NachrichtenKultur & Gesellschaft
Auf den Tag genau Folgen
Aus dem Kiez in die Welt, von der Oper in den Boxring – mit täglich einer Zeitungsnachricht aus der Hauptstadtpresse heute vor 100 Jahren tauchen wir ein in die Fragen und Debatten, die das Berlin von 1920 bewegten. Halte dich informiert und bleib auf dem Laufenden über eine Welt, die uns heute doch manchmal näher ist, als man meinen möchte. Die aktuelle Staffel „Hamburg und die Welt vor 100 Jahren“ entsteht in Kooperation mit der Akademie der Wissenschaften in Hamburg und präsentiert Zeitungsartikel aus Hamburger Tageszeitungen. Es gilt weiterhin: bis morgen! Die ZEIT STIFTUNG BUCERIUS, die Landeszentrale für politische Bildung Hamburg und die Hapag-Lloyd Stiftung unterstützen die Pilotphase des Geschichtspodcast finanziell. Mit Dank an Andreas Hildebrandt für den Jingle und Anne Schott für die Bildmarke.
Folgen von Auf den Tag genau
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Folge vom 27.10.2022Wembley, das neue Fußballstadion in LondonAller guten Dinge sind bekanntlich drei: Nachdem wir im März auf Skiern am Holmenkollen vorbeigeschneit und unlängst auf der Rennstrecke von Monza schwer motorisiert Probe gefahren sind, führt uns die B.Z. am Mittag heute in die Frühgeschichte einer weiteren ikonischen Stätte des Weltsports: zum Wembley-Stadion nach London respektive zu der Baustelle, die es vor einhundert Jahren noch darstellte. Von Geoffrey Hurst und Tofiq Bəhramov, Günter Netzer und Oliver Bierhoff, Gareth Southgate und Bukayo Saka, Alexandra Popp und Chloe Kelly konnte der ungenannte Autor am 27. Oktober 1922 natürlich noch nichts wissen und berichten. Und doch erfüllt seinen Artikel über die „neue Anlage für die Pokal-Endspiele“ bereits irgendwie die Ahnung, dass hier ein hochmythischer Ort der Fußballgeschichte im Begriff zu entstehen war. Besichtigt hat ihn für uns die Sportredakteurin von Auf den Tag genau Paula Leu.
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Folge vom 26.10.2022Leo Heller: Tanz im FilmDas österreichische Multitalent Leo Heller, heute vor allem bekannt für seine Reportagen aus dem kriminellen Milieu Berlins, schrieb, wie es sich für einen Feuilletonisten gehört, über alle möglichen Themen, so auch über das Kino. Am 26. Oktober 1922 finden wir im 8-Uhr-Abendblatt eine Reflexion von ihm über den Tanz im Film. Wie so oft in dieser Phase des Stummfilms, ist sein gedanklicher Ausgangspunkt die Abwesenheit des Tons, die andere Ausdruckformen einfordert. Die Bewegung des Körpers wäre solch ein narratives Element. Daher überrascht es Heller wenig, dass der Tanz eine prominente Rolle im Film spielt. Die Konsequenzen dieser Überlegung und eine Liste von Tänzer:innen, die von den Tanzbühnen zum Kintopp abgeworben wurden, präsentiert uns Frank Riede.
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Folge vom 25.10.2022Schulschließungen im WinterAngesichts des kommenden Winters, der Energiepreise und dem Gasmangel ist es leider nicht total übertrieben, sich zu fragen, ob im Winter die Schulen durchgängig beheizt werden können. Ein Vorschlag der Kultusminister:innen und -senator:innen, die Winter- oder Weihnachtsferien zu verlängern, um Energie zu sparen, ist im Bereich des Denkbaren. So geschehen vor genau 100 Jahren, damals allerdings aufgrund des Kohlenmangels. Der Vorwärts vom 25. Oktober 1922 referiert Zuschriften von aufgebrachten Eltern, die nach anderen Lösungen verlangen und auch konkrete Vorschläge machen, um verlängerte Ferien zu verhindern. Paula Leu liest.
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Folge vom 24.10.2022Die Uhr ohne TicktackDass viele kleine Schwingungen sich in bestimmten Konstellationen überlagern können und zu einer großen Schwingung auswachsen, ist ein bekanntes Phänomen. Das Ergebnis sind die eindrücklichen Videos von wild sich wellenden Brücken, die irgendwann zusammenbrechen. Seit diese Zusammenhänge bekannt sind, sucht man auch nach einer produktiven Nutzung dieser physikalischen Addition. Unter anderem eine Uhr mit schwingendem Pendel, ohne Tick-Tack, hat die Berliner Morgenpost am 24. Oktober 1922 diesbezüglich im Angebot. Was man sonst noch an Innovationspotential anvisierte, weiß Frank Riede.