Noch im Oktober hatte Außenminister Johann Wadephul bei einem Besuch in
Syrien gesagt: "Hier können wirklich kaum Menschen richtig würdig
leben." Es sähe schlimmer aus als Deutschland nach dem Zweiten
Weltkrieg, kurzfristig könne hierhin niemand zurückkehren. Bundeskanzler
Friedrich Merz (CDU) will aber nun, dass 80 Prozent der mehr als 900.000
syrischen Geflüchteten in Deutschland in ihr Heimatland zurückkehren.
Bei einem Treffen mit dem syrischen Übergangspräsidenten Ahmed
al-Scharaa am Montag begründete er das mit einer veränderten Lage nach
dem Ende des Bürgerkriegs und kündigte eine gemeinsame Taskforce sowie
eine Delegationsreise nach Syrien an. Merz' Vorstoß hat eine breite
Debatte ausgelöst, auch innerhalb der CDU. Es stellen sich grundlegende
Fragen: Ist eine Rückkehr in diesem Ausmaß überhaupt realistisch? Und
wäre sie rechtlich durchsetzbar? Merz hat am Tag nach der
Pressekonferenz darauf hingewiesen, dass die "Zahl von 80 Prozent
Rückkehrern" durch al-Scharaa selbst genannt worden sei. Christoph
Heinemann, Redakteur im Politikressort der ZEIT, analysiert Merz'
Vorschlag im Podcast.
Außenminister Wadephul (CDU) und weitere EU-Spitzenpolitiker sind zum
vierten Jahrestag der Befreiung von Butscha in die Ukraine gereist. An
einer Gedenkzeremonie für die Opfer nahm auch die EU-Außenbeauftragte
Kaja Kallas teil. Vor Ort erinnerte Wadephul an die Gräueltaten in
Butscha und forderte, russische Kriegsverbrechen konsequent
aufzuarbeiten. Zugleich sicherte er der Ukraine weitere Unterstützung
zu. Die Kleinstadt Butscha war in den ersten Kriegstagen im Februar 2022
von russischen Truppen besetzt worden. Nach der Befreiung durch
ukrainische Streitkräfte Ende März wurden in den Straßen getötete
Zivilisten gefunden – teils mit Folterspuren und gefesselten Händen.
Ukrainischen Angaben zufolge wurden in Butscha mehr als 400 tote
Zivilisten registriert. Mariam Lau, Redakteurin im Politikressort der
ZEIT, hat Wadephul auf der Reise begleitet. Im Podcast erklärt sie, was
hinter dem Besuch steckt und welche Signale Wadephul sendet.
Außerdem im Update:
Spanien hat seinen Luftraum für US-Militärflugzeuge im Irankrieg
gesperrt und untersagt die Nutzung gemeinsamer Stützpunkte.
US-Außenminister Marco Rubio kritisiert das scharf.
Und sonst so? Schafe mähen wieder in Sanssouci
Moderation und Produktion: Azadê Peşmen
Redaktion: Hannah Grünewald, Fabian Scheler
Mitarbeit: Konstantin Hadži-Vuković, Marco Fründt
Fragen, Kritik, Anregungen? Sie erreichen uns unter wasjetzt@zeit.de.
Weitere Links zur Folge:
Syrien: Merz strebt Rückkehr von 80 Prozent aller syrischen Geflüchteten
an
Migration: Johann Wadephul schließt sich Merz' Aussage zu Rückkehr von
Syrern an
Butscha-Jahrestag: Johann Wadephul erinnert in Kyjiw an russische
Kriegsverbrechen
Ukraine: Die Gräuel von Butscha
Irankrieg: Nato darf laut Marco Rubio "keine Einbahnstraße sein"
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Folge vom 31.03.2026Update: Könnten wirklich 80 Prozent der Syrer zurückgeschickt werden?
