In seinem Roman "Wildboden" schreibt Constantin Lieb über die Lebens- und Liebesbeziehung des Malers Ernst Ludwig Kirchner mit Erna Schilling. 1936 zogen die beiden ins Wildbodenhaus in der Nähe von Davos. "Die Welt befand sich in einer nicht zu übersehenden Schieflage, und so war auch sein Zustand scheinbar hoffnungslos und wankelmütig geworden", schreibt Lieb. 1937 organisieren die Nationalsozialisten die Ausstellung: Entartete Kunst in München: "Entartet. Zur Schau gestellt und verhöhnt. Sie bespucken uns", so erlebt Kirchner das und weiter heißt es in dem Roman: "Wenn ihnen das so leicht und widerstandslos gelang, was würde noch geschehen?" Im DOMRADIO.DE Interview erzählt der Autor, warum ihn die Geschichte des außergewöhnlichen Paares in schweren Zeiten so fasziniert.
Constantin Lieb / "Wildboden" / Verlag Suhrkamp/Insel / 240 Seiten / 25 Euro
https://www.suhrkamp.de/buch/constantin-lieb-wildboden-t-9783458646273
Kultur & Gesellschaft
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DOMRADIO.DE stellt Autorinnen und Autoren vor und stellt ihnen die Gretchenfrage.
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Folge vom 02.10.2026Constantin Lieb über seinen Kirchner Roman "Wildboden" / Die Welt befindet sich in Schieflage
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Folge vom 11.09.2026Elke Heidenreich schreibt Liebesbekenntnisse zu Schriftstellern / Poesie kann ein rettendes Geländer sein"Die Gedichte von Gottfried Benn haben mich aus meinem Kinderschlaf aufgerüttelt und erwachsen gemacht. Ich habe erfahren, dass die Dichter mit ihren Worten einem ein rettendes Geländer bieten, wenn man nicht weiß, wo es weitergeht, denn Dichter können in Worte fassen, was wir alle erleben Schmerz, Kummer, Trauer, Verlust. Uns sind die Worte nicht so gegeben, das zu beschreiben aber Dichter können das - und dann fühlt man sich plötzlich verstanden und das hat mir immer geholfen, das jemand weiß, was Einsamkeit ist. Ich dachte, das wüsste nur ich, jetzt weiß das auch jemand anderes und kann es ausdrücken und das hilft, das tröstet", sagt Elke Heidenreich im DOMRADIO.DE Interview. Literatur öffnet für die Autorin und Literaturkritikerin die Welt, bildet Empathie und hilft, das Leben und seine Zusammenhänge zu begreifen. Sie vermittelt Wissen, Orientierung und geistige Entwicklung. Deshalb empfindet Heidenreich große Dankbarkeit gegenüber den Autorinnen und Autoren, die sie geprägt haben. Ihre Botschaft ist eindeutig: Man sollte nicht aufhören zu lesen, denn Literatur kann helfen, „durchzuhalten“ und die Welt mit größerer Offenheit zu sehen. https://www.hanser-literaturverlage.de/buch/elke-heidenreich-ach-eine-fanfare-9783446288348-t-6065
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Folge vom 10.09.2026Shida Bazyar schreibt in "Die Lücken" über ein Gaumusterdorf / "Wir müssen wachsam bleiben und aus der Vergangenheit lernen"Hermeskeil im Hunsrück war in der Nazi-Zeit ein Gaumusterdorf und eines der ersten Dörfer, die sich damals als "judenfrei" rühmten. Die Autorin Shida Bazyar, deren Eltern aus dem Iran fliehen mussten, ist in Hermeskeil aufgewachsen. Viele Jahrzehnte hat der Ort seine Vergangenheit verdrängt und verschwiegen. Jetzt erzählt Bazyar die Geschichte von Hermeskeil. In ihrem Roman "Die Lücken" heißt Hermeskeil Heimesbach. Der Roman stellt die großen Fragen: Wie war es möglich? Wer hat damals mitgemacht und warum? Und wie können wir verhindern, dass so etwas noch einmal passiert? Der Roman ist gerade jetzt brandaktuell – in Zeiten, in denen völkischer Nationalismus wieder populär zu werden scheint. Shida Bazyar / „Die Lücken“ / Verlag Kiepenheuer & Witsch / 500 Seiten / 25 Euro https://www.kiwi-verlag.de/buch/shida-bazyar-die-luecken-9783462005011
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Folge vom 07.09.2026Alexandra-Maria Pipos spricht über ihren Roman "Gib mir alles" / Die Heiligen als gute Geister, die uns sehen und hörenIn ihrem Roman „Gib mir alles“ läßt die Autorin Alexandra-Maria Pipos zwei Welten, zwei Kulturen aufeinandertreffen. Da ist die alte Welt, die katholische Welt, die rumänische Welt der in Rumänien geborenen Romanheldin Ioana und dann die Welt der New-Economy, der Agenturen, des Consulting-Managements. Ioana erkennt schmerzhaft die Grenzen dieser Welten, der alten und der neuen Welt. „Niemand ist hier frei. Niemand kommt hier raus. Ich starre weiter auf das Holzkreuz und suche nach Antworten zum Abschied“, denkt Ioana in dem Roman, eine Suche, die auch beim Leser lange nachhallt und die uns fragen läßt, wo stehen wir selbst, was ist für uns Heimat, Herkunft, Identität? Im DOMRADIO.DE Interview erzählt Alexandra-Maria Pipos auch, welche Rolle katholische Ikonen in ihrem Buch spielen. „Gib mir alles“ / Alexandra-Maria Pipos / Kiepenheuer & Witsch / 270 Seiten / 23 Euro https://www.kiwi-verlag.de/buch/alexandra-maria-pipos-gib-mir-alles-9783462012811
