"Die Basis des Bildungserfolgs wird bereits in Krippen und Kitas gelegt." So steht es im Koalitionsvertrag von Union und SPD. Dass das stimmt, ist durch viele Studien belegt. Warum läuft die frühkindliche Bildung trotzdem alles andere als rund in Deutschland?
Warum fehlen auch nach über zehn Jahren Kita-Rechtsanspruch bundesweit 400.000 Plätze und 300.000 Erzieherinnen und Erzieher? So viele zusätzliche Fachkräfte bräuchte es nach Berechnungen des Verbands Bildung und Erziehung.
Der Beruf muss attraktiver werden, das wird oft als erster Grund genannt und das sieht auch Bernhard Kalicki so. Er ist Psychologe und Leiter der Abteilung Kinder und Kinderbetreuung beim Deutschen Jugendinstitut in München. Im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Andreas Böhnisch betont er aber auch, dass
der Kita-Ausbau auch aus soziokulturellen Gründen stocke. Die Annahme, dass Ganztagsbetreuung schlecht sei, vor allem für kleine Kinder unter 3, stecke noch in zu vielen Köpfen fest.
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Topthemen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Sport: Wir ordnen ein, wir klären auf, wir bohren nach. "SWR Aktuell Im Gespräch" - das sind Interviews mit Menschen, die etwas zu sagen haben.
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Folge vom 14.01.2026Nachmittags bei Mutti – sind alte Rollenmuster schuld an der Kita-Krise?
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Folge vom 14.01.2026"ParsiMed": Hilfe für Protestierende im Iran, die in kein Krankenhaus könnenWestliche Staaten wollen Teheran unter Druck setzen. Während das Auswärtige Amt bereits den iranischen Botschafter einbestellt hat – ein scharfes Signal in der Diplomatie, wenn ein Land gegen das Vorgehen eines anderen Staates protestieren will – haben sich Ärztinnen und Ärzte organisiert, um den Protestierenden im Iran zu helfen. Über Satellitentelefone überwinden sie die Internet-Sperre des Regimes und bieten Sprechstunden via Whatsapp. Im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderatorin Katja Burck erklärt ARD-Journalist Bamdad Esmaili, wie sie damit denjenigen helfen, die Angst haben, mit ihren Verletzungen ins Krankenhaus zu gehen. Denn wer Schussverletzungen oder schwere Prellungen in einem staatlichen Krankenhaus präsentiere, erklärt er, gerate schnell in den Verdacht, zur Protestbewegung zu gehören.
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Folge vom 14.01.2026Grönländer wollen nicht zu den USA gehören – aber zu Dänemark?Wem gehört Grönland? Die Antwort scheint einfach, natürlich den Grönländern. Organisatorisch ist die arktische Insel Teil von Dänemark - doch diese Gewissheit wird gerade von höchster Stelle negiert, weil US-Präsident Donald Trump sich in den Kopf gesetzt hat, Grönland zu besitzen. Und so müssen nicht nur dänische, sondern auch andere europäische Außenpolitiker zurzeit einen gefährlichen diplomatischen Streit ausfechten, obwohl die Fakten kaum eindeutiger sein könnten. Genau wie das Meinungsbild: fast alle Grönländer wollen um keinen Preis Teil der USA werden, so die Erfahrung von Jana Sinram, ARD-Korrespondentin für Skandinavien. Sie hat tausende Flugkilometer bis nach Nuuk zurückgelegt, um sich in der grönländischen Hauptstadt ein direktes Bild der Lage machen zu können. Ob dort die Haltung gegenüber Dänemark und Europa genauso einhellig ist wie die gegenüber den USA, schildert sie im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderatorin Katja Burck.
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Folge vom 14.01.2026Schwierige Hofnachfolge: Wer bringt fast 1.000.000 Euro Kapital für einen Bauernhof mit?Bäuerinnen und Bauern sind im Schnitt Mitte 50 - oft ist die Nachfolge schwierig. Es braucht viel Geld für einen Job, der wenig abwirft. Das Problem ist längst in der Politik angekommen: Eine Fachtagung zu Hofnachfolge und Existenzgründungen in der Landwirtschaft beschäftigt sich mit dem Problem, dass viele Betriebe keine Nachfolge finden, wenn Bäuerinnen und Bauern in den Ruhestand gehen. Theresa Lehr, Leiterin der Fachgruppe Jugend und Existenzgründung bei der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, hat im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Andreas Böhnisch betont, dass die Nachfolge-Problematik nicht primär am Interesse nachfolgender Generationen liege: "Die Ausbildungsquote ist seit Jahren konstant, also viele möchten in die Landwirtschaft gehen." Einen Hof übernehmen, das müssten sich Menschen aber erst mal leisten können - vor allem angesichts geringer Margen und wenig Rentabilität.