NachrichtenPolitik
Was tun, Herr General? - Der Podcast zum Ukraine-Krieg Folgen
Russland führt seit Februar 2022 Krieg gegen die Ukraine. Welche Strategie verfolgt die russische Armee? Wie stark sind die ukrainischen Verteidiger? Darüber spricht Host Tim Deisinger jede Woche in diesem Podcast mit dem ehemaligen NATO-General Erhard Bühler. Neben der aktuellen Lage geht es auch um eine profunde Bewertung des Kriegsgeschehens insgesamt, um die militärische Unterstützung für die Ukraine und um die Bemühungen hin zu einem Frieden. Hinzu kommen die Auswirkungen auf die Verteidigungsfähigkeit Deutschlands und die sicherheitspolitische Situation in der ganzen Welt. Wir ordnen ein, geben Orientierung und immer wieder werden auch die Fragen von Hörern beantwortet.
Folgen von Was tun, Herr General? - Der Podcast zum Ukraine-Krieg
-
Folge vom 03.11.2023#164 Saluschnyjs Weckruf an den WestenIn dieser Folge spricht Host Tim Deisinger mit Ex-Nato-General Erhard Bühler über ein Interview, dass der ukrainische Oberbefehlshaber Walerij Saluschnyj dem britischen Nachrichtenmagazin "The Economist" gegeben und das für viel Aufmerksamkeit gesorgt hat. Saluschnyjs Aussagen zur Gegenoffensive lesen sich zum Teil eher pessimistisch. So spricht er von einer Pattsituation, bei der keine Seite gegenüber der anderen entscheidende Vorteile habe. Wahrscheinlich werde es keinen tiefen ukrainischen Durchbruch geben. Das Magazin "The Economist" hat aber auch einen Aufsatz von Saluschnyj veröffentlicht. Ex-Nato-General Erhard Bühler macht darauf aufmerksam, dass sich die dortigen Aussagen von denen im Interview unterscheiden. Ist die Ukraine jetzt also aus Sicht ihrer Führung mit ihrer Gegenoffensive gescheitert? Bühler kann das nach eigenen Aussage nicht aus den Zitaten von Saluschnyj herauslesen. Die Offensive sei natürlich nicht so schnell verlaufen, wie sich das viele erhofft hätten. "Aber gescheitert ist sie deshalb noch lange nicht", so Bühler. Er verstehe Saluschnyjs Aussagen als eine Art "Weckruf an Europa und die unterstützenden Staaten". Seine Aussagen würden in der Öffentlichkeit nicht richtig dargestellt. Warum, erklärt Bühler ausführlich. Außerdem geht er mit Deisinger zusammen Saluschnyjs Argumente durch, warum die Gegenoffensive nicht schneller vorangekommen ist. Hat die Ukraine zu wenige Soldaten? Muss der Kreis der wehrpflichtigen Männer ausgeweitet werden? Außerdem beschäftigen sich Deisinger und Bühler mit der Frage einer Hörerin sehr intensiv. Sie interessiert, warum Rheinmetall jetzt für eine bestimmte Granate jetzt deutlich mehr Geld verlangt. Verdient der Konzern "schamlos" am Ukraine-Krieg? Bühler macht darauf aufmerksam, dass ein Preis auch von den Stückzahlen abhängig sei. Auch Dienstleistungen, die im Kaufpreis enthalten seien, spielten eine Rolle. Außerdem müsse ein Konzern bei den Verhandlungen im Detail offenlegen, welche Gewinne er mit einem Produkt mache. Bühler erklärt auch, warum eine staatliche Rüstungsindustrie keine gute Alternative sei. Wenn Sie Fragen haben: Schreiben Sie an general@mdraktuell.de oder rufen Sie kostenfrei an unter 0800 637 37 37.
