NachrichtenKultur & Gesellschaft
Auf den Tag genau Folgen
Aus dem Kiez in die Welt, von der Oper in den Boxring – mit täglich einer Zeitungsnachricht aus der Hauptstadtpresse heute vor 100 Jahren tauchen wir ein in die Fragen und Debatten, die das Berlin von 1920 bewegten. Halte dich informiert und bleib auf dem Laufenden über eine Welt, die uns heute doch manchmal näher ist, als man meinen möchte. Die aktuelle Staffel „Hamburg und die Welt vor 100 Jahren“ entsteht in Kooperation mit der Akademie der Wissenschaften in Hamburg und präsentiert Zeitungsartikel aus Hamburger Tageszeitungen. Es gilt weiterhin: bis morgen! Die ZEIT STIFTUNG BUCERIUS, die Landeszentrale für politische Bildung Hamburg und die Hapag-Lloyd Stiftung unterstützen die Pilotphase des Geschichtspodcast finanziell. Mit Dank an Andreas Hildebrandt für den Jingle und Anne Schott für die Bildmarke.
Folgen von Auf den Tag genau
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Folge vom 28.11.2022Der letzte KaiserDas dreieinhalbstündige Monumentalepos ‘Der letzte Kaiser‘ gehört zu den erfolgreichsten Werken des italienischen Filmregisseurs Bernardo Bertolucci. Es erzählt vom Leben Puyis, des letzten Kaisers von China, der bereits mit zwei Jahren auf den Drachenthron kam, 1912 mit eben sechs zur Abdankung gezwungen und zwanzig Jahre später als Kaiser des japanischen Marionettenstaates Mandschukuo gekrönt wurde, bevor er nach 1945 viele Jahre in Umerziehungslagern interniert war und, begnadigt und entlassen, 1967 schließlich als einfacher Gärtner und Bürger der Volksrepublik China lebte und starb. Zwischen 1912 und 1924 war er, wie auch der Film ausführlich schildert, buchstäblich Gefangener im alten kaiserlichen Palast, der sogenannten Verbotenen Stadt, in Peking, wo ihn auch der China-Korrespondent der Vossischen Zeitung Erich von Salzmann selbstredend nicht besuchen durfte. Interessante Einblicke in seine Situation und vor allem in die der von den westlichen Mächten kleingehaltenen Republik China außerhalb der Verbotenen Stadt gibt sein am 28. November 1922 erschienener Bericht trotzdem. Es liest Frank Riede.
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Folge vom 27.11.2022Petroleum bei MossulBei “Auf den Tag genau” schauen wir oftmals auf Anfänge von Entwicklungen, deren Konsequenzen heute zu unseren größten Problemen gehören. Nehmen wir die Abhängigkeit der Welt vom Erdöl. Der Publizist und Journalist Edgar Stern-Rubarth war unterwegs in der Nähe von Mossul und besichtigte erste Erdöl-Förderanlagen und -Raffinerien und gibt uns einen Einblick in die aus heutiger Sicht technisch primitiven Verfahren. Hinter dem Beobachteten steckten natürlich schon damals politisch und wirtschaftlich strategisch agierende Konsortien, die die Erdölförderung für sich sichern wollten. In Fall von Mossul wohl die “Turkish oil company”, die 1912 gegründet wurde, und wesentlich imperial deutsche und englische Interessen vertrat. Die größten Anteilseigner waren die “Deutsche Bank” und die “Anglo Saxon oil company”. Aus ihr ging 1925 die “Iraq oil company” hervor. Abgedruckt finden wir den Artikel in der Vossischen Zeitung vom 27. November und wir hören ihn dank Paula Leu.
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Folge vom 26.11.2022Herbstliches WeimarZur großen Faszination Weimars gehört es, dass die beschauliche thüringische Residenzstadt an der Ilm es vermochte, sich als international strahlkräftige Kulturmetropole immer wieder neu zu erfinden. Auf den Glanz der klassischen ‘goldenen‘ Goethe- und Schillerzeit folgten im späteren 19. Jahrhundert das sogenannte ‘Silberne Zeitalter‘ mit hier wirkenden Protagonisten wie Franz Liszt, Arnold Böcklin oder Franz Lenbach sowie im frühen 20. Jahrhundert das zunächst vor allem von Henry van der Velde geprägte ‘Neue Weimar‘, dessen Geschichte nach dem Ersten Weltkrieg ganz maßgeblich das federführend von Walter Gropius begründete und bis 1925 hier beheimatete Bauhaus fortschrieb. Der Autor Rudolf Kayser entdeckte in dieser ästhetischen Diversität, anders als manch konservativerer Zeitgenosse, keinen Widerspruch. Goethezeit und der Pioniergeist des aufstrebenden Bauhaus scheinen sich in seinem Artikel aus dem Berliner Tageblatt vom 26. November 1922 vielmehr äußerst fruchtbar miteinander zu verbinden. Es liest Frank Riede.
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Folge vom 25.11.2022Der Leihverkehr in der StaatsbibliothekDank der Digitalisierung von Büchern, Zeitschriften und Zeitungsbeständen der Bibliotheken sowie dem digitalen erscheinen von Publikationen entsteht nicht nur dieser Podcast, sondern wird ganz allgemein die Zirkulation von Wissen erleichtert. Dennoch ist auch heute die Ausleihe, bzw. auch Fernleihe von noch nicht digitalisierten Büchern an der Tagesordnung. Über den Leihverkehr der damals mit ihrem neuen Standort Unter den Linden stolz auf den größten Bibliotheksbau der Welt blickende Staatsbibliothek Berlin schrieb das Berliner Tageblatt am 25. November 1922. Es geht um die Kooperation der Bibliotheken in Preußen, Kontakte ins Ausland, die Bearbeitung von Leihanfragen, die am häufigsten angefragten Bücher und vieles mehr. Natürlich darf auch ein Blick in das Lautarchiv, von dem hier im Podcast schon mehrfach die Rede war, nicht fehlen. Paula Leu blättert für uns durch den Zettelkatalog.