Es gibt unzählige Pop- und Rocksongs, deren Lyrics völlig anders verstanden werden, als sie eigentlich gemeint sind. Das reicht vom simplen Verhören oder einer selektiven Wahrnehmung bis hin zur Vereinnahmung und zum Missbrauch eines Songs, etwa zu politischen Zwecken. Der Musikjournalist und Autor Michael Behrendt ist seit jeher fasziniert von der Auseinandersetzung mit Lyrics der Pop- und Rockmusik und spürt in seinem jüngsten Buch „VERHÖRT, VERKANNT, VEREINNAHMT" dem Phänomen des Songmissverständnisses nach. Mit großer Sachkenntnis und einer gehörigen Portion Humor beschert sein informatives Buch Popliebhaber*innen so manches Aha-Erlebnis und sorgt zugleich für eine unterhaltsame Lektüre. Eine absolute Entdeckung für Popenthusiasten, bei der so mancher Lieblingssong in einem ganz neuen Licht erscheint.
Musikalische Missverständnisse gab es nicht erst im 20. Jahrhundert und nicht erst in der Popmusik – sondern bereits viel früher. Im Minnesang des Mittelalters – und später in der Klassik und Romantik. Oftmals sind versteckte Codes der Komponisten nicht leicht zu entschlüsseln. Oder verschiedene Bedeutungsebenen, wie sie etwa Schubert in seiner „Winterreise“ angelegt hat. Die Geschichte des musikalischen Missverständnisses hat also eine längere Tradition, mit den modernen Medien aber sind die Möglichkeiten seiner Verbreitung enorm gewachsen und damit ist es auch komplizierter und unberechenbarer geworden.
Kultur & Gesellschaft
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Ob Wochenende oder nicht, hier finden Sie immer die Stimmung eines entspannten Samstagnachmittags. Endlich Zeit für Dinge, für die sonst keine Zeit bleibt: Besuche bei Kunstschaffenden, Schriftsteller*innen und Musiker*innen, Literatur zum Lesen und Hören, DVDs und Blu-rays, Mode und Design, neue CDs vom Klassikmarkt. Das gibt es alles hier zum Nachhören, wann immer Sie möchten. Zur ARD Audiothek: https://www.ardaudiothek.de/sendung/swr2-am-samstagnachmittag/10001581/
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Folge vom 29.11.2025„VERHÖRT, VERKANNT, VEREINNAHMT“ – Der Musikjournalist Michael Behrendt hört ganz genau hin
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Folge vom 29.11.2025Longevity – erklärt von Annette Klosa-KückelhausLongevity ist abgeleitet aus dem Lateinischen (longus und vita) und bedeutet wörtlich übersetzt Langlebigkeit. Den Wunsch nach einem langen Leben verbindet der Anglizismus aber immer auch mit der Sehnsucht nach größtmöglicher Gesundheit im hohen Alter. Was mit seriöser Forschung begann – die Suche nach Gründen und Möglichkeiten, länger gesund zu leben, etwa durch eine Änderung des Lebensstils und durch eine gesunde Ernährung – hat sich in den letzten Jahren zu einem Hype in den sozialen Medien entwickelt. Und zu einem wahren Werbeboom für angeblich lebensverlängernde und gesundheitsfördernde Maßnahmen geführt: Neben Nahrungsergänzungsmitteln werben Firmen und Influencer für extrem überteuerte Lifestyle- und Anti-Aging-Produkte, deren Erfolg oftmals recht fragwürdig ist. Und, kritisiert die Sprachwissenschaftlerin Dr. Annette Klosa-Kückelhaus, nur die Wohlhabenden unserer Gesellschaft können sich solche Extraanwendungen überhaupt leisten, was das Gefälle zwischen arm und reich nochmals verstärkt.
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Folge vom 29.11.2025Zwischen Puder, Perücken und Pumps – Der Dragkünstler Alexander Böpple alias Chardonnay von TainEinen Hang zur Bühne und Spaß am Verkleiden führten bei dem Mainzer Alexander Böpple vor acht Jahren zu einer zweiten Persönlichkeit: Als elegant-frivole Dragqueen Chardonnay von Tain ist er seitdem in der Szene unterwegs. Wie die Verwandlung genau vor sich geht, welchen besonderen Effekt High Heels haben und was er an der Mainzer Drag-Community schätzt, erzählt Alexander Böpple bei unserem Hausbesuch.
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Folge vom 29.11.2025Kochen mit Genussforscher Prof. Thomas Vilgis - Schlanganger oder Sperrknecht, eine Spezialität von der OstalbSchlanganger ist für Thomas Vilgis tief mit Erinnerungen an seine Kindheit in der schwäbischen Heimat verbunden, denn das Gericht aus der Ostalb hat seine Mutter oft zubereitet. „Schlanganger besteht aus Kartoffeln (die es immer auf der rauen Alb gab) und Eiern, die die Hühner im Garten legten“, erzählt Thomas Vilgis rückblickend - und „Milch gab es vom Nachbarn oder man holte sie zu Fuß mit dem Milchkännle in der ‚Molke‘. Und Mehl hatte man sowieso wegen der vielen Spätzle im Haus.“ Schlanganger ist ein schlichter Kartoffelauflauf - aber eine regionaltypische Köstlichkeit aus der Ostalb und fixer Bestandteil der dortigen Esskultur. Der Clou ist die äußerst gesunde resistente Stärke, die durch das Abkühlen der am Vortag gekochten Kartoffeln entsteht. Heute ist das Rezept fast vergessen - Thomas Vilgis hat es für SWR Kultur wiederentdeckt.