-
Folge vom 01.11.2023#163 Muss Deutschland "kriegstüchtig" werden?Die Deutschen sollen "kriegstüchtig" werden, fordert Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD). Ex-Nato-General Erhard Bühler sagt, als Militär könne er das nur unterschreiben. Es gehe darum, dass Deutschland im Falle eines Angriffs verteidigungsfähig sei. Es gehe nicht um eine Militarisierung der Gesellschaft. Bühler weiß aber auch, dass Begriffe wie „kriegstüchtig“ in Deutschland einen anderen Klang haben als in anderen Ländern. Dennoch, sagt er: Die Bedrohung durch Russland in Europa sei da und dem müsse man begegnen. Zur aktuellen Situation im Ukraine-Krieg: Bei Awdijiwka ist die Lage für die ukrainischen Truppen kritisch, so Bühler. Die Russen greifen seinen Angaben zufolge weiter an, wenn auch mit hohen Verlusten. Ziel sei es, die Stadt einzukesseln. Südlich von Bachmut sei dagegen die Ukraine auf dem Vormarsch. Auch könne sie Erfolge bei Cherson vorweisen, wo sie ihre Brückenköpfe über den Dnipro langsam ausbaue. Wenn Sie Fragen haben: Schreiben Sie an general@mdraktuell.de oder rufen Sie kostenfrei an unter 0800 637 37 37.
-
Folge vom 27.10.2023#162 Heftige russische Verluste bei AwdijiwkaIn dieser Folge sprechen Tim Deisinger und Ex-Nato-General Erhard Bühler zunächst über die aktuelle Lage in der Ukraine. Bei Awdijiwka greifen die Russen weiter an. Bühler sieht aktuell nicht die Gefahr einer Einkesselung der ukrainischen Truppen dort. Vielmehr seien die russischen Verluste in kurzer Zeit so heftig, wie zu keinem anderen Zeitpunkt in diesem Krieg bisher. Für beide Seiten habe der Kampf um die Stadt inzwischen auch eine politische Bedeutung.Weitere Themen: Ukrainische Angriffe an anderen Frontabschnitten + Wackelt die Unterstützung der Slowakei für die Ukraine? + Die Rolle von Ungarn und Polen + Wie steht es um die russische Schwarzmeer-Flotte? + Szenarien für den Fortgang des Krieges aus ukrainischer SichtWenn Sie Fragen haben: Schreiben Sie an general@mdraktuell.de oder rufen Sie kostenfrei an unter 0800 637 37 37.
-
Folge vom 24.10.2023#161 Eskalation bis zum Weltkrieg?In dieser Folge sprechen Host Tim Deisinger und Ex-Nato-General Erhard Bühler über ein Interview mit dem New-York-Times-Journalisten Bret Stephens, das hohe Wellen geschlagen hat. Stephens sagte der "Bild"-Zeitung, dass er einen Weltkrieg befürchte. Der Nahost-Konflikt könnte seiner Meinung nach eine Kettenreaktion auslösen und die USA mit hineinziehen. Profiteur sei in einem solchen Fall Russlands Präsident Wladimir Putin. Auch Bühler bewertet die Situation im Nahen Osten als brandgefährlich. Russland und China könnten die Situation ihm zufolge auch ausnutzen. Auf der anderen Seite müsse man sich aber die staatlichen Akteure im Nahen Osten anschauen. Keiner dort habe Interesse an einem Flächenbrand. Dieser würde nach Meinung Bühlers auch die Macht der Regime gefährden. Sie hätten an einer Eskalation kein Interesse. In diesem Zusammenhang verweist Bühler auch auf zahlreiche diplomatische Initiativen und Gespräche, die zum Ziel hätten, den Krieg unter Kontrolle zu halten und regional zu beschränken. Natürlich schauen Deisinger und Bühler auch auf die aktuelle Lage in der Ukraine. Laut Bühler versuchen die Russen weiter, die Stadt Awdijiwka einzukreisen. Angesichts hoher Verluste glaubt er aber nicht, dass sie damit Erfolg haben werden. Außerdem erkennt Bühler eine veränderte Schwerpunktsetzung der Ukraine und verweist auf schwere Kämpfe am Südufer des Dnipro östlich von Cherson. Ein weiteres Thema in dieser Folge ist ein Interview, das Ex-Kanzler Gerhard Schröder der "Berliner Zeitung" gegeben hat. Darin behauptet er, dass die USA dafür gesorgt hätten, dass die ukrainisch-russischen Friedensverhandlungen gescheitert seien. Bühler kritisiert, dass Schröder dafür keinerlei Beweise vorgelegt habe. Wenn Sie Fragen haben: Schreiben Sie an general@mdraktuell.de oder rufen Sie kostenfrei an unter 0800 637 37 37.