Fast 100 Jahre war eines der bedeutenden Autorenarchive des 20. Jahrhunderts in Privatbesitz: das Rainer-Maria Rilke-Archiv Gernsbach. 2022 konnte es für das Deutsche Literaturarchiv Marbach erworben werden. Mehr als 10.000 handschriftliche Seiten mit Werkentwürfen und Notizen, etwa 8.800 Briefe und über 470 Bücher und Zeitschriften aus Rilkes Bibliothek gehören ebenso zu diesem Bestand wie auch 131 bisher unbekannte Zeichnungen von Rilke, etwa 360 Fotografien aus allen Lebensphasen und weitere biografische Materialien.Die Dokumente stammen aus allen Epochen von Rilkes Lebens. Vor dem Hintergrund dieser Quellen hat die Literaturwissenschaftlerin und Direktorin des Marbacher Archivs, Sandra Richter, ihre Rilke-Biografie "Rainer Maria Rilke oder Das offene Leben" (Suhrkamp) geschrieben. 2025 stand das Buch auf der Liste der Nominierten für den Preis der Leipziger Buchmesse. Richter präsentiert uns heutigen Lesern einen ganz und gar nicht weltfremd erscheinenden Dichter, der vor 150 Jahren, am 4. Dezember 1875, in Prag geboren wurde. Sondern einen, der beispielsweise bestens im Literaturbetrieb seiner Zeit vernetzt war. Und dessen "Cornet" 1912 die legendäre Insel-Bücherei des Leipziger Insel Verlages von Anton Kippenberg eröffnete.Die Literaturwissenschaftlerin Sandra Richter im Gespräch mit Katrin WenzelVerfügbar bis 29. November 2026
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Woche für Woche nimmt sich der DISKURS Zeit, über Fragen aus ganz unterschiedlichen Bereichen zu nachzudenken. Mit Experten ihres jeweiligen Fachs spricht MDR KULTUR über die aktuellen Tendenzen in Geschichte und Gesellschaft, Philosophie und Religion, Kulturgeschichte, Naturwissenschaften und Lebenshilfe. Und steht damit für die kritische Reflexion der Gegenwart sowie geistige Konzentration und Orientierungen über den Augenblick hinaus.
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Folge vom 29.11.2025Neue Biografie: Rilke oder Das offene Leben
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Folge vom 22.11.2025Rafael Seligmann: Lasst uns streiten – Ein deutsch-jüdisches PlädoyerMan muss ins Gespräch kommen, auch mit denen, die offenbar Unsinn über Israel verbreiten. Das erklärt der deutsch-jüdische Autor und Publizist Rafael Seligmann über den Versuch, das Vorgehen der israelischen Armee im Gazastreifen mit den Verbrechen der Nazis an den Juden während des Zweiten Weltkrieges zu vergleichen. Über die Frage der Legitimität solcher Vergleiche und – damit verbunden – über den Stand der Meinungsfreiheit in Deutschland war es am 9. November 2025 zu einem Eklat gekommen, als der amerikanisch-jüdische Philosoph Jason Stanley eine Rede in einer Frankfurter Westend-Synagoge hielt und diese nach Protesten aus der Zuhörerschaft vorzeitig abbrach oder abbrechen musste. Auch wenn er unhistorische Vergleiche scharf verurteile, "die Leute sollen dennoch sagen, was sie denken und darüber kann man diskutieren", so das Plädoyer des deutsch-jüdischen Schriftstellers Rafael Seligmann. "Keine Schonzeit für Juden. Die Antwort eines Betroffenen", lautet der Titel seines jüngsten Buches, erschienen im Herder Verlag. Darin äußert er sich sehr besorgt über die Zunahme des Antisemitismus in Deutschland und anderswo in Europa. MDR KULTUR-Redakteur Stefan Nölke hat mit Rafael Seligmann gesprochen.Verfügbar bis 21. November 2026
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Folge vom 25.10.2025Der Geschmack und seine GeschichteJeder glaubt, einen guten Geschmack zu haben, doch was ihn ausmacht, ist schwer zu sagen. Handelt es sich beim Geschmack also um etwas Ideelles oder gehört er zur Welt der Dinge? Spielt die Masse, bei der Frage was "in" und "out" ist, eine eigene Rolle, oder folgt sie nur genialen Trendsettern? Darum geht es im Gespräch von MDR KULTUR-Redakteur Stefan Nölke mit dem Kulturhistoriker Ulrich Raulff, der darüber ein aufschlussreiches Buch geschrieben hat: "Wie es Euch gefällt. Eine Geschichte des Geschmacks“" lautet der Titel, erschienen bei C.H. Beck. Denn tatsächlich kommt man dem Geschmack nur auf die Spur, wenn man sich seinen Wandel im Laufe der Zeiten und Epochen vergegenwärtigt. Verfügbar bis 25. Oktober 2026
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Folge vom 18.10.2025Hyperreaktiv: Wie Social Media unsere Kommunikation verändertWillkommen in der Reaktionskultur! Nicht mehr der Inhalt, sondern die Reaktion darauf ist zur vorherrschenden Form der Kommunikation im Netz geworden. Das ist die These von Annekathrin Kohout und Ausgangspunkt für die Analyse in ihrem gerade erschienenen Buch "Hyperreaktiv – wie in sozialen Medien um Deutungsmacht gekämpft wird". Entzauberung des Internets: Was wurde aus dem Gründungsversprechen, ein Ort der Gleichberechtigung zu sein, wenn große Plattformen mit kommerziellen Interessen, unsere Lust am Kommunizieren lenken. Und wie beeinflusst Social Media letztlich, wie wir die Welt und unser Gegenüber wahrnehmen.Die Kulturwissenschaftlerin Annekathrin Kohout im Gespräch mit Claudia Bleibaum.Verfügbar bis 18. Oktober 2026.