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Folge vom 31.03.2026Trumps Irankurs: Wenden sich Republikaner von ihm ab?Mit Luftangriffen auf den Iran haben die USA und Israel Ende Februar eine neue Eskalationsstufe erreicht. Dabei hatte US-Präsident Donald Trump seine zweite Amtszeit mit dem Versprechen begonnen, ein "Friedenspräsident" sein zu wollen. Inzwischen wächst in den USA die Kritik am Einsatz. Meinungsumfragen zeigen, dass selbst Teile der Maga-Bewegung dem Irankrieg skeptisch gegenüberstehen. Auch in Teilen der republikanischen Partei herrscht Unverständnis. Viele Abgeordnete stehen unter Druck, im eigenen Wahlkreis die Entscheidungen des Präsidenten erklären zu müssen. Nun will die republikanische Senatorin Lisa Murkowski eine erneute Abstimmung über den Irankrieg im Kongress erzwingen. Wie aussichtsreich ist dieser Vorstoß? Juliane Schäuble, US-Korrespondentin der ZEIT, erklärt im Podcast, wie groß die Skepsis gegenüber dem Irankrieg bei den Republikanern ist und ob eine US-Bodenoffensive sie in offene Kritik umschlagen ließe. Nach der Ermordung des ukrainischen Juristen und Ex-Politikers Andrij Portnow in Madrid vergangenes Jahr gibt es erstmals eine konkrete Spur: In Nordrhein-Westfalen ist ein mutmaßlicher Täter festgenommen worden. Spanische Ermittler reisten dafür in Zusammenarbeit mit einer Spezialeinheit der Polizei NRW in den Landkreis. Die Spur führt zu dem Ukrainer Alexander A., der in Heinsberg offenbar ein unauffälliges Leben führte und im Verdacht steht, Teil eines Killerkommandos gewesen zu sein. Portnow selbst galt als prorussisch und war eng mit dem ukrainischen Ex-Präsidenten Viktor Janukowitsch verbunden. Nach dem russischen Einmarsch 2022 verließ er das Land. Warum also wurde er zum Ziel? Christian Fuchs, Redakteur im Investigativressort der ZEIT, ordnet im Podcast ein, wer Alexander A. ist und was hinter dem Mord an Portnow steckt. Und sonst so? In Deutschland wird wieder abgepflastert Moderation und Produktion: Erica Zingher Redaktion: Hannah Grünewald Mitarbeit: Susanne Hehr, Konstantin Hadži-Vuković, Marco Fründt Fragen, Kritik, Anregungen? Sie erreichen uns unter wasjetzt@zeit.de. Weitere Links zur Folge: Liveblog: Irankrieg USA und Iran: Donald Trump hält "Regimewechsel" im Iran bereits für erreicht US-Militär: Was eine Bodenoffensive im Iran bedeuten würde Andrij Portnow: Mann nach Tötung von ukrainischem Politiker in NRW festgenommen Andrij Portnow: Ehemaliger ukrainischer Präsidentenberater in Spanien erschossen Sie wollen mehr exklusive Audioinhalte der ZEIT hören? Für nur 4,99 Euro im Monat können Sie hier unser neues Podcastabo abschließen. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcastabo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcastarchiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot. Und hier gibt es unser Angebot für alle unter 30 Jahren.
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Folge vom 30.03.2026Update: 66 Ideen für stabilere KrankenkassenbeiträgeDie Expertenkommission zur gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) hat ein Paket mit 66 Empfehlungen vorgelegt, um die Finanzlage der Krankenkassen zu verbessern. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) kündigte am Montagnachmittag eine Prüfung der Empfehlungen an. Die GKV-Kommission empfiehlt unter anderem ein Ende der kostenlosen Mitversicherung von Ehepartnern und eine höhere Besteuerung von Tabak, süßen Getränken und Spirituosen. Durch die Maßnahmen könnten nach ihren Schätzungen 42,3 Milliarden Euro eingespart werden – damit sollen die Finanzen der gesetzlichen Krankenversicherung kurzfristig ab dem Jahr 2027 stabilisiert werden. ZEIT-Wirtschaftsredakteurin Carla Neuhaus hat die Vorschläge unter die Lupe genommen. