Während in Albanien Menschen darum kämpfen, den letzten komplett frei fließenden dieses Kontinents, den Fluss Vjosa, zu schützen, werden in den USA inzwischen ganze Flussläufe renaturiert. Das größte Dammrückbauprojekt findet sich am Klamath River, der durch Oregon und Nordkalifornien bis in den Pazifik fließt. Im Spätsommer 2024 wurde der letzte von vier Dämmen entfernt und nun befreit sich der Fluss ganz langsam aus der Domestizierung. Viele Menschen, die an seinen Ufern leben, wie die indigenen Völker der Yurok und Shasta, freut das. Die einen erwarten, bald mehr Lachs zu fangen, die anderen bekommen ihr Land zurück. Wieder andere allerdings sind unzufrieden mit der Veränderung, früher lebten sie direkt am Stausee, der ist jetzt trockengelegt.
Reisen
Zwischen Hamburg und Haiti Folgen
Mit dem Mikrofon rund um die Welt. Das ist die spannende Aufgabe, die sich unseren Autor*innen stellt. Um dann in unserem Podcast "Zwischen Hamburg und Haiti" zu erzählen, wie nahe und ferne Länder klingen, was die Menschen dort berichten, wie sie leben, was sie wünschen. Wir fragen unsere Reporter*innen aber auch, wie sie selber sich gefühlt haben beim Reisen, wie es ist, fremd in fernen Welten zu sein. Lassen Sie sich von unserem Podcast "Zwischen Hamburg und Haiti" einladen, mitzureisen und vielleicht auch eigene Reisepläne zu schmieden!
Folgen von Zwischen Hamburg und Haiti
90 Folgen
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Folge vom 13.04.2025Klamath River - der befreite Fluss
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Folge vom 06.04.2025Unentdecktes Pakistan - Frauen zeigen ihr LandDas Hunzatal, im Nordwesten Pakistans, ist eingebettet zwischen einigen der höchsten Berge der Welt. Umgeben von schneebedeckten Gipfeln und durchzogen von Gletschern und Flüssen des Karakorum Gebirges, ist die Region ein beliebtes Reiseziel für Bergsteiger und Abenteuerlustige. Ihnen verschlägt etwa der Passugletscher regelmäßig die Sprache: Laut knackend und strahlend weiß breiten sich seine Schneemassen kilometerweit aus. Das Karakorum-Gebirge ist das am stärksten vergletscherte Hochgebirge der Erde. Am türkis-blauen Attabad See werden die negativen Auswirkungen des Tourismus sichtbar: Große Hotelketten haben sich dort niedergelassen und verunreinigen den See. Gleichzeitig ist der Tourismus eine wichtige Einkommensquelle und bietet Chancen für die lokale Bevölkerung. Frauen gehen in diesem patriarchalen Umfeld neue Wege und finden ihre Unabhängigkeit – sei es als Touristenführerinnen oder Unternehmerinnen. Die einzigartige Kultur der Ismailiten, einer liberalen und bildungsorientierten Gemeinschaft, zieht ebenfalls Touristen an. Im Korgah-Carpetcenter in Gulmit erfährt man nicht nur, wie schwierig es ist, Teppiche von Hand zu knüpfen, sondern auch, dass Ismailiten schon lange Wert auf die Bildung von Frauen legen. Seit über zwanzig Jahren wird das Geschäft von Frauen geführt. Die Leiterin der Kooperative berichtet, wie sie zu Vorbildern wurden. In ganz Hunza finden sich heute frauengeführte Kaffees, Restaurants und Läden. Die lokale Bevölkerung ist stolz auf ihre fortschrittlichen Ansichten und die Gleichstellung der Geschlechter. Das Hunza-Tal hat also sowohl landschaftlich als auch kulturell viel zu bieten.
