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NachrichtenKultur & Gesellschaft

Auf den Tag genau

Aus dem Kiez in die Welt, von der Oper in den Boxring – mit täglich einer Zeitungsnachricht aus der Hauptstadtpresse heute vor 100 Jahren tauchen wir ein in die Fragen und Debatten, die das Berlin von 1920 bewegten. Halte dich informiert und bleib auf dem Laufenden über eine Welt, die uns heute doch manchmal näher ist, als man meinen möchte. Die aktuelle Staffel „Hamburg und die Welt vor 100 Jahren“ entsteht in Kooperation mit der Akademie der Wissenschaften in Hamburg und präsentiert Zeitungsartikel aus Hamburger Tageszeitungen. Es gilt weiterhin: bis morgen! Die ZEIT STIFTUNG BUCERIUS, die Landeszentrale für politische Bildung Hamburg und die Hapag-Lloyd Stiftung unterstützen die Pilotphase des Geschichtspodcast finanziell. Mit Dank an Andreas Hildebrandt für den Jingle und Anne Schott für die Bildmarke.

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Folgen von Auf den Tag genau

2057 Folgen
  • Folge vom 30.05.2021
    Tagore in Berlin
    Der Kulturbegriff im Berliner Feuilleton der frühen 1920er Jahre ist mit eurozentrisch noch sehr zurückhaltend beschrieben. Hinweise auf die bloße Existenz außereuropäischer Literaturen findet man in den Rezensionsspalten sämtlicher in diesem Podcast zu Gehör gebrachter Tageszeitungen nur höchst vereinzelt, die sich dann erst recht nicht mit zeitgenössischen Autoren befassen. Umso markanter sticht eine singuläre Ausnahme ins Auge: Der bengalische Dichter und Philosoph Rabindranath Tagore war nicht nur 1913 als erster Asiat mit dem Literatur-Nobelpreis ausgezeichnet, sondern in der Folge von den westlichen Konsekrationsinstanzen tatsächlich in den Kanon der Weltliteratur aufgenommen und sein Schaffen fortan mit großer internationaler Aufmerksamkeit bedacht worden. Als Tagore 1921 zum ersten Mal nach Deutschland reiste, war dies denn auch hierzulande ein kulturelles Ereignis, über das die Presse Station für Station berichtete. Am 30. Mai war Tagore in Berlin eingetroffen, wo die Deutsche Allgemeine Zeitung die Ehre hatte, ihn zu treffen. Es liest Frank Riede.
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  • Folge vom 29.05.2021
    Das Erfolgsrezept von Glashütte
    Vor mehr als einem Jahr berichteten wir von der erschütternden Not in den Gebrigsdörfern des Erzgebirges, wo eine ohnehin von Armut durchdrungene Gegend durch den Krieg und dessen Folgen zusätzlich gebeutelt wurde. Doch dieses Bild hat, wie wir heute erfahren, nichts mit den Zuständen in Glashütte zu tun. Schon vor dem Ersten Weltkrieg ein Zentrum der Feinmechanik und Uhrmacherei knüpfte die dortige Industrie an diesen wirtschaftlichen Erfolg auch in der Weimarer Republik an. Ein gewisser Dr. Edwards berichtet in der Vossischen vom 29. Mai 1921 davon, wie dies, trotz der kriegsbedingten Einbußen, möglich war. Neben dem Zusammenschluss aller Betriebe, die Edwards beschreibt, klingt das Mantra des Überlebens von Glashütte auch heute hochaktuell: Halten der qualifizierten Arbeitskräfte und stete Implementierung von Forschung und Innovation. Für uns besucht Glashütte Frank Riede.
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  • Folge vom 28.05.2021
    Geheimnisse der Tiefsee
    Die Tiefsee hat die Phantasie des Menschen von jeher angeregt und gehört tatsächlich bis heute zu den am wenigsten erforschten und deshalb auch noch immer geheimnisvollsten Orten des Planeten. Auch wenn die moderne Meeresbiologie die Vorstellungen von riesenhaften, schiffeschluckenden, schiffeversenkenden Seeungeheuern weitgehend entromantisiert hat, sind diese doch nicht zuletzt dank der Romane eines Herman Melville oder Jules Vernes tief im kollektiven Gedächtnis verankert. Aber auch die Tagespresse hat gelegentlich an derlei Seemannsgarn mitgestrickt, wie ein Blick in die Berliner Volks-Zeitung vom 28. Mai 1921 beweist. Es liest Paula Leu.
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  • Folge vom 27.05.2021
    Berliner Statisten-Börse
    Bei Filmproduktionen gehört traditionell zu den Aufgaben der Regieassistenz das Casting und die Regie der Komparserie. Heutzutage läuft das über spezialisierte Statisten-Agenturen und am Set, bei größeren Statistenheeren, immer noch gern per Flüstertüte. In der Vossischen Zeitung vom 27. Mai 1921 sind wir auf einen Artikel gestoßen, in dem Egon Jacobsohn davon berichtet, wie sich die Komparsen-Szene in Berlin von etwa 1910 an entwickelte, in welchen Cafés die Schauspieler und Schauspielerinnen ihre Dienste anboten und wie sie sich zunehmend organisierten. Ob Stummfilm 1921 oder heutiger 3D-Blockbuster, immer gilt für die Komparserie, dass sie hauptsächlich nach äußerlichen Merkmalen gecastet wird. Von dieser im Kern menschenunfreundlichen und frauenfeindlichen Katalogisierung der Darstellerinnen und Darsteller, sowie dem potentiellen Missbrauch der Notlage, besonders der Statistinnen durch die mächtigen Hilfsregisseure erzählt der Text. Für uns taucht in diese Gesellschaft am Rande der Filmindustrie Frank Riede ein.
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