NachrichtenPolitik
Was tun, Herr General? - Der Podcast zum Ukraine-Krieg Folgen
Russland führt seit Februar 2022 Krieg gegen die Ukraine. Welche Strategie verfolgt die russische Armee? Wie stark sind die ukrainischen Verteidiger? Darüber spricht Host Tim Deisinger jede Woche in diesem Podcast mit dem ehemaligen NATO-General Erhard Bühler. Neben der aktuellen Lage geht es auch um eine profunde Bewertung des Kriegsgeschehens insgesamt, um die militärische Unterstützung für die Ukraine und um die Bemühungen hin zu einem Frieden. Hinzu kommen die Auswirkungen auf die Verteidigungsfähigkeit Deutschlands und die sicherheitspolitische Situation in der ganzen Welt. Wir ordnen ein, geben Orientierung und immer wieder werden auch die Fragen von Hörern beantwortet.
Folgen von Was tun, Herr General? - Der Podcast zum Ukraine-Krieg
-
Folge vom 31.03.2023#104 Gysis Idee für einen WaffenstillstandZunächst geht es um den Nato-Beitritt von Finnland. Nun hat auch die Türkei zugestimmt. „Ein großer Tag für Finnland“, freut sich Ex-Nato-General Bühler. Er denkt, dass auch Schweden bald nachziehen könnte und hofft auf die Zeit nach der Wahl in der Türkei. Zur aktuellen Lage in der Ukraine: Bühler sagt, die Ukraine verteidige sich weiter erfolgreich gegen die russischen Angriffe im Osten des Landes. Bei Bachmut bleibe die Lage angespannt, die Russen seien weiter auf dem Vormarsch. Es gehe aber nur langsam voran, die Intensität der Angriffe auf die ukrainischen Linien habe nachgelassen. Aktuell sei Bachmut weit davon entfernt, erobert zu werden. Ähnlich sehe es bei Awdijiwka aus. Wie kann der Krieg enden oder zumindest ein Waffenstillstand erreicht werden? Darüber haben wir auch im Podcast immer wieder diskutiert. Ein neuer Vorschlag kommt vom Linke-Politiker Gregor Gysi. Die Nato solle anbieten, keine Waffen mehr zu liefern, wenn Russland im Gegenzug die Kämpfe einstelle. Dann müsse man in Verhandlungen gehen. Klar sei: Die Ukraine dürfe kein Territorium verlieren. Bühler sagt, der Vorschlag sei etwas zu einfach in einer komplexen Lage. Die Ukraine stehe mutmaßlich kurz vor einer Offensive, ein Waffenstillstand könne vielmehr den Russen helfen. „Putin würde sich wahrscheinlich die Hände reiben“, so Bühler. Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius geht besondere Wege bei der Beschaffung des gepanzerten Truppentransporters „Boxer“. Die Modelle sollen in Australien bestellt werden. Auch die Art und Weise des geplanten Deals wirft Fragen auf. Wie kommt es dazu und wie ist das zu bewerten? Viele Hörerinnen und Hörer haben gefragt, ob Tim Deisinger und Erhard Bühler nicht mal ein Making-of zum Podcast machen könnten. Um ehrlich zu sein, dafür fehlt ein bisschen die Zeit. Aber am Ende dieser Folge geben wir zumindest einen Einblick, wie dieser Podcast entstanden ist und aktuell jede Woche zweimal produziert wird. Wenn Sie Fragen haben: Schreiben Sie an general@mdraktuell.de oder rufen Sie kostenfrei an unter 0800 637 37 37.
-
Folge vom 28.03.2023#103 Atomwaffen in Belarus: "Gelassenheit ist Gebot der Stunde"In dieser Folge spricht Tim Deisinger mit Ex-Nato-General Erhard Bühler über die Ankündigung Russlands, in Belarus taktische Atomwaffen zu stationieren. Bühler erklärt, was unter taktischen Atomwaffen zu verstehen ist und warum der Begriff in die Irre führt. Diese Waffen hätten eine mehr als zehnfache Sprengkraft wie die Nagasaki- und Hiroshima-Atombomben. Dennoch mahnt Bühler im Zusammenhang mit der russischen Ankündigung zu Gelassenheit. Außerdem geht der Ex-Nato-General auf die Begründung der Russen ein. Er glaubt nämlich nicht, dass es sich bei der Stationierung der Atomwaffen um eine Reaktion auf das Verhalten der Briten handelt. London hatte der Ukraine panzerbrechende Munition mit abgereichertem Uran zugesagt. Ein weiteres Thema in dieser Folge ist die Situation in Moskau. Die Flugabwehr der russischen Hauptstadt wird verstärkt. Der Militärökonom Marcus Keupp von der Militärakademie der ETH Zürich glaubt, dass der Grund interne Auseinandersetzungen sind. Russlands Präsident Wladimir Putin befürchte, dass Oligarchen oder Militärs auf die Idee kommen könnten, ihn mit ballistischen Raketen auszuschalten. Bühler hält von dieser Theorie wenig und liefert dafür auch Gründe. Vorsichtig ist er zudem bei der Einschätzung Keupps, Russland werde den Krieg im Oktober auch militärisch verloren haben. Der Ex-Nato-General schaut zusammen mit Deisinger natürlich auch wieder auf die aktuelle Lage. Warum verlegen die Russen ihren Schwerpunkt von Bachmut nach Awdijiwka? Was bedeutet der Abzug von Zivilisten aus Awdijiwka? Gibt die Ukraine die Stadt auf? Bühler liefert klare Antworten. Außerdem begründet er, warum die operative Situation der Russen im Moment nicht gut ist. Auch auf die Fragen von Hörern geht der Ex-Nato-General wieder ein: Zieht die Bundeswehr Lehren aus dem Krieg in der Ukraine? Ist Deutschland in der Lage, mit Satelliten selbst Lagebilder zu erstellen, oder wäre man in einer Bedrohungslage auf die Hilfe der Amerikaner angewiesen? Wenn Sie Fragen haben: Schreiben Sie an general@mdraktuell.de oder rufen sie kostenfrei an unter 0800 637 37 37.
