionen vertreten: kulturell oder gesellschaftlich, kenntnisreich, vielfältig und nicht selten provokant. Mal sind sie prominent und in aller Munde, mal ausgewiesene Experten auf ihrem Gebiet. Gemein ist ihnen allen, dass sie Inspirierendes zu sagen haben zu den Themen unserer Zeit - und oft auch sehr Persönliches. Wir stellen drängende Fragen und rollen nicht einfach den roten Teppich aus.
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Folge vom 10.05.2026Machtzentrum Flensburg: Als Nazi-Deutschland von der Förde aus regiert wurde
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Folge vom 03.05.2026Heines Harzreise heute - mit Steffen KopetzkyEine „Deutschlanderkundung“ sei seine Wanderung durch den Harz gewesen, sagt Steffen Kopetzky im Gespräch mit Ulrich Kühn. Wie seinerzeit Heinrich Heine erkundete er von Göttingen ausgehend „auf Schusters Rappen“ genauso den Brocken wie Clausthal-Zellerfeld, Wernigerode wie Goslar, sah weitere „liebliche“ Orte, erschrak in faustischen Landschaften, stieß auf „harzköpfige“ Typen und hörte von „Animositäten“ zwischen einzelnen Harzstädten. Das seien, so Kopetzkys als Fazit seiner Harzreise, „aber im Großen und Ganzen ganz normale, menschliche Abgründe, die man halt da findet.“ Eine Deutschlanderkundung eben.
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Folge vom 26.04.2026"Achtsam geht die Welt zugrunde": Gespräch mit Kathrin FischerSeit Jahren boomen ursprünglich fernöstliche Achtsamkeitspraktiken in westlichen Industrieländern: Yoga, Meditation, Qi Gong… Ratgeber dazu füllen Regalmeter, allerorten werden kostspielige Coachings, Seminare, Vorträge angeboten, die Nachfrage ist riesig. Achtsamkeit ist ein Milliardengeschäft.Doch nun warnt die Flensburger Podcasterin Kathrin Fischer in ihrem Buch: „Achtsam geht die Welt zugrunde“! Die Fixierung auf das eigene Ich verstelle den Blick auf das globale Ganze. „Dein Verhalten soll sich ändern, aber nicht die Verhältnisse“, beklagt sie im Gespräch mit Jürgen Deppe. Es ginge um Resilienz, also das Aushalten von Herausforderungen und Stress, nicht darum, dessen Ursachen anzugehen. „Resilienz heißt im Kern Anpassungsfähigkeit. Und wenn die Achtsamkeitspraktiken mit diesem Ideal sich verbinden, dann geraten strukturelle Veränderungen aus dem Blick und werden psychologisiert und sollen dort bearbeitet werden.“ Provokante Thesen zu einem Megatrend. „Wenn es Menschen gibt, die immer reicher werden, und ganz viele, die immer ärmer werden und deren Lebensbedingungen immer schwieriger werden, dann, glaube ich, kannst du meditieren bis du schwarz wirst, dir wird es trotzdem nicht bessergehen.
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Folge vom 19.04.2026Vom Vorteil der Opferrolle: Gespräch mit Maria-Sibylla LotterDas Phänomen geht einher mit einer zunehmenden Psychologisierung der Gesellschaft. ADHS, Autismus, Depression oder Trauma sind in den täglichen Sprachgebrauch eingegangen, auch ohne dass schwerere psychiatrische Diagnosen dahinterstehen.Was das für eine Gesellschaft und für jeden Einzelnen bedeutet, damit beschäftigt sich die Philosophin Maria-Sibylla Lotter. Bei Hanser ist jetzt ihr neuestes Buch erschienen: „Opfer. Über Verwundbarkeit als Selbstbild“.Im Gespräch mit Verena Gonsch erläutert die Professorin für Ethik und Ästhetik an der Ruhr-Universität Bochum, welche Vorteile die Selbststilisierung zum Opfer heutzutage mit sich bringen kann und warum sich tatsächlich Betroffene dadurch entwertet fühlen.