NachrichtenKultur & Gesellschaft
Auf den Tag genau Folgen
Aus dem Kiez in die Welt, von der Oper in den Boxring – mit täglich einer Zeitungsnachricht aus der Hauptstadtpresse heute vor 100 Jahren tauchen wir ein in die Fragen und Debatten, die das Berlin von 1920 bewegten. Halte dich informiert und bleib auf dem Laufenden über eine Welt, die uns heute doch manchmal näher ist, als man meinen möchte. Die aktuelle Staffel „Hamburg und die Welt vor 100 Jahren“ entsteht in Kooperation mit der Akademie der Wissenschaften in Hamburg und präsentiert Zeitungsartikel aus Hamburger Tageszeitungen. Es gilt weiterhin: bis morgen! Die ZEIT STIFTUNG BUCERIUS, die Landeszentrale für politische Bildung Hamburg und die Hapag-Lloyd Stiftung unterstützen die Pilotphase des Geschichtspodcast finanziell. Mit Dank an Andreas Hildebrandt für den Jingle und Anne Schott für die Bildmarke.
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Folge vom 26.06.2020Staatstragende SPDAm 25. Juni 1920 waren die Schwierigkeiten bei der Regierungsbildung überwunden. Das neue Kabinett unter dem Reichskanzler Constantin Fehrenbach beruhte auf einer Koalition der Zentrumspartei, die den Kanzler stellte, der DDP und der DVP. Es war eine Minderheitsregierung, die auf die Duldung durch Oppositionsparteien, vor allem der SPD, angewiesen war. Am 26. Juni wird im Vorwärts eine Einschätzung der politischen Lage gegeben und ein Blick in die Zukunft geworfen. Was bremst die Durchsetzung der politischen Interessen der Arbeiterschaft? Welche Rolle soll die SPD in der Opposition spielen? Zugleich wird aber auch vor den Plänen des rechten Lagers gewarnt, das unter dem Vorwand des Kampfes gegen die linke Revolution, die Republik in eine Diktatur zu vewandlen trachte - etwa nach dem damals aktuellen Vorbild der Horthy-Regierung in Ungarn. Es liest Frank Riede.
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Folge vom 25.06.2020Kurztrip durch den HarzNicht nur für die Romantiker war der Harz um 1800 eine Sehnsuchtslandschaft. Auch Berliner des frühen 20. Jahrhunderts flohen gerne ein paar Tage aus der Hektik der deutschen Kapitale in das sagenumwobene Mittelgebirge. In den Jahren nach dem 1. Weltkrieg mit ihren materiellen Nöten blieben solche Exkursionen allerdings selten. So findet sich der Verfasser des kleinen Feuilletons aus der Deutschen Allgemeinen Zeitung vom 25.6.1920 auch eher unverhofft und überraschend auf seiner Harzreise. 30 Stunden hat er, um von Bad Harzburg aus fahrend, wandernd, mit der Schmalspurbahn den Brocken, diesen mythischen höchsten Berg des Nordens zu besteigen, den Blick ins Umland aufzusaugen, die herbe Felsenlandschaft bei Thale und den Hexentanzplatz zu bewundern. Dann geht es zurück in die Betonwüste der Großstadt. Es liest Frank Riede.
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Folge vom 24.06.2020Die Kunst des Proletariats1920 hatten die Kommunisten noch kaum praktische Regierungserfahrung. An vielen Orten kämpfte das revolutionäre Proletariat noch um die Herrschaft. So wurde innerhalb der Kommunisten über Vieles diskutiert, wie etwa den Umgang mit dem bürgerlichen Kunst- und Kulturerbe. Sollte man radikal alles vernichten und abstoßen, oder Teile des Erbes integrieren? Am 24. Juni 1920 plädiert die kommunistische Parteizeitung, die Rote Fahne für einen Kulturwerte bewahrenden Weg. Würde das Proletariat zu radikal zerstörerisch wirken, so würde es sich letztlich paradoxerweise wie die Bourgeoisie verhalten. Es liest Paula Leu.
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Folge vom 23.06.2020Ist Karlsbad eine Reise wert?1920 lief der Kurbetrieb im traditionsreichen Karlsbad wieder an – trotz Weltkrieg und Zerfall Österreich-Ungarns. Die Gelegenheit für den Schauspieler und Librettisten Gustav Kadelburg in einem Brief aus Karlsbad, abgedruckt im Berliner Tageblatt vom 23. Juni, über die Anreise aus Berlin und die Situation vor Ort zu berichten. Alles eitel Sonnenschein, alles bestens! – oder doch nicht? Es liest Frank Riede.