-
Folge vom 24.03.2023#102 Eskalationsgefahr durch Uran-Munition?In dieser Folge spricht Tim Deisinger mit Ex-Nato-General Erhard Bühler über Uran-Munition. Großbritannien hat der Ukraine zugesagt, ihr diese panzerbrechende Munition zu liefern. Russland warnt vor der Gefahr einer Eskalation. Präsident Wladimir Putin kündigte entsprechende Reaktionen an. Bühler entkräftet die russische Argumentation. Dabei weist er darauf hin, dass die Russen diese Munition selbst verwenden. Außerdem erklärt er, wie genau diese panzerbrechende Munition funktioniert und warum sie umstritten ist. Das habe nämlich, anders als die Russen suggerierten, nichts mit einer radioaktiven Strahlung zu tun. Beim Einsatz von Uran-Munition werde nur ein Drittel der natürlichen radioaktiven Strahlung freigesetzt. Außerdem beschäftigen sich Deisinger und Bühler mit der Zusammenarbeit zwischen der Bundeswehr und der Truppe der Niederlande. Bühler bestätigt, dass die Integration der Streitkräfte so weit vorangeschritten sei wie nirgendwo sonst. Nun soll die Zusammenarbeit der Landstreitkräfte noch verstärkt werden. Handelt es sich um eine Vorstufe zu einer europäischen Armee? Wieso ist diese Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern so eng und was sind die Vor- und Nachteile einer solchen Kooperation? Eine große Rolle spielt in der Folge natürlich auch die aktuelle Lage. So gibt es Berichte, dass Russland sich inzwischen weniger auf zivile und dafür mehr auf militärische Ziele konzentriert. Außerdem entwickelt sich in der Stadt Awdijiwka eine ähnliche Situation wie in Bachmut. Laut Bühler ist die Stadt von der Einkreisung bedroht. Welche Rolle spielt die Stadt im Krieg? Außerdem beantwortet der Ex-Nato-General wieder Fragen von Hörerinnen und Hörern. So hat ein Hörer den Eindruck, dass es in den Bundeswehr-Kasernen zuweilen entspannt zugeht und sich Soldatinnen und Soldaten ein Feierabend-Bier gönnen. Was ist davon zu halten? Wenn Sie Fragen haben: Schreiben Sie an general@mdraktuell.de oder rufen sie kostenfrei an unter 0800 637 37 37.
-
Folge vom 21.03.2023#101 Erbärmlich? Über den Zustand der BundeswehrDer Weg zu einer vollständig einsatzbereiten Bundeswehr ist weit. Die Wehrbeauftragte Eva Högl beklagt in ihrem aktuellen Bericht das langsame Tempo bei der Reform der Truppe. Aus dem Sondervermögen von 100 Milliarden Euro sei noch kein Cent bei den Soldaten angekommen. Das liege vor allem an der schleppenden Beschaffung. In dieser Folge sprechen Host Tim Deisinger und Ex-Nato-General Erhard Bühler über den Zustand der Truppe. Bühler erinnert daran, dass der besorgniserregende Zustand mindestens seit 2015 bekannt sei. Er verwehrt sich aber dagegen, dass dafür die Bundeswehr allein verantwortlich wäre. Außerdem geht es um die aktuelle Lage im Krieg in der Ukraine. Bühler bewertet die laufenden Luftangriffe gegen die zivile Infrastruktur. Über Kiew etwa seien Drohnen abgefangen worden, es habe aber auch einige Treffer gegeben. An Land sehe es dagegen so aus, als würde die Intensität der Angriffe abnehmen. Von einem Scheitern der Russen könne man aber noch nicht sprechen. Inmitten der heftigen Kämpfe sterben auf beiden Seiten Zehntausende Soldaten. Ein Hörer fragt, wie die Toten abtransportiert werden. Werden dafür Feuerpausen vereinbart? Offiziell bekannt ist nichts. Doch Ex-General Bühler sagt, der bisherige Umgang der Russen mit ihren Soldaten lasse Schlimmes befürchten. Außerdem geht es um den Besuch von Russlands Präsidenten Wladimir Putin im besetzten Mariupol und den Haftbefehl gegen ihn. Wenn Sie Fragen haben: Schreiben Sie an general@mdraktuell.de oder rufen sie kostenfrei an unter 0800 637 37 37.