An jedem ersten Sonntag im Monat ist "Digital Independence Day". Der Chaos Computer Club hat ihn zu Jahresbeginn ins Leben gerufen, unterstützt von weiteren zivilgesellschaftlichen Organisationen. Ihr gemeinsames Ziel: "Wir holen uns unser freies digitales Leben zurück, stoppen die digitale Erosion der Demokratie und wechseln zu demokratiefreundlichen Technologien. Schritt für Schritt sichern wir unsere digitale Unabhängigkeit."So wird Souveränität zur zentralen Herausforderung – nicht nur in Energiefragen oder der europäischen Verteidigungsfähigkeit. Doch was bedeutet digitale Souveränität konkret? Wie realistisch ist es, sich von vorherrschenden Plattformen, Diensten und Technologien zu emanzipieren in einer global vernetzten Welt? Darüber spricht Claudia Bleibaum mit Thorsten Thiel, Professor für Demokratieförderung und Digitalpolitik an der Universität Erfurt. Das Gespräch ist bis 18. April 2027 verfügbar.
Kultur & GesellschaftTalk
MDR KULTUR Diskurs Folgen
Woche für Woche nimmt sich der DISKURS Zeit, über Fragen aus ganz unterschiedlichen Bereichen zu nachzudenken. Mit Experten ihres jeweiligen Fachs spricht MDR KULTUR über die aktuellen Tendenzen in Geschichte und Gesellschaft, Philosophie und Religion, Kulturgeschichte, Naturwissenschaften und Lebenshilfe. Und steht damit für die kritische Reflexion der Gegenwart sowie geistige Konzentration und Orientierungen über den Augenblick hinaus.
Folgen von MDR KULTUR Diskurs
41 Folgen
-
Folge vom 18.04.2026Digitale Souveränität – Wie unabhängig können wir sein?
-
Folge vom 11.04.2026Ines Geipel: Buchenwald und der Riss der ErinnerungAuch 80 Jahre nach der Befreiung von Buchenwald ist die Erinnerung an den Holocaust nicht in der demokratischen Mitte angekommen. Die Angriffe auf das, was im Land Gedächtniskultur heißt, kommen nicht mehr nur von rechts. Warum? Was ist da los? Ines Geipel taucht in ihrem neuen Buch "Landschaft ohne Zeugen" noch einmal in die Vergangenheit ein, sucht nach den Quellen der Lagerwelt und befragt die Legenden nach 1945: von der vorbildlichen Aufarbeitung im Westen bis zum antifaschistischen Staatsmythos der DDR. Ein bestürzendes, hochaktuelles Buch über die alte und neue Unfähigkeit zu trauern und die Erinnerungskälte nach zwei Diktaturen.Für ihr Buch "Landschaft ohne Zeugen" wurde Ines Geipel für den Preis der Leipziger Buchmesse 2026 in der Kategorie Sachbuch/Essayistik nominiert. Bettina Baltschev hat mit Ines Geipel gesprochen. Das Gespräch ist bis zum 11. April 2027 verfügbar.
-
Folge vom 04.04.2026Was war die Romantik und wo wirkt sie bis heute fort?Bei dem Wort "romantisch" denken wir an Begebenheiten und Orte, die für uns mit einem besonders innigen Gefühl verbunden sind. Wir alle möchten möglichst viele romantische Momente erleben und inszenieren wichtige Ereignisse, Hochzeiten oder runde Geburtstage entsprechend "stimmungsvoll". Was hat diese allgemeine Bedeutung von Romantik mit der Epoche der Romantik zu tun?"Es ist die Bedeutung der Einbildungskraft. Romantisch nennen wir Situationen, in denen uns die Einbildungskraft über die Wirklichkeit heraushebt". Und genau dies, sagt der Jenaer Literaturwissenschaftler Stefan Matuschek, sei die grundlegende Erkenntnis der Romantiker gewesen: "Menschen sind Wesen, die vermittels ihrer Einbildungskraft leben und sich die Welt erklären, aber auch ihr Leben vermittels ihrer Einbildungskraft führen."Damit sei auch der Weg frei gewesen für ganz neue Literatur-Formen, die in den Jahrzehnten nach der französischen Revolution ausprobiert wurden: Grusel- und Horrorgeschichten, Fantasie- und Science-Fiction-Romane. Hollywood hätte demnach allen Grund, sich bei den Romantikern zu bedanken. Über die Bedeutung der Romantik und ihr Fortleben hat MDR KULTUR-Redakteur Stefan Nölke mit Stefan Matuschek gesprochen.Produktion: MDR 2022Das Gespräch ist bis zum 4. April 2027 verfügbar.
-
Folge vom 21.03.2026Der Tag, an dem Willi Bredel starb: Christoph Links über verschwundene Verlage in der DDRDer Verleger Christoph Links hat ein besonderes Interesse für ostdeutsche Verlagsgeschichte. Bereits in seinem Buch "Das Schicksal der DDR-Verlage" ging er den Spuren von 78 Verlagen in den 1990er-Jahren nach, von denen viele die Nachwendezeit nicht überlebten. Doch bereits in den Jahrzehnten zuvor, vor allem in den 1940er- und 1950er-Jahren, hatte die reiche Verlagslandschaft im Osten Deutschland schwere Verluste zu verzeichnen. Das lag nicht nur, aber auch an der deutschen Teilung.Für sein neues Buch "Verschwundene Verlage. Ein unbekanntes Kapitel ostdeutscher Kulturgeschichte" hat sich Christoph Links tief in die Archive gegraben und die Geschichte von 150 verschwundenen Verlagen aufgeschrieben, von "Abel & Müller" bis "Zentralhaus Publikation". Eine besondere unrühmliche Rolle hierbei kam der Hauptverwaltung Verlagswesen zu, die über Lizenzen für Verlage in der DDR verfügte. Doch es sind vor allem die menschlichen Schicksale, die mit der erzwungenen Schließung ostdeutscher Verlage verbunden waren, die berühren. So starb der angesehene Schriftsteller Willi Bredel an dem Tag, an dem der 1947 von ihm mitgegründete Petermänken-Verlag 1964 in Volkseigentum zwangsübertagen wurde. Christoph Links im Gespräch mit Bettina BaltschevVerfügbar bis 21. März 2027