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Folge vom 30.03.2025Auge in Auge mit Ugandas BerggorillasDer Bwindi Nationalpark im Südwesten von Uganda ist einer von zwei verbliebenen Orten weltweit, in denen Berggorillas in freier Wildbahn leben. Der Regenwald ist heute streng geschützt, nachdem er lange Zeit gerodet und für Wilderei missbraucht worden ist. Das hatte auch Konsequenzen für die hier lebenden Berggorillas: Der Bestand ging bis vor 30 Jahren deutlich zurück. Dann setzte Uganda – seinem ostafrikanischen Nachbarland Ruanda folgend – auf den Tourismus und schlug damit ein neues Kapitel für den Regenwald, die stark gefährdeten Menschenaffen und ihren Lebensraum auf. Seither darf der Bwindi Nationalpark nicht mehr gerodet werden, Wilderei ist verboten – und die Berggorillas wurden für Besuche von Touristen an den Menschen gewöhnt. Reisende bringen seither das Geld ins Land, mit dem Uganda seine Berggorillas und ihren Lebensraum schützen kann. Die Einheimischen haben mit dem Tourismus zugleich eine Alternative zum Handel mit tropischen Hölzern aus dem Regenwald oder der Wilderei. Das zahlt sich auch für den Tierschutz aus: Die Zahl der Berggorillas in den vergangenen 30 Jahren gestiegen. Zugleich ist mit den Touristen das Risiko für übertragbare Krankheiten gestiegen, sagen die „Gorilla Doctors“. Die NGO hat einen kritischen Blick auf den Trubel um die Berggorillas, denn diese sind anfällig für vom Menschenübertragene Infektionskrankheiten. Gehen Tourismus und Tierschutz Hand in Hand? Simon Berninger berichtet von seinem Besuch in Uganda – Auge in Auge mit den Berggorillas.
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Folge vom 23.03.2025Ein Blick nach Japan - Tokio und OkinawaGeishas und Maid-Cafés, Samurais und Spielhöllen, Tempel und Schreine – das alles gehört zu Japan. Das Land bezaubert Besucher durch mystische Landschaften und eine märchenhafte Kultur. In den Hama-rikyu-Gärten in Tokio steht eine 300 Jahre alte Kiefer. Wolkenkratzer rahmen einen See ein, aus dem ein Teehaus ragt. „Shioiri-no-ike“, der Name des Sees, bedeutet „Gezeitenteich“. Er ist mit Salzwasser aus der Bucht von Tokyo gefüllt, der Wasserspiegel hebt und senkt sich mit Ebbe und Flut, Wolfsbarsche und Großkopfmeeräschen tummeln sich darin. An den Metrostationen in der größten Stadt der Welt ist es immer voll, aber nie hektisch. Manga-Fans zieht es nach Akihabara, in das Einkaufsviertel für Elektronikwaren und Computerzubehör. Wer Anime von Hayao Miyazaki und Studio Ghibli mag, kann eine riesige Uhr aus dem Film „Das wandernde Schloss“ vor dem Gebäude des Fernsehsenders Nippon TV bestaunen. Zur Entspannung dient ein Bad in einem Sento. Aus Okinawa stammt die Kampfkunst Karate. Zum Kern von Karatedo gehört das „Do“, das in vielen Namen von Sportarten steckt: Aikido, Judo oder Taekwondo. Der Begriff bezeichnet ein Prinzip der Weltanschauung und stammt aus dem japanischen Zen-Buddhismus. Er kann viele Bedeutungen haben, beispielsweise Weg, Grundsatz oder Methode. Das Ziel jedes Karateschülers ist nicht das Erlernen einer Technik, sondern das Erweitern seines Potenzials. Unsere Autorin Isa Hoffinger besucht alte Meister und lernt von ihnen, wie sie sich selbst verteidigen kann. Die Yoshida Brothers sind berühmte Shamisen-Musiker. Ryoichiro Yoshida und Ken´ichi Yoshida wurden auf der nördlichsten japanischen Hauptinsel Hokkaido geboren. Beide begannen bereits im Alter von fünf Jahren, Musik zu machen. Eine Shamisen ist eine Langhalslaute mit drei Saiten. Sie wird mit einem Plektrum gespielt. Die Ursprünge der Shamisen reichen 400 Jahre zurück. Die Yoshida Brothers berichten über ihre Liebe zur Musik und präsentieren einen Song exklusiv für die NDR-Hörer.