Einen Monat lang keinen Alkohol trinken. Der sogenannte "Dry January" ist in vollem Gange. Gleichzeitig deuten Studien darauf hin, dass vor allem junge Menschen heute später oder gar nicht mehr mit dem Trinken beginnen. In der Altersgruppe der 12- bis 17-Jährigen hat inzwischen fast ein Drittel noch nie Alkohol getrunken. Auch gesellschaftlich sei es akzeptierter geworden, Alkohol abzulehnen, sagt Barbara Schneider, Chefärztin für Abhängigkeitserkrankungen an der LVR-Klinik Köln.
Positive Effekte über den Januar hinaus
Aus medizinischer Sicht profitiert der Körper von jeder Trinkpause. Menschen, die beim Dry January mitmachen, berichten von besserem Schlaf und gesteigertem seelischem Wohlbefinden, auch Leberwerte können sich kurzfristig verbessern. Besonders wichtig ist laut Schneider aber der langfristige Effekt: Viele Teilnehmende setzen sich bewusster mit ihrem Konsum auseinander und erleben, dass sie selbst Kontrolle darüber haben. Dieses Gefühl der Selbstwirksamkeit könne dazu führen, dauerhaft weniger Alkohol zu trinken und genau darin liege die eigentliche Stärke des Dry January.
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Folge vom 23.01.2026Dry January: Was die Alkoholpause bewirken kann
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Folge vom 22.01.2026Familie, Tiere und viel Natur: Pflege auf dem Bauernhof statt im AltenheimIn Marienrachdorf im Westerwaldkreis betreibt Guido Pusch als Geschäftsführer der Pflegedienst-Natürlich-GmbH in Marienrachdorf. In SWR Aktuell erzählt er, wie es zu der Idee des Pflegebauernhofs kam: "Den Bauernhof gibt es schon seit 250 Jahren. Irgendwann brauchte unsere Großmutter rund um die Uhr Betreuung. Sie wollte aber zu Hause bleiben. Dafür haben wir das Haus umgebaut." Aktuell wohnen 22 pflegebedürftige Menschen auf dem Bauernhof. Für sie kommt täglich der ambulante Pflegedienst ins Haus. "Das funktioniert wie eine Wohngemeinschaft: Man teilt sich die Kosten." Wer will und sich in der Lage fühlt, hilft bei den tagtäglichen Arbeiten auf dem Bauernhof mit. Und steht dafür auch mal um fünf Uhr früh auf. "Das ist kein Ponyhof. Wir haben Tiere und Pflanzen und die werden für uns als Lebensmittel genutzt. Und an diesen Aufgaben nehmen die Bewohner, wo und wie sie möchten, teil." Das gute Gefühl, gebraucht zu werden Gerade für pflegebedürftige Menschen mit Demenz seien diese Aufgaben ein Segen, sagt Guio Pusch. "Bringen Sie mal eine Kindergartengruppe auf den Bauernhof. Da brauchen Sie kein Programm. Die finden was. So ist es auch mit älteren Menschen." Schließlich gibt es auf dem Bauernhof jederzeit für alle Generationen etwas zu tun- "Wenn ich einen Bewohner frage, ob er mir mal helfen kann – da gibt es kein NEIN! Egal wie schlimm die Demenz ist – jeder möchte anderen helfen." Der Pflegebauernhof ist etwas günstiger als der Platz im durchschnittlichen Pflegeheim. Gudio Pusch räumt aber ein: "Wir sind gefangen in den Rahmenbedingungen unserer Gesetzgebung. Ich kann mir vorstellen, dass man mit unserem Modell noch viel günstiger sein könnte." Auf jeden Fall biete der Bauernhof eine höhere Lebensqualität. "Wir müssen nicht extra einen Streichelzoo anschaffen", sagt Guido Pusch im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Gerald Pinkenburg.
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Folge vom 22.01.2026Dry January - ein Monat ohne Alkohol"Dry January" - vier Wochen ohne Alkohol. Viele Menschen beginnen das neue Jahr mit guten Vorsätzen. Einer davon ist der Verzicht auf Alkohol - einen ganzen Monat lang. "Der trockene Januar" - wie bekannt ist dieses Konzept? Was bringt es? Und: Wie groß ist das Alkohl-Problem in unserer Gesellschaft überhaupt? Unter anderem um diese Fragen - und natürlich um mögliche Antworten - geht es in SWR Aktuell Kontext mit Christian Hauck.
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Folge vom 22.01.2026Wenn der letzte Bus gefahren ist: ÖPNV-Probleme in Baden-Württemberg und Rheinland-PfalzViele Menschen sind auf Bus und Bahn angewiesen. Doch gerade abends wird das Angebot vielerorts dünn. Eine Analyse des SWR Data Lab zeigt, wo der ÖPNV in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz in den Randzeiten gut funktioniert und wo gar nichts mehr fährt. Große Unterschiede zwischen Stadt und Land In Rheinland-Pfalz kommt in mehr als jeder zehnten Gemeinde werktags nach 20 Uhr kein Bus und keine Bahn mehr an. Rund 150.000 Menschen sind davon betroffen. Gleichzeitig leben etwa 2,5 Millionen Menschen in Orten, in denen auch nach Mitternacht noch Verbindungen existieren. In Baden-Württemberg ist die Lage insgesamt besser: Nur acht Prozent der Gemeinden sind abends komplett abgeschnitten, mehr als die Hälfte hat noch nach 24 Uhr Anschlüsse. Besonders schwach ist das Angebot in ländlichen Regionen wie den Landkreisen Lörrach und Freudenstadt in Baden-Württemberg sowie im Westerwaldkreis und im Kreis Neuwied in Rheinland-Pfalz. In größeren Städten, entlang des Rheins und rund um den Bodensee ist der ÖPNV dagegen deutlich besser ausgebaut. Am Wochenende, vor allem sonntags, enden die Verbindungen vielerorts noch früher.