"Alle Städte sind gleich, nur Venedig ist anders." Vor etwa 50 Jahren hat Friedrich Torberg diese Sentenz seiner Tante Jolesch in den Mund gelegt. Und sie gilt seit Jahrhunderten bis heute. Zu dem, was es heute ist, wurde Venedig in der Renaissance: schillerndes Gesamtkunstwerk und kulturelle Metropole. Das hat die Händlerstadt auch dem Maler Tizian zu verdanken. Sein Todestag jährt sich in diesem Jahr zum 450. Mal – am 27. August 2026. Bis heute faszinieren seine Gemälde die Kunstenthusiasten in aller Welt, sie feiern die Farbe, das Leben, die Liebe und die Poesie. Weshalb das so ist, wie Tizian arbeitete, mit wem er befreundet war und vor allem: was seine Kunst bis heute so besonders macht, darüber spricht Kia Vahland im MDR KULTUR Diskurs. Und erzählt auch, was "Die schlummernde Venus" von Giorgione in Dresden mit Tizian zu tun hat.Das Gespräch mit Kia Vahland führt Katrin Wenzel, es ist verfügbar bis 23. Mai 2027.
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Woche für Woche nimmt sich der DISKURS Zeit, über Fragen aus ganz unterschiedlichen Bereichen zu nachzudenken. Mit Experten ihres jeweiligen Fachs spricht MDR KULTUR über die aktuellen Tendenzen in Geschichte und Gesellschaft, Philosophie und Religion, Kulturgeschichte, Naturwissenschaften und Lebenshilfe. Und steht damit für die kritische Reflexion der Gegenwart sowie geistige Konzentration und Orientierungen über den Augenblick hinaus.
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Folge vom 23.05.2026Der Maler Tizian und Venedig
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Folge vom 16.05.2026Exil in Hollywood – Deutsche Künstler gerettet, gefeiert und verjagtAuf der Flucht vor den Nationalsozialisten fanden hunderte deutschsprachige Schauspieler, Schriftsteller und Intellektuelle in den 30er- und 40er-Jahren in Kalifornien ein neues Zuhause. Marlene Dietrich, Billy Wilder, William Wyler, Franz Werfel, Thomas und Heinrich Mann und viele andere Berühmtheiten bildeten eine illustre Exil-Community, ein "Weimar am Pazifik" , wie Kulturhistoriker es genannt haben. Der in Berlin lebende Autor Jan Jekal hat deren Geschichte nun noch einmal neu aufgerollt. In seinem Buch "Paranoia in Hollywood", erschienen bei Matthes & Seitz, das für den Leipziger Buchpreis 2026 nominiert war, beschreibt er, wie deutschsprachige Künstler und Intellektuelle zunächst gerettet, vielfach gefeiert, nach 1945 dann aber im Zuge der Hysterie gegen eine vermeintlich kommunistische Unterwanderung von den US-Behörden bespitzelt, verprellt und gewissermaßen verjagt wurden. MDR KULTUR-Geschichtsredakteur Stefan Nölke hat mit Jan Jekal gesprochen. Das Gespräch ist bis 16. Mai 2027 verfügbar.
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Folge vom 09.05.2026Immer noch freundlich, aber kaum noch vergnügt: Monika MaronHochgelobt im Westen und heimlich gelesen im Osten, machte sich Monika Maron mit ihrem Roman-Erstling "Flugasche" zu Beginn der 80er-Jahre einen Namen – als kritische, als unangepasste Autorin. Der Roman handelt von Umweltzerstörung und Staats-Zensur und durfte in der DDR nicht veröffentlicht werden. Mit Notizen aus jener Zeit beginnen jetzt auch ihre erstmals veröffentlichten Tagebuchaufzeichnungen aus den Jahren 1980 bis 2021.Mit ihnen wirft Maron als Reisende zwischen den Systemen und Kontinenten immer wieder ihren ganz eigenen Blick auf die Welt. Über das Reisen, über die Erfahrungen, die man dabei machen kann und über einen sehr speziellen Blick auf New York.Unter anderem darüber konnte Sabine Frank für MDR KULTUR mit Monika Maron im Rahmen der diesjährigen Leipziger Buchmesse sprechen. Das Gespräch ist bis 9. Mai 2027 verfügbar.
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Folge vom 25.04.2026Diskurs: Ausradiert? Carsten Gansel im Gespräch mit Bettina BaltschevAm 3. Oktober 1990 wurden die Deutsche Demokratische Republik und die Bundesrepublik nach 40 Jahren Trennung zu einem Staat vereinigt. Von nun an gab es nur noch eine Bundesrepublik und die DDR war Geschichte, so schien es jedenfalls. Man hätte nüchtern davon ausgehen können, dass sich nur noch Historiker für das kleine Land interessieren und alle anderen froh sein würden, die Diktatur des Proletariats hinter sich zu lassen.Aber auch 36 Jahre nach der Wiedervereinigung ist das deutsch-deutsche Thema noch nicht zu Ende erzählt. Und vermutlich ein gewisser zeitlicher Abstand hilfreich, um bestimmte Ereignisse einzuordnen und zu erklären. Der Literaturwissenschaftler Carsten Gansel hat seinen Anteil dazu bereits beigetragen, indem er uns zum Beispiel das Leben der Schriftstellerin Brigitte Reimann nähergebracht oder sich der literarischen Erinnerungskultur gewidmet hat.Nun hat Carsten Gansel ein Buch geschrieben, das in dieselbe Richtung weist und dessen Titel aus einer Frage besteht: "Ausradiert? Wie die Literatur der DDR verschwand“. Bettina Baltschev ist im Gespräch mit dem Autor.