Es finde ein "Raubzug von rechts" statt, konstatiert die Historikerin und Journalistin Ruth Hoffmann nach ihrer akribischen Analyse von Wahl- und Grundsatzprogrammen der AfD, ihrer gründlichen Beschäftigung mit Veröffentlichungen, Reden und Posts von Rechtsaußen. Werte wie Nation, Freiheit, Familie, Demokratie und Widerstand, beschreibt sie in ihrem neuen Buch „Raubzug von rechts“, würden massiv umgedeutet und für die eigenen Zwecke missbraucht. Häufig unter bewusster Missachtung historischer Fakten. Im Gespräch mit Jürgen Deppe beschreibt Ruth Hoffmann, wie sich AfDler als aufrechte Widerständler gegen vermeintliche Machteliten und Missstände inszenierten und dazu Vorbilder wie Sophie Scholl, Graf von Stauffenberg und Dietrich Bonhoeffer instrumentalisierten. Wie sie sich in eine Tradition mit den deutschen Demokratiebewegungen von 1848 und 1989 stellten, obwohl sie im parlamentarischen Alltag die Demokratie mit allen Kräften torpedierten. Wie sie gesellschaftliche Entwicklungen der vergangenen Jahrzehnte zurückzuschrauben und etwa Familienpolitik zur "Bevölkerungspolitik" für ein ethnisch reines Volk umzumünzen versuchten.
Kultur & GesellschaftTalk
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Bei "Das Gespräch" kommen Menschen zu Wort, die Stellung beziehen und Positionen vertreten: kulturell oder gesellschaftlich, kenntnisreich, vielfältig und nicht selten provokant. Mal sind sie prominent und in aller Munde, mal ausgewiesene Experten auf ihrem Gebiet. Gemein ist ihnen allen, dass sie Inspirierendes zu sagen haben zu den Themen unserer Zeit - und oft auch sehr Persönliches. Wir stellen drängende Fragen und rollen nicht einfach den roten Teppich aus.
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97 Folgen
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Folge vom 15.03.2026Der Raub der Werte von rechts - Gespräch mit Ruth Hoffmann
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Folge vom 08.03.2026Politik ohne Frauen - Historikerin Heike Specht im GesprächNoch in den 1970er-Jahren war Macht fest in männlicher Hand – und wer als Frau in diesen Kreisen mitmischen wollte, brauchte Nerven, Strategie und eine gute Portion Mut.Die Autorin und Historikerin Heike Specht beschäftigt sich seit Jahren mit der Frage, warum es so lange gedauert hat, bis Frauen politische Verantwortung übernehmen konnten - und was sie dafür aufgeben mussten. Nach mehreren Sachbüchern zum Thema hat sie nun ihren ersten Roman geschrieben: "Die Frau der Stunde". Darin erzählt sie von der ersten deutschen Außenministerin - einer fiktiven Figur, verortet in einer Zeit des Aufbruchs und der alten Machtspiele.Verena Gonsch spricht am Weltfrauentag mit Heike Specht darüber, wie Sexismus und männliche Dominanz die politische Kultur der 1970er-Jahre geprägt haben, welche Strategien Frauen damals entwickelt haben, um sich durchzusetzen - und warum sich manche dieser Mechanismen bis heute kaum verändert haben.
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Folge vom 01.03.2026Die KI und der Tod - ein Gespräch mit Thomas MachoVerändert KI unser Verhältnis zu Endlichkeit und Tod, wenn die digitale Identität das biologische Original überdauert? Ja, meint der Philosoph und Kulturwissenschaftler Thomas Macho. Aber jedes KI-generierte Nachleben sei zugleich eine Inszenierung Verstorbener und produziere deshalb metaphysischen Horror.Eine digitale Seele? Gibt es für ihn nicht. „Daran glaube ich keine Sekunde“. Dafür fehle der Künstlichen Intelligenz als körperloser Rechenleistung die physiologische Basis. „Mind the body“ empfiehlt Thomas Macho daher im Gespräch mit Dietrich Brants, wenn wir Potenziale der KI mit der Komplexität des Humanen vergleichen.
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Folge vom 22.02.2026Zerstörungslust: Droht der "demokratische Faschismus"?Ab März stehen in Deutschland für dieses Jahr fünf Landtags- und mehrere wichtige Kommunalwahlen an, unter anderem in Mecklenburg-Vorpommern. Beinahe überall wird mit einem starken Rechtsruck gerechnet. Zusammen mit ihrem Kollegen Oliver Nachtwey stellt die in Basel lehrende Soziologin Carolin Amlinger aufgrund fundierter, empirischer Sozialforschung fest: Trotz persönlich guter Lage neigen viele Menschen zu faschistischen Einstellungen. Es herrsche eine regelrechte "Zerstörungslust", die "Elemente eines demokratischen Faschismus" aufweise. Wie äußert sich die? Und warum ist das so? Im Gespräch mit Verena Gonsch äußert sich die 2025 zusammen mit Oliver Nachtwey mit dem "Geschwister-Scholl-Preis" ausgezeichnete Soziologin auch dazu, was gegen den Trend nach Ultrarechts getan werden kann.