NachrichtenKultur & Gesellschaft
Auf den Tag genau Folgen
Aus dem Kiez in die Welt, von der Oper in den Boxring – mit täglich einer Zeitungsnachricht aus der Hauptstadtpresse heute vor 100 Jahren tauchen wir ein in die Fragen und Debatten, die das Berlin von 1920 bewegten. Halte dich informiert und bleib auf dem Laufenden über eine Welt, die uns heute doch manchmal näher ist, als man meinen möchte. Die aktuelle Staffel „Hamburg und die Welt vor 100 Jahren“ entsteht in Kooperation mit der Akademie der Wissenschaften in Hamburg und präsentiert Zeitungsartikel aus Hamburger Tageszeitungen. Es gilt weiterhin: bis morgen! Die ZEIT STIFTUNG BUCERIUS, die Landeszentrale für politische Bildung Hamburg und die Hapag-Lloyd Stiftung unterstützen die Pilotphase des Geschichtspodcast finanziell. Mit Dank an Andreas Hildebrandt für den Jingle und Anne Schott für die Bildmarke.
Folgen von Auf den Tag genau
-
Folge vom 18.06.2020Der Wettlauf ums ErdölKein anderer Rohstoff prägt unsere Zeit so sehr wie das Erdöl. Erdöl ist der Schmierstoff der Weltwirtschaft, um den zahllose Kriege geführt wurden und werden und den durch alternative, weniger klimaschädliche Energieträger zu ersetzen der Menschheit trotz aller Anstrengungen bislang nicht wirklich gelingen will. Im Grunde seit der Antike bekannt, begann der große Erdöl-Boom dabei interessanterweise doch erst zu einem bereits fortgeschrittenen Zeitpunkt der Industrialisierung. Noch vor einhundert Jahren hatte der Wettlauf ums Öl gerade erst begonnen. Von ihm berichtet am 18. Juni 1920 in der Vossischen Zeitung Vizeadmiral a.D. Carl Hollweg – und sieht dabei spätestens nach dem Ersten Weltkrieg eindeutig die Briten in der pole position. Ihren Gebietserwerbungen am Persischen Golf sei Dank. Hollwegs einzige Hoffnung für Deutschland, in ausreichender Menge an das begehrte ‘schwarze Gold‘ zu gelangen, um konkurrenzfähig zu bleiben? Ist verfahrenstechnischer Art ... Es liest Frank Riede.
-
Folge vom 17.06.2020Den Bibern geht es gutAuch vor hundert Jahren wurde der Einfluss des Menschen auf die Verringerung der Artenvielfalt im Tierreich deutlich benannt. Gerade deshalb übermittelt der Artikel der Deutschen Allgemeinen Zeitung vom 17. Juni 1920 über die Säugetier-Fauna Deutschlands den Naturfreunden die gute Nachricht von der Vermehrung der Biber entlang deutscher Flüsse. Am Beispiel der Bisamratte wird hingegen erörtert wie sich importierte und ausgesetzte „fremde“ Tiere rasch zu einer verheerenden Überpopulation vermehren können. Bei aller Liebe für die Biber findet allerdings auch dieser sachliche Artikel einen spitz politischen Ausklang. Die Säugetierarten in den Gebietsverlusten nach dem Ersten Weltkrieg liegen dem Autor wohl nicht allein aus zoologischem Interesse am Herzen. Es liest Paula Leu.
-
Folge vom 16.06.2020Nachruf auf Max Weber1919/20 flammte noch ein letztes Mal die Spanische Grippe auf. Als eines der letzten prominenten Opfer, verstarb am 14. Juni 1920 in München im Alter von 56 Jahren Max Weber. Der Soziologe, Nationalökonom und Jurist lehrte uns, dass der Idealtypus nicht in der Realität existiert, aber aus einer rationalen Übersteigerung vorgefundener Elemente konstruiert wird. Das hat seine Richtigkeit, und doch ist er selbst dem Idealtypus eines großen universal interessierten und forschenden Gelehrten schon sehr nahe gekommen. Wenn Sie sich für Herrschafts- und Religionssoziologie, für das Verhältnis von Protestantischer Ethik und Kapitalismus, Antike Wirtschaftsgeschichte, die tiefliegenden Probleme der amerikanischen Politik oder die „Objektivität“ sozialwissenschaftlicher Erkenntnis interessieren, greifen Sie zu Webers gesammelten Werken. Heute hören Sie den Nachruf des Berliner Tageblatts vom 16. Juni, gelesen von Frank Riede.
-
Folge vom 15.06.2020Expressionismus in DarmstadtBerlin hält sich ja gerne für das Zentrum der Welt; nicht zuletzt für das kulturelle. Aber auch weiter im Westen gibt es eine in dieser Hinsicht rege Szene mit durchaus langer Tradition. Darauf macht in der Vossischen Zeitung vom 15.6. 1920 Dr. Rudolf Frank anhand der von der Darmstädter Sezession in der südhessischen Stadt organisierten Ausstellung „Deutscher Expressionismus“ aufmerksam. Es liest Paula Leu.