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat angekündigt, dass Deutschland den Wiederaufbau der syrischen Wirtschaft mit 200 Millionen Euro unterstützen werde – und gleichzeitig großangelegte Rückführungen von Syrerinnen und Syrern gefordert. Merz hatte am Montag den syrischen Übergangspräsidenten Ahmed al-Scharaa in Berlin empfangen. Der ehemalige HTS-Milizführer al-Scharaa führte 2024 den Sturz der Assad-Diktatur an. Er gibt sich als syrischer Übergangspräsident moderat, steht allerdings unter anderem wegen seines Umgangs mit Minderheiten in der Kritik. Als Reaktion auf Al-Scharaas Besuch waren in Berlin mehrere Demonstrationen angekündigt worden. Außerdem im Update: Das israelische Parlament will am Montag abschließend über die Wiedereinführung der Todesstrafe entscheiden. Die Billigung ist wahrscheinlich, Deutschland und drei weitere europäische Staaten haben deutliche Kritik daran geäußert. ZEIT-Politikredakteurin Anastasia Tikhomirova hat dazu recherchiert. Und sonst so? Wie will die UN Wildtiere besser schützen, ZEIT-Wissen-Chefreporterin Dagny Lüdemann? Moderation und Produktion: Moses Fendel Redaktion: Hannah Grünewald Mitarbeit: Marco Fründt und Mira Schrems Fragen, Kritik, Anregungen? Sie erreichen uns unter wasjetzt@zeit.de. Weitere Links zur Folge: GKV-Kommission: Reform-Vorschläge Krankenkasse: Kommission empfiehlt Ende der Gratis-Mitversicherung von Ehepartnern Staatsbesuch in Berlin: Das Richtige tun, aus den falschen Gründen Ahmed al-Scharaa: Kein ganz normaler Staatsbesuch Syrien: Frank-Walter Steinmeier empfängt Syriens Übergangspräsident Al-Scharaa Israel: Außenminister warnen Israel vor Wiedereinführung der Todesstrafe. Und: Die Menschenrechtsanwältin Sari Bashi hält das Gesetz für rassistisch. Terrorismus: Israel will Terroristen vom 7. Oktober vor Militärtribunal stellen Sie wollen mehr exklusive Audioinhalte der ZEIT hören? Für nur 4,99 Euro im Monat können Sie hier unser neues Podcastabo abschließen. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcastabo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcastarchiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot. Und hier gibt es unser Angebot für alle unter 30 Jahren.
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Folge vom 30.03.2026Al-Scharaa in Berlin: Kein ganz normaler StaatsbesuchBundeskanzler Friedrich Merz (CDU) empfängt am Montag den syrischen Übergangspräsidenten Ahmed al-Scharaa zum ersten Mal in Berlin. Der Besuch ist umstritten. Für Montag sind in Berlin mehrere Demonstrationen angekündigt, Teile des Berliner Regierungsviertels werden abgeriegelt. Al-Scharaa gibt sich moderat, steht aber unter anderem wegen seines Umgangs mit Minderheiten in Syrien in der Kritik. Was sich die deutsche Regierung von seinem Besuch verspricht, erklärt die ZEIT-Autorin Anna-Theresa Bachmann im Podcast. Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) reist in wenigen Wochen zum zweiten Mal in die kanadische Provinz Alberta, um Lösungen für die deutsche Bildungskrise zu finden. Sie treibt die Frage um, wie die Kanadier es schaffen, aus riesigen Datenmengen über das Leben und Lernen ihrer Schülerinnen und Schüler Erkenntnisse zu generieren, die im Idealfall jedem einzelnen Kind zugutekommen. Könnte Deutschland mit "datengestützter Schulentwicklung" aus der Bildungsmisere kommen? Zum Schulsystem in Alberta hat die ZEIT-Wissensredakteurin Jeannette Otto recherchiert. Und sonst so? Markus Söder besucht die NASA. Moderation und Produktion: Jannis Carmesin Mitarbeit: Lisa Pausch und Mira Schrems Fragen, Kritik, Anregungen? Sie erreichen uns unter wasjetzt@zeit.de. Weitere Links zur Folge: Ahmed al-Scharaa: Linke kritisiert Besuch von syrischem Übergangspräsidenten in Berlin. Geplante Gespräche in Deutschland: Merz will mit Al-Scharaa über mögliche Rückkehr von Syrern sprechen. Syrien: Syrien unter Al-Scharaa Schulsystem in Alberta: Den Schul-Code knacken Karin Prien: "Andere Länder schaffen das auch und haben nicht mehr Ressourcen." Soziale Herkunft und Bildung: "Schon bei Dreijährigen finden wir klare Unterschiede im Wortschatz." Sie wollen mehr exklusive Audioinhalte der ZEIT hören? Für nur 4,99 Euro im Monat können Sie hier unser neues Podcastabo abschließen. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcastabo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcastarchiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot. Und hier gibt es unser Angebot für alle unter 30 Jahren.