NachrichtenKultur & Gesellschaft
Auf den Tag genau Folgen
Aus dem Kiez in die Welt, von der Oper in den Boxring – mit täglich einer Zeitungsnachricht aus der Hauptstadtpresse heute vor 100 Jahren tauchen wir ein in die Fragen und Debatten, die das Berlin von 1920 bewegten. Halte dich informiert und bleib auf dem Laufenden über eine Welt, die uns heute doch manchmal näher ist, als man meinen möchte. Die aktuelle Staffel „Hamburg und die Welt vor 100 Jahren“ entsteht in Kooperation mit der Akademie der Wissenschaften in Hamburg und präsentiert Zeitungsartikel aus Hamburger Tageszeitungen. Es gilt weiterhin: bis morgen! Die ZEIT STIFTUNG BUCERIUS, die Landeszentrale für politische Bildung Hamburg und die Hapag-Lloyd Stiftung unterstützen die Pilotphase des Geschichtspodcast finanziell. Mit Dank an Andreas Hildebrandt für den Jingle und Anne Schott für die Bildmarke.
Folgen von Auf den Tag genau
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Folge vom 18.06.2021E.T.A. Hoffmann: Zur Uraufführung von Webers FreischützCarl Maria von Webers Freischütz gilt als Meilenstein der deutschen Musik- und Theatergeschichte. Exakt heute auf den Tag genau vor 200 Jahren, am 18. Juni 1821, im damals frisch errichteten Schinkel’schen Schauspielhaus am Gendarmenmarkt uraufgeführt, avancierten etliche seiner Nummern vom Jägerchor bis zum Jungfernkranz in Berlin und der Welt umgehend zu Gassenhauern und Der Freischütz mit seiner romantischen Beschwörung des deutschen Waldes inklusive Teufelspakt rasch zur ersten so apostrophierten ‘deutschen Nationaloper‘. Entsprechend eifrig wurde 1921 das einhundertjährige Jubiläum von Webers Oper begangen. Auch die Vossische Zeitung mischte sich selbstverständlich unter die Gratulanten – und sie tat dies mit den Mitteln dieses Podcast: Aus staubigem (!) Archiv, in ihrem Fall dem eigenen, hob sie die Premierenkritik, mit der dereinst E.T.A. Hoffmann Webers Werk gewürdigt hatte, und druckte sie nach einhundert Jahren neuerlich ab. Wiederum auf den Tag genau einhundert Jahre später liest sie für uns Frank Riede.
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Folge vom 17.06.2021Auf dem Weg zum Mount EverestAngesichts der Meldungen über Hundertschaften von alten und jungen Alpinist*innen, die sich heute am Mount Everest manchertags regelrecht stauen, neigt man leicht zu vergessen: Der höchste Berg der Erde wurde erst im Jahr 1953 – von Edmund Hillary und Tenzing Norgay – überhaupt erstbestiegen. 1921 war seine Bezwingung noch ein Menschheitsprojekt, das man, vor allem von britischer Seite, mit sehr viel Pioniergeist und nachgerade humboldthaftem Welterkundungstrieb akribisch vorbereitete. Der Bericht aus der Vossischen Zeitung vom 17. Juni handelt denn auch fürs Erste weniger von schroffen Bergwänden und steilen Felsklüften als von dichten Wäldern, üppig blühenden Tälern und staubigen Gebirgsdörfern, durch die hindurch sich eine von Oberstleutnant Charles Howard-Bury angeführte Expedition dem fernen Gipfel langsam annäherte und das Terrain für eine etwaige spätere Erklimmung sorgsam sondierte. Für uns tut dies – lesend – Paula Leu.
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Folge vom 16.06.2021Reise um die Welt in 2555 TagenVon den literarischen Weltumrundungen ist sicherlich Jules Vernes 1873 erschienene Reise um die Welt in 80 Tagen die bekannteste. Der Roman basierte auf der tatsächlichen Weltumrundung des Amerikaners George Francis Train. Dieser reiste 1870 aber – nomen est omen – vor allem per Zug. Das Berliner Tageblatt berichtet am 16. Juni 1921 hingegen von einer Reise um die Welt zu Fuß. Der Schweizer Leuret hatte 1914 an einem Wettbewerb, den Globus in 5 Jahren zu Fuß zu umrunden, teilgenommen und unter abenteuerlichen Bedingungen, diese Aufgabe in 7 Jahren bewältigt. Von der Leistung und Unermüdlichkeit dieses Weltenbummlers erzählt Frank Riede.
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Folge vom 15.06.2021Darf man die Impfung verweigern?Wie weit darf ein Staat das Impfen gegen eine potentiell lebensbedrohliche Krankheit vorschreiben? Wo beginnen die Persönlichkeitsrechte des Einzelnen? Finden sich genügend Impfwillige, um eine Herdenimmunität zu erlangen? Allesamt hochaktuelle Fragen im Kontext unserer Hoffnung auf eine Überwindung der Covid-19-Pandemie. In sehr ähnlicher Form wurden genau diese Fragen vor hundert Jahren diskutiert, als es, sicherlich auch unter dem Eindruck der Spanischen Grippe, um einen möglichen Impfzwang gegen Pocken ging – Statistikdebatten, Verschwörungstheorien und Impfgegner-Bewegung inklusive. Am 15. Juni 1921 plädiert ein Geheim-Rat Dr. Berger im Berliner Tageblatt für den Impfzwang. Paula Leu trägt vor.