Die Unaufgeklärtheit, nie bereit, hinzuschauen oder eine Sache gründlich zu durchdringen, nie sich aufs Leben einlassend, immer flüchtig, immer mit dem zufrieden, was ihr von fremder Seite hingeworfen wird, ist stets und notwendig oberflächlich. Hingegen bedeutet sich aufklären sich radikalisieren, es bedeutet an Tiefe gewinnen. Die Oberflächlichkeit der Unmündigen und die Tiefe der Aufklärung verdienen selbst eine tiefere Behandlung, weshalb diesem einleitenden Vortrag noch weitere nachfolgen, die einige Aspekte dieses Gegensatzes behandeln.
Unaufgeklärtheit ist immer oberflächlich, Aufklärung tief und radikal: 0:08
Die Oberflächlichkeit der Unaufgeklärtheit zeigt sich schon darin, wie oberflächlich Aufklärung selbst genommen wird: 3:28
Echte Aufklärung ist stets radikal: 16:48
Die Oberflächlichkeit und Inkonsequenz der Unaufgeklärten macht es schwierig, ihnen begreiflich zu machen, worum es bei der Aufklärung als Haltung geht: 20:30
Kultur & Gesellschaft
Was ist Aufklärung? Folgen
Diese Serie soll sich jener berühmten Frage widmen, die schon Kant beschäftigte: Was ist Aufklärung? Aufklärung ist, worum sich all meine Schriften und Vorträge drehen; diese Serie soll die Grundlage für ihr Verständnis bilden, insofern ich hier erkläre, was ich denn unter diesem Begriff verstehe. Diese Vorträge finden sich auch als Videos auf YouTube, für welche Plattform sie ursprünglich entstanden. Eine Übersicht über meine weiteren Vorträge, Texte von mir und mehr finden sich auf meiner Webseite: https://jonathanivoloewer.de/
Folgen von Was ist Aufklärung?
45 Folgen
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Folge vom 05.06.2021Was ist Aufklärung? - Oberflächlichkeit und Tiefe
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Folge vom 29.05.2021Was ist Aufklärung? - Folgen und Gründe fehlender AnschauungIch erklärte im vorangegangenen Video (https://www.youtube.com/watch?v=N76Cp...), dass zum Denken die Anschauung gehört und dass der Unaufgeklärte, dem es an echten Anschauungen mangelt, statt in der Wirklichkeit in seinen eigenen leeren Vorstellungen lebt. Hierdurch, das lässt sich weiter feststellen, schadet er sich oftmals selbst, hierdurch handelt er auch achtlos und unsittlich gegen andere. Dieser so schädliche Mangel an Anschauung ist mit das Ergebnis einer Erziehung, die alles tut, Kinder nie ihr Anschauungs- und Urteilsvermögen ausbilden, sie nie echte Erfahrung machen zu lassen, sondern sie möglichst früh mit leeren Begriffen und den Vorstellungen und Ideologien der Ausgewachsenen zu füttern. Der Aufgeklärte lebt in der Wirklichkeit, der Unaufgeklärte nur in leerer Vorstellung: 0:08 Leere Vorstellungen, die nicht an der Wirklichkeit überprüft werden, führen oft zu einer Selbstblockade: 2:11 Wer nur leere Vorstellungen hat, statt hinzuschauen, schadet dadurch oftmals anderen: 8:30 - Gut gemeinte Übergriffigkeit: 10:11 - Vorurteile: 18:53 Sittlichkeit braucht aufmerksames Hinschauen, wer unsittlich ist und auf dieses verzichtet, der kann auch nicht selbst denken, dessen Vorstellungen werden von Vorurteilen, Neigungen und derlei bestimmt: 27:05 Unsere Erziehung kultiviert die Anschauung der Kinder nicht, sondern hemmt und verkümmert sie oftmals aktiv: 30:48 Wer bereits zu viel vermeintliches Wissen hat, wer dem Leben nur mit den fertigen Begriffen dieser oder jener Ideologie begegnen kann, der ist zum freien Hinschauen unfähig: 38:59
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Folge vom 22.05.2021Was ist Aufklärung? - Der Aufgeklärte lebt in der Wirklichkeit, nicht in leerer VorstellungSelbstdenken – das ist leicht ausgesprochen, aber kaum je wird darauf reflektiert, was zum Denken dazugehört. Denken braucht, wie Kant nachwies, Anschauung. Diese fehlt den Unaufgeklärten, die sich selten die Mühe machen, eine Sache zu betrachten, ehe sie ihre vorschnellen Urteile formulieren. Ohne eine solche Anschauung aber hat der Mensch nur die eigene Vorstellung. Das Selbstdenken der Unaufgeklärten bleibt daher auch in der Tat beim bloßen Selbst: um dieses kreisen sie beständig, gefangen, ohne es zu merken, in ihren leeren Phantasien, die sie niemals an der Wirklichkeit überprüfen. Ihr denken bleibt ein Dünkeln. Ein jeder meint gern, selbst denken zu können, aber kaum einer fragt je, was denken ist und was dazu gehört: 0:08 Denken braucht Anschauung, wie Kant zeigte: 1:51 Kein Ich kann ohne Du sein, wie Fichte zeigte, weshalb dem, dem die Anschauung fehlt, nur seine Vorstellung bleibt: 13:03 Beispiel: Gedankenlose Kommentare im Internet: 18:49 Selbstdenken bedeutet nicht, sich irgendetwas zusammen zu phantasieren, sondern mit dem Leben in Dialog treten und Rücksprache halten: 30:44
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Folge vom 15.05.2021Was ist Aufklärung? - Es herrscht völlige Unkenntnis, was Vernunft eigentlich istPositive Aufklärung bedeutet, sich nicht nur negativ frei zu machen von Fremdleitung durch Unvernünftiges wie fremde Autoritäten, Vorurteile, Neigungen und derlei, positive Aufklärung bedeutet, sich durch Vernunft selbst zu leiten. Die meisten Menschen sind aber nicht nur Arationalisten (https://www.youtube.com/watch?v=3r_Eg...), d. h. sie glauben nicht nur nicht an Vernunft, sondern sie wissen gar nicht, was Vernunft ist. Schaut man sich an, wie sie jenes Wort gebrauchen, so erscheint Vernunft am ehesten als eine Eigenschaft, die der Mensch neben vielen anderen hat und die ganz hilfreich sein mag beim Erreichen seiner (selbst aus unvernünftigen Antrieben stammenden) Ziele, und Vernunft scheint den Menschen gerade darin zu bestehen, sich in das Unvernünftige, sich in Konventionen, in Hergebrachtes, in vermeintliche Limitierungen durch das tote Sein zu fügen. In Wahrheit ist Vernunft das gerade Gegenteil: Die Vernunft hat den Menschen, sie ist ein praktisches, Zwecke setzendes Vermögen und sie ist es, die sich das Unvernünftige unterordnet als etwas zu gestaltendes und umzuschaffendes, aber sich von ihm niemals einschränken lässt. Die Menschen wissen nicht, was Vernunft ist: 0:08 Vernunft steht nicht im Widerspruch zum Fühlen und ist auch nicht kalte Logik oder berechnende Klugheit: 4:15 Wie die Menschen zumeist das Wort Vernunft gebrauchen: 16:17 1. Es soll vernünftig sein, sich in unvernünftige Konventionen zu fügen: 17:43 2. Es soll vernünftig sein, sich an den unvernünftigen Zufall des So-ist-die-Welt-nun-einmal anzupassen: 20:29 3. Es soll vernünftig sein, böse und schäbig zu sein: 23:09 - Es gilt also immer gerade der Positivismus als vernünftig, das Hinnehmen des Gegebenen und Unvernünftigen: 28:08 Vernunft ist praktisch, sie hat den Menschen, nicht der Mensch die Vernunft: 31:30 Vernunft wird als anmaßend empfunden: 46:54 Die Schwierigkeit von Definitionen und warum eine simple Definition von Vernunft denen, die nicht wissen, was Vernunft ist, nicht weiterhelfen würde: 51:12